50.000 Uploads: Kino.to-Prozess gegen Skyload angelaufen (Update)

Seit heute müssen sich vor dem Amtsgericht Leipzig zwei Männer verantworten. Ihnen wird der Betrieb des illegalen kino.to-Sharehosters Skyload vorgeworfen.

Skyload

Seit dem heutigen Montag müssen sich vor dem Leipziger Amtsgericht zwei Männer wegen dem Verdacht auf gemeinschaftliche gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzungen verantworten. Man wirft ihnen vor, den Sharehoster Skyload betrieben zu haben. Laut Anklage waren sie ihre besten Kunden, im Laufe der Zeit haben sie auf ihren Servern für Kino.to über 50.0000 illegale Filmmitschnitte hochgeladen.

kino.to & Skyload: Justiz arbeitet noch immer alte Fälle ab

Obwohl das Streaming-Portal Kino.to von der Polizei bereits im Juni 2011 hochgenommen wurde, sind noch nicht alle Gerichtsverfahren abgewickelt. Heute und morgen stehen vor dem AG Leipzig zwei Männer im Alter von 29 und 32 Jahren vor dem Amtsgericht Leipzig. Im Einzelnen wird ihnen vorgeworfen, den Sharehoster Skyload betrieben zu haben. In enger Zusammenarbeit mit Dirk B. von Kino.to wurden darüber Kopien von TV-Serien und Spielfilmen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Die Anklage wirft einem der beiden Betreiber vor, er habe eigenhändig mehr als 50.0000 Filmmitschnitte auf seinen Servern hochgeladen.

Die beiden Angeklagten im aktuellen Prozess führten ihren Sharehoster auch nach dem Ende von Kino.to weiter. Sie kooperierten nach der Verhaftung von Dirk B. mit Movie4k und KinoX. Der Niedergang von RapidShare und das Aus von Megaupload sorgten vorübergehend für ein erhebliches Wachstum dieses Anbieters. Laut der Google-Tochter doubleclick hat man dort kurz vor Ende des Betriebs monatlich etwa 6,2 Millionen Seitenzugriffe generiert. Man hoffte über die Vermarktung von Online Werbung und den Verkauf von Premium-Accounts hohe Umsätze zu generieren. Ein Großteil der Einnahmen musste aufgrund der hohen Betriebskosten investiert werden, sagte einer der Angeklagten heute vor Gericht. Für ihn sei das Projekt im Rückblick ein Minusgeschäft gewesen. Am morgigen Dienstag wird das Verfahren fortgesetzt.

Richter Mathias Winderlich kündigte am Montag an, für ihr umfassendes Geständnis könnten sie im Höchstfall mit zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung rechnen. Den Gründer und Organisator von Kino.to, Dirk B., hat man 2012 zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Weitere Beteiligte erhielten in den letzten Jahren in mehreren Strafprozessen unterschiedlich hohe Bewährungs- und Haftstrafen.


Update

Aufgrund der umfangreichen Geständnisse kam das Gericht schon am gestrigen Dienstag zu einem Urteil. Wie Amtsrichter Mathias Winderlich bekannt gab, hat man die beiden Angeklagten jeweils zu Bewährungsstrafen von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Sie erhielten zusätzliche Geldstrafen in Höhe von 75.000 Euro und 1.500 Euro. Weder Verteidigung noch Staatsanwaltschaft wollen gegen das Urteil in Revision gehen, damit ist das Urteil schon jetzt rechtskräftig.

Update vom 18. September 2018: Wegen der aufwändigen Auswertung der Server wurde den Angeklagten 35.000 Euro in Rechnung gestellt, wir uns heute einer der Betroffenen mitgeteilt hat. Dazu kam für die Macher von Skyload eine Geldstrafe von 1.500 und 75.000 Euro nebst der anderen Aufwendungen.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.