Anonymous hackt KenFM.de und bietet Daten an – „Lulz garantiert“

Anonymous hat nach eigenen Angaben das alternative Medium KenFM.de gehackt und bietet nun Journalisten Zugang zu den Daten an.

Bildquelle: Tarik Haiga

Anonymous hat sich offenbar Zugriff auf das Portal KenFM.de verschafft – und damit auch auf Informationen über Abonnenten und Spender. Das gab das Hackerkollektiv über die eigene Website bekannt und verspricht interessierten Journalisten Zugang zu den Daten von Inhaber Ken Jebsen, den die Gruppe den „Vater der alternativen Fakten“ nennt.

Anonymous über KenFM.de: Fake News und Abzocke

„Verschwörungsideologe, Antisemit, Spinner, Lügner und Abzocker … Ken Jebsen ist vieles. Und jetzt ist er auch gehackt und defaced“, schreibt Anonymous auf seiner Homepage. Der ehemalige Moderator des RBB geriet insbesondere während der Corona-Pandemie oft in die Schlagzeilen und gehört zu den größten Akteuren der sogenannten Alternativmedien. „Er hat mit Antisemitismus, Verschwörungsmythen und Umsturzphantasien viel Geld verdient. Journalist und damit der Wahrheit verpflichtet ist er seit langem nicht mehr. Er verarscht die Menschen einfach ganz offen“, begründen die Aktivisten den jüngsten Hack.

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39.000 persönliche Daten von Abonnenten

Weiterhin heißt es, Ken Jebsen habe lange Zeit als unhackbar gegolten. Die Admins hätten zu gut aufgepasst und die Plugins von KenFM.de seien beispielsweise immer aktuell gewesen. Ein einziger Fehler habe aber ausgereicht. „Es begann mit einer Stored-XSS-Lücke. Anons hatten sie beim Scannen der Website entdeckt und wollten schauen, ob sie damit etwas anfangen können. Konnten sie nicht, aber die fanden Juicy Fruits.“

Man habe daraufhin „ein bisschen weitergeschaut“ und sei auf einen SQL-Dump gestoßen. Dieser enthält nach eigenen Angaben unter anderem 39.000 persönliche Daten von Abonnenten. Hinzu kommen Spenderdaten und 3 GB an Dateien und Tokens. „Wir werden interessierten Journalisten natürlich auf Nachfrage die Daten zur Verfügung stellen“, versprechen die Hacker. Die gestohlenen Informationen sollen es laut Anonymous auch wert sein, einen Blick hineinzuwerfen: „Bei solch einem Fund allein ist schon Lulz garantiert.“

Am Samstag war auf der Domain noch eine Nachricht der Gruppe zu sehen, mittlerweile ist die Seite wieder hergestellt. Ken Jebsen äußerte sich derweil zum Angriff nicht und macht mit KenFM.de wie gewohnt weiter.

Tarnkappe.info

Lars Becker

Student und schon lange im Journalismus unterwegs. In der Vergangenheit Mitarbeiter für eine Vielzahl von klassischen Printzeitungen und Newsportalen. Erst für Lokalredaktionen, dann Sport und Gaming, seit Anfang 2020 im Dienst für die Tarnkappe. Abseits davon bin ich vor allem interessiert an Geopolitik, Geschichte und Literatur.