DDoS-Angriff auf Tarnkappe? Rache für boerse.bz??

Erfolgte aus Rache für die Berichterstattung über Boerse.bz eine DDoS-Attacke auf Tarnkappe.info? Wer ist dafür verantwortlich?

Seit Donnerstag, der 1.8.14 wurde der Zugriff auf Tarnkappe immer langsamer mit zeitweisem Ausfall. Bis zum kompletten Blackout dauerte es dann noch: von Montagmorgen bis Mittwoch 6.8.14 um 18 Uhr ging gar nichts mehr. Legte ein DDoS-Angriff, Hack oder sonstwas alles lahm? Steckt wer dahinter? Nehmen wir es sportlich…


Reaktion auf unsere boerse.bz-Berichte

Wer in den letzten Wochen bei uns das Thema boerse.bz verfolgte, las neben zustimmenden auch heftige Kommentare. Und auf boerse.bz im Forum ebenfalls… Lars Sobiraj und Spiegelbest haben mit ihren Berichten in ein Wespennest gestochen. Bis 12.000 Klicks/Tag auf Tarnkappe zeigen, dass beide wohl nicht ganz falsch lagen. Möglicherweise fühlten sich einige boerse.bz-Fans in der Folge zu „besonderen“ Aktionen“ veranlasst. Diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn man Kommentare auf boerse.bz liest. Aber man kann es auch anders sehen: Wer austeilt, muss auch einstecken können – und diesmal war die Tarnkappe dran.

Tarnkappe als Betreiber von boerse.bz?

Aber der Reihe nach. Nach den ersten Kommentar-Trollen wurde als nächste Aktion die Tarnkappe-Telefonnummern aus dem Impressum ins Boerse.bz-Impressum transferiert (siehe Screenshot unten). Dazu diese E-Mail von tarnkappe@safe-mail.net:

„Da du ja jetzt die neue offizielle Anlaufstelle für die Boerse News bist, kannst du auch den Boerse Nutzern am Telefon weiterhelfen. Hoffe du bleibst nett zu den Usern. Hier scheinst du dich ja exzellent um sie zu kümmern. VG“

Wieso sollte die Tarnkappe nicht nett sein zu den Boerse-Nutzern, gegen die hat hier keiner etwas (wir sind ja nicht GVU). Rein der Form halber musste Strafanzeige gestellt werden. Aber nicht persönlich nehmen, denn wir zollen ehrlichen Respekt den Urhebern: welch humorvolle Aktion! Im Gegensatz zu manchen Kommentaren unter unseren Berichten, die sibyllinische Hinweise gaben, wie zum Beispiel:

…… Sonntag 3. August 2014 at 21:27 „Einfach den Montag abwarten und bis dahin den Mund halten.“

In Wirklichkeit ein Happening!

Dann als Höhepunkt am Montag 4.8.14 der komplette Blackout der Tarnkappen-Seite. Eine richtige Dramaturgie der Ereignisse. Auch wenn wir uns noch nicht sicher sein können: war`s nun ein DDoS-Angriff, ein Hack oder ist schlicht und ergreifend „nur“ der Server baden gegangen? Das Ganze hat an sich ja was künstlerisches – wie die Performance-Truppe „Trauma Wien“ beim Aufsehen erregenden eBook-Projekt “Kindle’Voke Ghostwriters” im Sommer 2012.traumawien Die kunstsinnigen Fans der Boerse.bz bleiben sich treu: der eigenen Tradition folgend war die Nummer mit dem Tarnkappen-Telefon im boerse-Impressum vielleicht ein Happening, aber nicht legal… aber zählen wir keine Korinthen.

Danke schön dass unsere Telefonnummern im boerse-Impressum seit Dienstag wieder gelöscht sind – wir wollen uns ja nicht zu lange mit fremden Federn schmücken. Immerhin steht schon in einigen boerse.bz-Threads, Tarnkappe sei wirklich der Betreiber von boerse.bz – das hat doch was! Nun, es soll ja auch Leute geben, die Spiegelbest und Lars Sobiraj für ein und dieselbe Person halten… Auch Polizei und Staatsanwaltschaft haben wohl herzhaft gelacht – denn bisher hat sich hier keiner gemeldet… Immerhin die GVU signalisierte auf Anfrage, sie verfolge aufmerksam, wer und was sich da alles tut. Aber spekulieren wir erst später wieder.

Boerse.bz-User wollen Account-Löschung

Übrigens kamen wegen der boerse.bz Impressum-Sache ab Samstagmorgen 5 Uhr viele Anrufe zu uns: Werbung zu Klingeltonabos (wie in guten alten Zeiten bei Jamba) und Rechteinhaber, die auf boerse.bz ihre Werke gelöscht haben wollen. Und dann all die Telefonate mit der oftmals geäußerten Anruferbitte, sofort ihre Boerse.bz-Nutzer-Accounts zu löschen. Woher kommt das Gefühl all der Leute, schnellstens von boerse.bz weg zu müssen? Steckt dahinter das Gerücht, ein Insider habe der GVU die boerse.bz-Kundendaten geliefert? Das können wir nicht bestätigen… aber auch nicht dementieren.

Kommt das FBI ins Spiel?

Bestätigen hingegen können wir den Kontakt zur im Impressum genannten angeblichen Betreibergesellschaft von Boerse.bz. Unsere diesbezügliche Leidensgenossin ist die US-amerikanische Firefly Web Services Ltd. Sie hat sich aus steuerlichen Gründen auf der Inselgruppe Antigua niedergelassen. boerse.bz, firefly web services ltdDas Unternehmen erstellt Online-Shops. Auf telefonische Anfrage sagte der Angerufene, man schalte die US-Behörden ein. Mit dem illegalen Forum boerse.bz habe man nichts zu tun. Uns wurde mitgeteilt, das FBI nähme die Ermittlung gegen die Betreiber der Börse auf. Ob`s stimmt? Wer weiss. Vielleicht war das alles ja eine Marketing-Aktion von boerse.bz für den Eintritt in den amerikanischen Markt? Alle Achtung: Boerse.bz expandiert und goes international. Andererseits: was deutsche Behörden nicht vermochten – mal sehen wie sich US-Behörden so schlagen… Jedenfalls ist boerse.bz Geschichte, nun hat seit heute boerse.to die Bühne betreten…

Bildquelle: BlinkenArea.org – (CC-BY-SA 2.0)

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