LexisNexis: Generation Z und Silent Gen anfällig für Cyber-Attacken

Laut Cybercrime-Bericht von LexisNexis Risk Solutions sind junge Erwachsene und Erwachsene über 75 Jahren am anfälligsten für Betrugsattacken.

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LexisNexis Study
Bildquelle: LexisNexis

Laut dem neuesten Cybercrime Report des globalen Daten- und Analyseanbieters LexisNexis Risk Solutions sind Personen unter 25 Jahren das wahrscheinlichste Ziel eines betrügerischen Cyberangriffs. Über 75-Jährige sind die am zweithäufigsten von Cyber-Betrug betroffene Gruppe.

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Der halbjährliche Global Cybercrime Report erstreckt sich auf einen Zeitraum zwischen Juli bis Dezember 2020. Analysiert werden diesbezüglich Transaktionsdaten aus dem LexisNexis Digital Identity Network. Dieses umfasst ein Repository globaler gemeinsamer Informationen, die aus Milliarden von Kundeninteraktionen einschließlich Anmeldungen, Zahlungen und neuen Kontoanwendungen gewonnen wurden. Die Ergebnisse des Berichts basieren auf 24,6 Milliarden Transaktionen.

Die im Digital Identity Network beobachtete Betrugsangriffsrate ging im Jahresvergleich im Durchschnitt aller digitalen Unternehmen zurück. Allerdings verzeichneten Medienunternehmen bei der Kontoeröffnung einen Anstieg der Gesamtangriffsrate. Die Studie nimmt darauf Bezug, wie die sich entwickelnde Bedrohungslandschaft neue Möglichkeiten für Cyberkriminelle auf der ganzen Welt eröffnet hat. Insbesondere dadurch, weil sie neue Online-Benutzer angesprochen haben.

Der aktuelle Cybercrime Report von LexisNexis Risk Solutions bietet Aufschluss auf die am häufigsten zum Opfer von Cybercrime-Attacken werdenden Altersgruppen. Die Studie deckte auf, dass die Generation Z 84 Prozent häufiger zum Ziel von Cyberbetrügern werden, als 25- bis 35-Jährige. Gleich danach, auf Platz zwei, folgen die über 75-Jährigen. Diese verlieren in der Regel fast doppelt (90 Prozent) so viel Geld durch Cyber-Betrug wie andere Altersgruppen. Die Analyse zeigt, dass der durchschnittliche Betrugsverlust umso höher ist, je älter das Opfer ist.

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LexisNexis -Auswertung: Bot-Angriffe nehmen zu

Der Bericht enthält zudem einen Jahresrückblick. In dem hebt man hervor, dass im Jahr 2020 insgesamt ein Rückgang der von Menschen initiierten Angriffe verzeichnet wurde. Bot-Angriffe nahmen indessen zu. Das Digital Identity Network zeichnete Bot-Angriffe in globalen Regionen sowie in einer Vielzahl von Branchen und Anwendungsfällen auf. Ebenso weisen neue Kontoerstellungen weiterhin hohe Angriffsraten auf. Das stellt einen wichtigen Einstiegspunkt für Betrüger dar. Diese möchten die aufgrund von Datenverletzungen gesammelte Anmeldeinformationen monetarisieren. Die Erstellung neuer Konten für Medienunternehmen wurden häufiger als in jeder anderen Branche angegriffen. Betrüger verwendeten häufig Medienorganisationen, wie Streaming-Dienste, Spiel- und Glücksspielseiten und Apps, um gestohlene Identitätsdaten zu testen.

Deutschland unter den Top-Ten der Angriffsverursacher

Die Anzahl der von Menschen initiierten Angriffe ging im Jahr 2020 um rund 184 Millionen zurück, während die Anzahl der Bot-Angriffe um 100 Millionen zunahm. In beiden Fällen verzeichnete man die größte Anzahl von Cyberangriffen in den USA. Aber auch Länder, wie Kanada, Großbritannien und Deutschland, passen für jede Angriffsmethode ebenfalls in die Top-Ten-Länder.

Eine Auswertung der LexisNexis Risk Solutions Studien-Ergebnisse zeigt, dass die Gruppe der Generation Z ein Wachstum von 10% als neue Online-Kunden verzeichnen, während die Silent Generation weniger mit Technologie vertraut ist. Darüber hinaus haben ältere Verbraucher laut LexisNexis eine eher laissez-faire Haltung gegenüber dem Online-Datenaustausch, wodurch sie einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Das starke Risiko an beiden Enden des Altersspektrums unterstreicht die Bedeutung, die es für Unternehmen hat, sowohl neue, als auch gefährdete Kunden bei Online-Transaktionen im Jahr 2021 zu schützen.

Rebekah Moody, Director of fraud and identity, bei LexisNexis Risk Solutions, kommentiert zusammenfassend

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„Cyberkriminelle sind erstens Opportunisten und zweitens Meister der Verkleidung. Sie sind immer auf der Suche nach einem neuen Ziel. Egal ob es sich um neue Kreditlinien, neue Online-Unternehmen oder neue digitale Verbraucher handelt.

Das höhere Risiko, sowohl für die jüngste, als auch für die älteste Altersgruppe, erinnert stark an die Notwendigkeit, alle Kunden vor den Auswirkungen von Betrug zu schützen. Während die jüngere Altersgruppe häufig als die technisch versierteste angesehen wird, ist ihr Online-Fußabdruck groß. Sie teilen ihre Daten im Allgemeinen gerne mit einer Vielzahl von Unternehmen.

Am anderen Ende des Altersspektrums kann die ältere Bevölkerung – von denen einige aufgrund der Schließung von physischen Geschäften und Bankfilialen möglicherweise online gehen müssen – manchmal weniger gut darin sein, die Anzeichen eines Cyber-Betrugs zu erkennen. Diese verlieren dann leider das meiste Geld durch einen solchen Angriff.

Unternehmen stehen vor der ständigen Herausforderung, eine mehrschichtige Betrugsabwehr aufzubauen, um alle Kunden vor dem gesamten Spektrum der Betrugsangriffe zu schützen. Dies kann von einem Betrüger mit gestohlenen Identitätsausweisen bis zu einem als Bankangestellter getarnten Cyberkriminellen reichen, der versucht, einen Kunden zu einer betrügerischen Zahlung zu überreden. Dies zeigt auch, warum Bildung, Online-Messaging und Sensibilisierung ein so wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Risikostrategie sind.

LexisNexis: mehrschichtige Verteidigung als Schlüssel zum Unternehmens- und Kunden-Schutz

Automatisierte Bot-Angriffe bieten Betrügern die Möglichkeit, gestohlene Anmeldeinformationen in großem Maßstab zu testen und auf Armeen von Computern einzusetzen. Diese sind darauf ausgerichtet, den Aufwand zu minimieren und gleichzeitig die Gewinne zu maximieren. Validierte Anmeldeinformationen bieten dem Betrüger die Möglichkeit, mehr Geld zu verdienen. Indem er die Anmeldeinformationen entweder im Darknet zu einem höheren Preis verkauft oder sie bei einem lukrativeren Angriff an anderer Stelle verwendet.

Der Aufbau einer mehrschichtigen Verteidigung ist der Schlüssel zum Schutz von Unternehmen und ihren Kunden. Insbesondere vor den manchmal verheerenden Auswirkungen von Betrug. Die Vereinigung der besten digitalen Identitätsintelligenz mit physischen Identitätslösungen und verhaltensbiometrischer Intelligenz kann der Spielveränderer sein, den Unternehmen benötigen, um die unvorhersehbaren und sich ständig ändernden Gezeiten von Betrug zu verringern. In Verbindung mit der Aufklärung der Verbraucher können wir bei der Betrugsbekämpfung ganz vorne mit dabei sein.“

Tarnkappe.info

 

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.