Apple: versuchte Einflussnahme auf negativen MacBook Pro-Testbericht

tastatur under construction fernando arcos MacBook Pro
Apple-Manager Phil Schiller war mit dem negativen Testergebnis vom „Consumer Report“ des neuen MacBook Pro nicht einverstanden. Schiller verbreitete die Behauptung, das Magazin habe damit vor Weihnachten lediglich künstlich eine Schlagzeile produzieren wollen. Im Testbericht wurde die schlechte Laufleistung der MacBook Pro Akkus bemängelt.

Zwei Tage vor Weihnachten veröffentlichte das US-amerikanische Magazin Consumer Reports (vergleichbar mit Stiftung Warentest in Deutschland) einen Test der Leistung der Akkus der neuen Serie MacBook Pro. Im Apple Supportforum hatten sich zwischenzeitlich Berichte von frustrierten Käufern gesammelt. Apple behauptet, ihre Geräte laufen bis zu zehn Stunden am Stück. Zahlreiche Konsumenten berichten im Apple-Forum, ihre Laptops würden hingegen schon nach drei oder vier Stunden den Geist aufgeben.


In den Tests der Zeitschrift haben sich diese Erfahrungen betätigt. Die Laufleistung variierte von knapp vier bis zu beinahe 13 Stunden bei der kleinen Ausführung und bei den 15-Zoll-Geräten von 8 bis zu 18,5 Stunden. Apple Manager Phil Schiller war mit dem negativen Testergebnis wohl nicht einverstanden – siehe sein Tweet darunter:

Der Test der Akkus decke sich nicht mit den Ergebnissen seines Arbeitgebers. Schiller wies in einem Tweet auf einen Artikel des Magazins iMore hin. Dessen Autor vertritt die Ansicht, der „Consumer Report“ habe den Bericht nur deswegen gebracht, damit man kurz vor Weihnachten mal wieder negativ über ein Produkt berichten konnte.

Im Hause Apple werden offenbar Medien bevorzugt, die wie die New York Times das Material der hauseigenen Marketing-Abteilung ungeprüft übernehmen oder gleich die kompletten Rezensionen von Apple schreiben lassen, mutmaßt höchst ironisch das Portal fudzilla. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich – wie üblich – irgendwo dazwischen.

 

Bildquelle: Fernando Arcos, thx! (CC0 1.0 Universal)

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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Ein Kommentar

  1. Usefulvid sagt:

    Und wo ist ja jetzt die Einflussnahme? Das ein Apple Angestellter den Test öffentlich kritisiert ist doch keine Einflussnahme…

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