Crime Network: Vier Phisher, die Konten ausgecasht haben, verhaftet

Bereits Ende November ist es Cyberkriminalisten aus Bamberg mit Unterstützung der sächsischen Polizei gelungen, vier Phisher bzw. Auscasher in Chemnitz festzunehmen, die User im Crime Network (CNW) waren. Gemäß bisheriger Ermittlungsergebnisse verursachten die Täter einen Gesamtschaden in Höhe von rund 260.000 Euro durch unberechtigte Geldabhebungen. Sie versuchten weitere 70.000 Euro abzuheben. Das veröffentlichte die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg in einer Pressemitteilung vom 03.12.2018.

 

Mittels im Netz abgefischter Zugangsdaten zum Online-Banking ihrer Opfer verschafften sich die vier Männer aus Sachsen Zugang zu deren Bankkonten und stellten diese darüber hinaus gegen Provision noch weiteren Personen zur Verfügung. Die Ermittler fanden heraus, dass sie zur Verschleierung ihrer Aktivitäten eine komplizierte Server-Infrastruktur aufgebaut hatten. Teil dieses Netzwerkes war auch die illegale Seite Tanchanger.to, die zwischenzeitlich abgeschaltet wurde. Zum Zwecke einer erleichterten Überweisungsdurchführung haben die Täter das TAN-Verfahren unter Verwendung der erbeuteten Zugangsdaten abgeändert. Der Datenaustausch untereinander soll über einen Cloud-Speicher erfolgt sein. Dieses komplexe Betrugsmodell erforderte laut Pressemitteilung eine monatelange mühevolle Ermittlungsarbeit aller am Fall Beteiligten. So weisen auch hier die Beamten darauf hin, dass die vermeintliche Anonymität des Internets keinen dauerhaften Schutz vor Strafverfolgung bietet.

Phisher nutzten Tanchanger.to für ihre Zwecke

Auf die Spur der Phisher sind die Beamten gekommen, da bei der Kriminalpolizeiinspektion Bamberg ein besonders schadensträchtiger Vorfall zu einer Anzeige führte. Im Zuge der Ermittlungen wurde klar, dass es sich dabei um keinen Einzelfall handelt, denn eine weitere Vielzahl ähnlicher Fälle konnten im gesamten Bundesgebiet nachgewiesen werden. Die Spur der Ermittlungen führte die Beamten schließlich in ein Chemnitzer Gewerbegebiet. Sie durchsuchten die Räumlichkeiten und stellten eine Vielzahl von Computern, Speichermedien und Smartphones sowie Bargeld in Höhe von 40.000 Euro sicher.

Derzeit sitzen die beschuldigten Phisher in Untersuchungshaft. Sie wurden in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten untergebracht. Zur Last gelegt wird ihnen gewerbs- und bandenmäßiger Computerbetrug und des Ausspähen von Daten. Das Gesetz sieht hierfür Freiheitsstrafen von einem bis zu zehn Jahren vor.

 

 

Beitragsbild Sandeep Swarnkar @ Unsplash, thx! (CC0 1.0)

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