Bleep: Anonymer Messenger veröffentlicht

bleep bittorrent.inc
Die Konkurrenz gerät in Zugzwang: Die Firma BitTorrent hat gestern die erste Vorabversion ihres neuen anonymen Chatprogramms Bleep vorgestellt. Bleep ist Pre-Alpha und vorerst nur für Windows 7 und 8 verfügbar. Die serverlose dezentrale Kommunikation soll aber schon jetzt garantieren, dass niemand die eigene Kommunikation mitschneiden kann. Auch sollen dabei keine Metadaten anfallen.

Das Unternehmen aus San Francisco ist mit der Bereitstellung des gleichnamigen BitTorrent-Clients bekannt geworden. Auf dem eigenen Blog wird kritisiert, nahezu alle Programme für Voice-over-IP-Telefonie oder Chats basieren auf zentralen Servern, was den Geheimdiensten das Mitschneiden der Kommunikation stark vereinfacht. Mit dem neuen Angebot will man sich neben regulären Nutzern auch an Mitarbeiter diplomatischer Dienste und an Journalisten wenden. Zwar sei die Nutzung der Software noch nicht frei von Fehlern. Die ausgetauschten Daten sollen aber schon jetzt vor dem Zugriff Dritter geschützt sein.

Gestern wurde die Pre-Alpha von Bleep vorgestellt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Chat-Programmen sind weder die ausgetauschten Inhalte noch die Metadaten der Kommunikationspartner verfügbar. Die Anonymität soll mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gewährleistet werden. Die BitTorrent Inc. glaubt, damit sei endgültig die „Post-Snowden Ära“ angelaufen. Zumindest kommt man mit der Veröffentlichung den anderen Anbietern zuvor. Die geplante iOS und Android-App Hemlis (von Peter Sunde & Co.) befindet sich noch in der geschlossenen Beta-Phase. Auch der von Kim Dotcom angekündigte verschlüsselte Messenger des Sharehosters MEGA wurde bislang noch nicht der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wer die erste Vorabversion von Bleep ausprobieren will und Windows 7 oder 8 nutzt, kann sich hier seine Einladung abholen. Schon bald soll das anonyme Chatprogramm auch für andere Betriebssysteme verfügbar sein.

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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3 Kommentare

  1. DMS sagt:

    Eine Firma aus den USA beschäftigt sich mit einem anonymen Nachrichtendienst (“Messenger”)? Die bekommen einen NSL – National Security Letter – und werden ganz einfach dazu vergattert, eine Hintertür einzubauen. Oder habe ich überlesen, daß das Teil Open Source wird? Zur Not kommt die Hintertür dann über Windows 7 & 8. Ein anonymer Dienst aus den USA – was für ein Schenkelklopfer. :-)

    • Lars Sobiraj sagt:

      Nein, die Software bei der BitTorrent Inc. ist leider nicht quelloffen.

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