Voits – Gefängnishack sorgte für Gefängnisaufenthalt

Der US-Amerikaner Konrads Voits wollte einen Freund mittels Gefängnis-Hack zu einer vorzeitigen Entlassung verhelfen. Nun muss er selbst ins Gefängnis.

gefängnishack, Voits

Als der Hacker Konrads Voits 2017 versuchte, im US-Bundesstaat Michigan mittels eines Hacks der IT-Systeme eines Gefängnisses, einen Gefängnisinsassen der Strafanstalt in Washtenaw vorzeitig zu befreien, ging die Sache nach hinten los. Nun sitzt er selbst ein. Er wurde für diese Straftat zu 87 Monaten Haft verurteilt, berichtet The Register.

Konrads Voits wollte seinen Freund befreien

Der 27-Jährige Konrads Voits aus Ypsilanti, Michigan, erlangte mit einer Kombination verschiedener Methoden, wie Phishing, Social Engineering (Aufforderung an Gefängnis-Mitarbeiter ihre Login-Passwörter zu offenbaren) sowie Malware-Infektionen, Zugriff auf das IT-System des Gefängnisses in Washtenaw, in welchem ein Freund von ihm inhaftiert war. Durch eine Manipulation von Einträgen versuchte er, den ungenannten Gefängnisinsassen vorzeitig freizulassen.

Mitarbeiter bemerkte virtuelles Eindringen erst sehr spät

Voits Eindringen in die IT-Systeme wurde erst bemerkt, nachdem ein Mitarbeiter die Akten des Insassen durchgesehen hat. Ihm fiel die verdächtige Aktivität auf und er informierte dann die IT-Abteilung des Gefängnisses. Das Vorhaben konnte man auf den Hacker zurückverfolgen. Der 27-Jährige war bereits polizeibekannt. Er hatte Vorstrafen wegen Drogenbesitz und Stalking. Es stellte sich ferner heraus, dass die Polizei Voids schon kurz vor Bekanntwerden dieses Vergehens aufgriff. Sie ertappten ihn mit seinem Laptop auf dem Dach eines Gebäudes direkt gegenüber des von ihm attackierten Büros.

Besserer Empfang auf dem Dach?

Als Ausrede brachte er, Voits sei auf dem Dach, um einen „besseren Empfang“ zu bekommen. Zwar ließ ihn die Polizei mit da einer Verwarnung davonkommen. Allerdings hat man ihn zehn Tage darauf, nach Bekanntwerden seiner Straftat, verhaftet. In Voids Hackversuche waren insgesamt 1.600 Gefängnis-Mitarbeiter involviert. Der von Voids angerichtete Schaden beläuft sich auf rund 235.000 US-Dollar.


Fall um Voits aufgeklärt

DoJ-Beamte äußerten sich letzte Woche lobend darüber, dass der Fall aufgeklärt wurde. „Dank der schnellen Reaktion der IT-Mitarbeiter in Washtenaw County und der sorgfältigen Überprüfung der Unterlagen durch die Mitarbeiter des County Jail wurde niemand wirklich früher freigelassen“, meinten sie.

Bildquelle: geralt, thx! (CC0 1.0 PD)

Tarnkappe.info

Ich bin bereits seit Januar 2016 Tarnkappen-Autor. Eingestiegen bin ich zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibe ich bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, greife aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Meine Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.