Anonymous startet #OpPegida

Article by · 5. Januar 2015 ·

Anonymous Germany Operation Pegida
Am gestrigen Sonntag startete das politisch motivierte Hackerkollektiv Anonymous die #OpPegida (Operation Pegida). Ab sofort müssen die Webseitenbetreiber dieser politischen Bewegung mit Hackangriffen und DDoS-Attacken rechnen. Zwischen Weihnachten und Neujahr wurden bereits die ersten Realnamen von Pegida-Verantwortlichen veröffentlicht.

Gestern wurde die #OpPegida per Pastebin, YouTube und Twitter bekannt gegeben. Das lose Kollektiv beobachte derzeit “mit Besorgnis” die Aktivitäten der Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (kurz: Pegida). Ziel der Bewegung sei es offenbar, “Angst und Panik” wegen einer befürchteten Islamisierung des Abendlandes zu verbreiten.

Das Hackerkollektiv merkt an: “Intoleranz und Alltagsrassismus sind keine adäquaten Methoden, mit welchen man komplexe Fragen zu Themen wie Flüchtlings-Politik und Religion beantworten kann.” Der kriminelle Hintergrund mancher Organisatoren wird hervorgehoben und die Tatsache, dass man sich dort häufiger auf das durchschnittliche Stammtischniveau deutscher Gastwirtschaften herablässt.

Anonymous will nach eigenen Angaben nicht weiterhin tatenlos zusehen, wenn hierzulande Fremdenhass durch diffuse Ängste gefördert wird. Deswegen wollen die Hacker ab sofort massiv gegen Pegida und deren Ableger im Internet vorgehen. Die in der Pressemitteilung erwähnten Webseiten sind noch alle unverändert online, offenbar ist die Aktion noch nicht im vollen Umfang angelaufen.

anonymous germany #oppegida logoKurz vor Weihnachten wurden aber bereits die Namen und Anschriften von Pegida-Organisatoren aus Berlin, Dresden, Meißen und Bornheim veröffentlicht. Allen Demonstrationsteilnehmern wird in dem Dokument geraten, sich vorher über den Hintergrund der Hauptverantwortlichen zu informieren. Unverständlich für die Aktivisten ist auch die Anzahl der Teilnehmer bei einer Demonstration in Dresden, wobei dort der Anteil der Muslime unter einem Prozent liegt. Fragt sich also, mit welcher Motivation die knapp 18.000 Menschen in Dresden auf die Straße gegangen sind.

Update:
5 Stunden nach Veröffentlichung des Artikels ist die erste Webseite bereits offline. www.kagida.de ist derzeit nicht mehr erreichbar. Anfangs wurde lediglich eine Sicherheitslücke des Webservers ausgenutzt, um die Inhalte nicht mehr zugänglich zu machen. Jetzt steht die Webseite unter DDoS und kann gar nicht mehr besucht werden. Auch die Webseite Patrioten.net ist momentan aufgrund heftiger DDoS-Attacken nicht erreichbar.


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