NSA: Militärgeheimdienst wurde Ziel von Hackangriffen

Das Netzwerk des US-Geheimdienstes NSA ist möglicherweise Ziel eines Hackangriffes geworden. Womöglich war dies eine Warnung Russlands.

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Grafik: bykst, thx! (CC0 PD)

Wie US-Medien am Mittwoch (17.08.2016) berichteten, ist das Netzwerk des US-Geheimdienstes NSA möglicherweise Ziel eines Hackangriffes geworden. Die NSA ist weltweit selbst in der Cyberspionage aktiv. Der Whistleblower Edward Snowden sieht darin eine russische Warnung in Richtung Washington.

Es kursieren derzeit hochgeheime Codes des Geheimdienstes NSA im Internet, was auf einen erfolgreichen Cyberangriff gegen die NSA hindeuten könnte. Die veröffentlichte Software wird von der Behörde unter anderem dafür eingesetzt, in die Netzwerke ausländischer Regierungen einzudringen. Die Codes wurden veröffentlicht von einer bislang unbekannten Gruppe namens Shadow Brokers (etwa: „Schatten-Makler“). Sie hatten einige Dateien publik gemacht und wollen nun nach eigenen Angaben weitere Programme versteigern.


NSA: Hack könnte „schwerwiegende Folgen für die Spionage-Operationen der Behörde“ haben

Die Software mit solchen Namen wie „Epicbanana„, „Buzzdirection“ und „Egregiousblunder“ ist unter anderem dafür gedacht, trotz Schutzmaßnahmen wie „Firewalls“ in Netzwerke einzudringen und Daten abzugreifen. Es soll dabei um Module für Schutz-Systeme von großen Anbietern wie unter anderem Cisco oder Fortinet gehen. Bei solchen Angriffswerkzeugen nutzt man oft bisher unbekannte Schwachstellen aus. Unklar ist, ob die Lücken, auf die sich die NSA-Programme von 2013 fokussierten, inzwischen geschlossen wurden – oder ob mit einer Ausbreitung dieser Werkzeuge neue Attacken krimineller Hacker drohen.

Die US-Zeitung „Washington Post“ schrieb, dass könnte „schwerwiegende Folgen für die Spionage-Operationen der Behörde“ haben. Nach Informationen der „New York Times“ wurde die Software überwiegend dafür eingesetzt, in Computer-Netzwerke in China, dem Iran und Russland einzudringen. Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf Experten für die Cyberspionage, dass die veröffentlichten Codes offensichtlich authentisch seien.

Die Software sei mutmaßlich vor drei Jahren entwickelt worden und auch in die Hände des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden geraten inform von Dokumenten, in denen sie beschrieben wurde, berichtete die „New York Times“. Allerdings scheine Snowden, der im Exil in Russland lebt, nicht hinter der jetzigen Veröffentlichung zu stecken. Seit den Enthüllungen Snowdens hat die NSA der Zeitung zufolge hunderte Millionen Dollar in die Neukonfiguration und den Schutz ihrer Computersysteme gesteckt.

Eskaliert die Situation?

Dass Geheimdienste sich belauerten und gegenseitig ihre Server hackten, sei nicht neu, äußerte Snowden bei Twitter. Die Publikation könne „ein Versuch sein, die Kalkulationen der Entscheidungsträger zu beeinflussen. Diese überlegen, wie hart sie auf die Hackerangriffe“ reagieren sollten, schrieb Snowden. Anscheinend wolle jemand der NSA signalisieren, dass eine „Eskalation“ nach diesen Cyberattacken „schnell schmutzig werden könnte“. Offensichtlich interpretierte er die Publikation als eine Warnung an die US-Behörden, die darüber nachdächten, wie sie auf die jüngsten Cyberangriffe auf die Parteizentrale der US-Demokraten reagierten sollten.

Diese Hackerangriffe hatten zur Veröffentlichung brisanter interner Mailwechsel durch die Website Wikileaks und dem Rücktritt der Parteivorsitzenden Debbie Wasserman Schultz sowie weiterer Parteifunktionäre geführt. Die E-Mails enthielten herabwürdigende Kommentare über den in den Vorwahlen gegen die heutige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton unterlegenen Senator Bernie Sanders. Die Demokraten vermuten, dass Russland hinter den Cyberattacken steckt.

Tarnkappe.info

Über den Autor

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.