Kinox.to: Prozessauftakt gegen Mitbetreiber Avit

Article by · 29. Oktober 2015 ·

kinox.to screenshot pedro avit
Bei der Razzia im Oktober 2014 wurden mehrere Personen festgenommen. Darunter auch der Hacker Avit aka Pedro, der sich von Dirk B. als der „Sicherheitsberater“ von kino.to bezahlen ließ. Am morgigen Freitag wird im Leipziger Landgericht der gleiche Richter wie bei kino.to urteilen. Nach ca. einem Jahr Untersuchungshaft musste das Gerichtsverfahren nun endlich anlaufen, länger konnte es nicht hinausgezögert werden. Das Strafmaß wird mindestens so hoch wie bei Dirk B. ausfallen.

Damals wurde der Betreiber der Streaming-Webseite Kino.to von einem Hacker kontaktiert, der nach eigener Auskunft Vollzugriff auf seine Server erlangt hatte. „Pedro“ ließ sich fortan auf ein Bankkonto in Russland eine Art „Gehalt“ als „Sicherheitsbeauftragter“ bezahlen, um Dirk B. nicht zu verraten. Der Mann, der letztes Jahr in Neuss im Zuge der kinox.to-Razzia festgenommen wurde, war sogar so dreist, bei der Weihnachtsfeier von Dirk B. aufzutauchen, die er für seine engsten Mitarbeiter organisiert hatte. Nach Medienangaben wurde er auch häufiger bei internen Skype-Konferenzen des kino.to-Teams zugeschaltet.

Pedro gelang es offenbar auch, die komplette Datenbank mit allen Einträgen zu Filmen und TV-Serien von kino.to zu kopieren, was das schnelle Auftauchen von kinox.to nach dem kino.to-Bust erklärt. Die beiden mutmaßlichen Komplizen und Hacker „Eddi“ und „Avit“ wurden Ende Oktober 2014 in Neuss beziehungsweise Düsseldorf festgenommen. Die Gebrüder Kastriot und Kreshnik Selimi wurden im Gegensatz dazu nicht in der Wohnung ihrer Eltern angetroffen. Die Ermittler nehmen an, sie haben Norddeutschland bereits im Juli Richtung Ex-Jugoslawien verlassen. Wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft gegenüber der Presse bekannt gab, gibt es bezüglich der 22 und 26 Jahre alten Brüder noch immer keine heiße Spur. Die beiden Männer gelten als gewaltbereit, sie werden mit internationalem Haftbefehl gesucht. Die Auswertung nach der Razzia hat nach Polizeiangaben die „Indizien verdichtet„, dass die Selimis direkt oder indirekt auch am Betrieb von Movie4k.to, MyGully.com und Boerse.sx beteiligt sein sollen. Die GVU geht von noch mehr Beteiligungen an illegalen Projekten aus. Bisher ist es den Ermittlern nicht gelungen, eines der fraglichen Portale abzuschalten. Daran wird sich wohl auch künftig nichts mehr ändern.polizeiauto kinox.to plauzi

Avit muss mit einer härteren Strafe als Dirk B. rechnen

Mit der Verurteilung der beiden Mittäter von Skyload müsste das kino.to-Verfahren im Oktober endgültig sein Ende gefunden haben. Morgen steht erstmals ein mutmaßlicher Mitbetreiber des Streaming-Portals kinoX.to in Leipzg vor Gericht. Die Anklage wirft dem 29 Jahre alten Mann gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzung in nicht weniger als 767.000 Fällen vor. Zudem wird Avit aka Pedro Nötigung, Computersabotage und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Da der Angeklagte bei beiden Streaming-Portalen tätig war, wird das Urteil mindestens genauso hart wie bei Dirk B. ausfallen. Der Gründer und Betreiber von Kino.to wurde am 14. Juni 2012 zu einer viereinhalbjährigen Freiheitsstrafe im offenen Vollzug verurteilt. Die Einnahmen der Online-Werbung seiner spanischen Firma in Höhe von 3,7 Millionen Euro musste Dirk B. an den Staat abführen. Pedro muss mit einer noch härteren Strafe rechnen.

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