BND speichert riesige Mengen an Metadaten

Der deutsche Auslandsgeheimdienst BND speichert 220 Millionen Metadatensätze pro Tag von Telefonaten und SMS und gibt diese an NSA und CIA weiter.

BND Schöningen, CC BY 2.0 Christine und Hagen Graf
BND Schöningen, CC BY 2.0 Christine und Hagen Graf BND-Schöningen, CC BY 2.0 Christine und Hagen Graf

Der deutsche Auslandsgeheimdienst Bundesnachrichtendienst (BND) sammelt offenbar im großen Stil Telekommunikations-Metadaten – rund 220 Millionen Datensätze pro Tag sollen es allein im Bereich Telefon und SMS sein. Diese werden für eine Woche bis sechs Monate gespeichert und vom BND ausgewertet.

Ein Prozent der Daten, die man als besonders interessant ansieht, speichert man langfristig für zehn Jahre. Damit jedoch nicht genug: die deutschen Agenten geben ihre Beute auch an NSA und CIA weiter. Die weitere Verwendung der Daten entzieht sich dann gänzlich deutscher Kontrolle. Wie sie selbst eingeräumt haben, nutzen die US-Behörden Daten wie die vom BND weitergereichten unter anderem für gezielte Tötungen.

Bei Metadaten, auch als Verbindungsdaten bezeichnet, handelt es sich um Informationen, die bei der Nutzung von Telekommunikation neben den eigentlichen Kommunikations-Inhalten anfallen. Dazu gehört, mit wem man kommuniziert hat, wann und wie lange das geschah, welche Geräte man benutzt hat und ähnliches. Das soziale Netz lässt sich so meist recht gut nachvollziehen. Außerdem lassen sich im Smartphone-Zeitalter mit Hilfe von Metadaten recht gute Ortungsdaten und Bewegungsprofile zusammenstellen.

BND speichert täglich 220 Millionen Daten

Der BND weiß all dies und befasst sich daher schon seit 2001 verstärkt mit dem Sammeln und Auswerten von Metadaten. Wie genau dies technisch abläuft beziehungsweise welcher Teil der nun dokumentierten Datenmenge auf welchem Wege gesammelt wird, ist derzeit nicht ganz klar. Bekannt ist, dass der BND sowohl Satellitenkommunikation als auch Internetkabel beziehungsweise -knotenpunkte abhört. Von der dabei anfallenden riesigen Datenmenge werden dann die genannten 220 Millionen Datensätze – nur ein kleiner Teil des gesamten Datenaufkommens – nach unbekannten Algorithmen ausgewählt und gespeichert. Soweit bekannt stammen diese Daten aus „ausländischen Wählverkehren“, also aus Telefonaten und SMS, die über Mobilfunk und Satelliten abgewickelt wurden. Neben Telefonaten und SMS speichert das BND bekanntermaßen auch Informationen über E-Mails und Soziale Netzwerke. Wie und in welchem Umfang das geschieht, ist aber bislang unbekannt.


BND (Logo)

BND (Logo)Es bleibt abzuwarten, ob die umfangreiche Datensammlung und Kooperation mit der NSA für den BND Folgen haben werden. Wahrscheinlich ist dies indes angesichts der Erfahrungen der letzten Jahre nicht.

Quelle: Zeit Online

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