Fraudforum Crimenetwork neu aufgesetzt

Article by · 20. Februar 2018 ·

Am Sonntag gab das illegale Untergrund-Forum Crimenetwork (CNW) bekannt, dass sich im Zuge der Installation der v3 und der neuesten Version von Invision Power Board (IP.Board) alle Nutzer und Händler neu eintragen müssen. Admin sicario, der das Forum erst vor kurzem übernommen hat, führt neben einigen neuen Features auch ein neues Treuhand-System mit drei unterschiedlichen Arten der Vermittlung von Waren bzw. Dienstleistungen ein. Der krasse Einschnitt war nötig, weil die alte Forensoftware fehlerhaft war.

Ende letzter Woche gab sicario, der das Forum Ende Januar von seinem Vorgänger zeroday übernommen hat, bekannt, dass die illegale Handelsplattform Crimentwork.co wieder online ist. Allerdings müssen sich alle Händler (im Graubereich Vendoren genannt) und Nutzer aufgrund der Installation der neuen Forensoftware komplett neu eintragen. Jeder User und Vendor kann seinen alten Status zurückerlangen, sofern er dem Team seine frühere Identität beweisen kann.

Crimenetwork.co war Ende letzter Woche aufgrund einer heftigen DDoS-Attacke, die von der Konkurrenz stammen dürfte, mehrere Tage offline. Aufgrund der Downtime ergab sich die Gelegenheit, die sowieso geplanten Neuerungen vorzuziehen. Jeder vormals eingetragene User habe nun die Chance auf einen „sicheren Neustart„, schreibt der Betreiber in seiner Ankündigung. Wer will, könne nun unter einer neuen und somit unbekannten Identität aktiv werden. Im Forum ist eine Liste der schon überprüften User vorhanden. Die neue Version von IP.Board bringt einige Neuerungen und ein neues Treuhand-System mit sich:

Es gibt nun drei verschiedene Arten, wie dieses Fraudforum den Kauf treuhänderisch abwickelt. Entweder die klassische Variante, die nun automatisiert wurde. Oder wahlweise das automatisierte Multisig-Treuhand-System oder last, but not least steht die Abwicklung mittels der Kryptowährung Monero (XMR) zur Verfügung. Aufgrund des Ausfalls des Forums bekommen die Verkäufer für ihre Abwicklungen drei Tage aufgeschlagen. Die noch nicht ausbezahlten beziehungsweise offenen Abwicklungen sollen zeitnah manuell bearbeitet werden.

crimenetwork cnw

Crimenetwork: Betrieb alles andere als ungefährlich

Das Sicherheitsupdate klingt hochgradig sinnvoll, denn der Betrieb solcher Seiten ist nicht ohne Risiko, wie das Urteil vom LG Köln eindrucksvoll bewiesen hat. Ende Januar 2018 wurde der frühere CNW-Administrator Mr. White zu zwei Jahren Freiheitsentzug auf Bewährung verurteilt. Das harmlos klingende Strafmaß erklärt sich aufgrund der umfangreichen und für die Aufklärung hilfreichen Aussagen, die der inhaftierte Insider gegenüber den Ermittlern gemacht haben muss. Zwischenzeitlich war er für neun Monate in Untersuchungshaft.

Update: Die Betreiber haben sich wohl einen Scherz erlaubt. Die Whois-Daten der Domain wurden auf einen Justizvollzugsbeamten aus Bayern registriert. Das kann eigentlich nur ein Scherz sein.

Quelle Beitragsbild, thx! (CC0 1.0)

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