Anonymous startet #OpPegida, will Pegida-Sites abschießen

Am gestrigen Sonntag startete das politisch motivierte Hackerkollektiv Anonymous #OpPegida. Pegida-Portale will man mit DDoS down nehmen.

#OpPegida

Am gestrigen Sonntag startete das politisch motivierte Hackerkollektiv Anonymous die #OpPegida (Operation Pegida). Ab sofort müssen die Webseitenbetreiber dieser politischen Bewegung mit Hackangriffen und DDoS-Attacken rechnen. Zwischen Weihnachten und Neujahr haben die Aktivisten bereits die ersten Realnamen von Pegida-Verantwortlichen veröffentlicht.

Gestern hat man die #OpPegida bei Pastebin, YouTube und Twitter bekannt gegeben. Das lose Kollektiv beobachte derzeit „mit Besorgnis“ die Aktivitäten der Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (kurz: Pegida). Ziel der Bewegung sei es offenbar, „Angst und Panik“ wegen einer befürchteten Islamisierung des Abendlandes zu verbreiten.


Das Hackerkollektiv merkt an: „Intoleranz und Alltagsrassismus sind keine adäquaten Methoden, mit welchen man komplexe Fragen zu Themen wie Flüchtlings-Politik und Religion beantworten kann.“ Der kriminelle Hintergrund mancher Organisatoren wird hervorgehoben und die Tatsache, dass man sich dort häufiger auf das durchschnittliche Stammtischniveau deutscher Gastwirtschaften herablässt.

#OpPegida = digitale Steinchen auf Pegida-Webseiten werfen

Anonymous will nach eigenen Angaben nicht weiterhin tatenlos zusehen, wenn hierzulande Fremdenhass durch diffuse Ängste gefördert wird. Deswegen wollen die Hacker ab sofort massiv gegen Pegida und deren Ableger im Internet vorgehen. Die in der Pressemitteilung erwähnten Webseiten sind noch alle unverändert online, offenbar ist die Aktion noch nicht im vollen Umfang angelaufen.

anonymous germany #oppegida logoKurz vor Weihnachten wurden aber bereits die Namen und Anschriften von Pegida-Organisatoren aus Berlin, Dresden, Meißen und Bornheim veröffentlicht. Allen Demonstrationsteilnehmern wird in dem Dokument geraten, sich vorher über den Hintergrund der Hauptverantwortlichen zu informieren. Unverständlich für die Aktivisten ist auch die Anzahl der Teilnehmer bei einer Demonstration in Dresden, wobei dort der Anteil der Muslime unter einem Prozent liegt. Fragt sich also, mit welcher Motivation die knapp 18.000 Menschen in Dresden auf die Straße gegangen sind.

Update:

Fünf Stunden nach Veröffentlichung des Artikels ist die erste Webseite bereits offline. www.kagida.de ist derzeit nicht mehr erreichbar. Anfangs hat man lediglich eine Sicherheitslücke des Webservers ausgenutzt, um die Inhalte nicht mehr zugänglich zu machen. Jetzt steht die Webseite unter DDoS. Man kann sie folglich gar nicht mehr besuchen. Auch die Webseite Patrioten.net ist momentan aufgrund heftiger DDoS-Attacken nicht erreichbar.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.