Kostenlos-Mentalität bei Software weit verbreitet

Article by · 2. November 2014 ·

boerse.bz geld
Laut einer aktuellen Studie vom Branchenverband BITKOM möchte jeder Zweite keinen Cent für PC-Software ausgeben. Bei Smartphones und Tablet-PCs ist die Zahlungsbereitschaft weitaus höher. Dort investiert fast jeder Vierte in Apps. Die Ausgaben liegen bei durchschnittlich 9 Euro pro Person und Jahr.

Im September dieses Jahres wurden über 1.300 Personen im Alter ab 14 Jahren befragt. 51 Prozent der Befragten gaben an, überhaupt kein Geld für Computer-Software auszugeben. Dementsprechend investieren nur rund 34 Millionen Bundesbürger in Spiele, Anti-Viren-Software oder sonstige Anwenderprogramme für Desktop-PCs oder Notebooks.

BITKOM-Vertreter Manuel Fischer kritisiert den Sparwillen vieler Konsumenten: „Für den Rundfunkbeitrag zahlt jeder Haushalt pro Jahr über 200 Euro, für Mobilfunk, Festnetz und Internet sind es schnell 600 Euro, aber bei Software gibt es eine weit verbreitete Kostenlos-Mentalität.

25 Prozent der Befragten nutzen ausschließlich Freeware wie Apache Open Office & Co. 11 Prozent nutzen gar keinen PC. Fischer hält es für besonders erschreckend, dass kaum jemand bereit ist, in seine Sicherheit zu investieren, indem aktuelle Anti-Virenprogramme gekauft werden. Nur wer Software kauft sei dazu in der Lage, die vielen Möglichkeiten der Hardware voll und ganz auszunutzen.

23 Prozent der Befragten gaben an, Apps für ihre Smartphones und Tablet-PCs zu kaufen, das entspricht 16 Millionen Bundesbürgern. Mit durchschnittlich 9 Euro pro Jahr und Person liegen die Ausgaben für Apps allerdings weit unter den Ausgaben für PC-Software. Viele nutzen zudem ausschließlich kostenlose Apps.

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9 Comments

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    Den meisten geht der Datenschutz leider am Arsch vorbei. Sie bezahlen lieber mit ihrer Privatsphäre. Und 9€ sind ein schlechter Witz. Hier besteht offentsichtlich keinerleich Einsicht, mit wieviel Aufwand Softwareentwicklung verbunden ist. Und dann wundert man sich wenn’s nur noch Schrott im Appstore gibt. Wo die Leite lieber 100 € für virtuelles Spielgeld ausgeben als einmal 15 für ein Spiel. Traurig, aber die Menschen sind halt doof.

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    Ticketking

    Der Twitter-Account der GVU zeigt ein Flugticket eines Flüchtigen Richtung Ostblock:
    https://twitter.com/ChrEhlers/
    http://abload.de/img/ttiivvsyo.jpg

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    Vobermann

    Wie ein Vorredner schon erwähnte: Es grenzt schon an Dreistigkeit, dem Nutzer den Vorwurf zu machen, er würde kein Geld für Software ausgeben wollen, zumal für eine bestimmte Gerätekategorie. Mal ganz abgesehen davon, dass der Rundfunkbeitrag eine Pflichtgebühr ist, die selbst dann erhoben wird, wenn der Haushalt zu schlau ist, um deutsches “Fernsehprogramm” zu gucken, sollte der gesunde Unternehmerverstand dann einmal innehalten und seine Ressourcen dann darauf fokussieren, die Verbrauchersoftware auf der meistakzeptiertesten Plattform zu entwickeln. Unternehmer sollen sich ihrer Zielgruppe anpassen, nicht umgekehrt, Herr Fischer.

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      mario

      das witzige ist ja, dass ich ca. ein jahr lang (bin “damals” umgezogen) nach meinem neustart komplett ohne tv, pc, radio oder smartphone gelebt habe. konnte ich mir auch gar nicht leisten. ein auto hatte ich ebenfalls nicht. das habe ich alles so angegeben. aber die GEZ musste ich trotzdem zahlen. haushaltsabgabe oder wie das heißt. und nur, weil es heute ganz einfach möglich WÄRE, medien über alles mögliche zu konsumieren. ja, das ist verdammt dreist! die hätten mich ja überprüfen können, aber darin lag wohl kein interesse! da pack ich mir echt an den kopf!
      mittlerweile habe ich einen tv, einen pc und internet. auch ein smartphone. aber ich höre kein radio, noch gucke ich die ÖR. ich bezahle aber dafür, nur weil ich es könnte.
      egal wie man es dreht, man zahlt! ob man es nun konsumiert oder nicht. das ist abzocke! also warum sollten wir uns nicht was zurück holen? gut, da kann die GEZ jetzt nichts für, aber die wirtschaft! so du mir, so ich dir. ist zwar asi, aber wie gesagt, so du mir so ich dir xD

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      tarnkappe

      Den Vergleich von BITKOM mit der Haushaltspauschale haben viele Leute nicht nachvollziehen können.

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    Esther

    Ich weiß nicht, ob das wirklich “Kostenlosmentalität” ist. Als Betriebssystem ist mir Linux sympathischer und auch ausreichend. Das beinhaltet ein ausgesprochen gutes Officepaket, verschiedene Reader, Browser, Mailprogramme und vieles mehr. Eine Firewall ist schon integriert, Virenschutzprogramme sind für Linux überflüssig, für die Windowsrechner meiner Kinder reicht ein kostenloses Programm, weil darauf keine wervollen Daten gespeichert sind.

    Für mich brauche ich ganz einfach keine kostenpflichtigen Programme. Nur meine Kinder bekommen gelegentlich eine Spiele-DVD. Es ist ganz einfach überflüssig Geld für Programme auszugeben, die man in vergleichbarer Qualität kostenlos bekommt.

    Mit illegalen Anwendungen hat das nichts zu tun.

    Esther

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      Das ist ja auch alles ok. Bei freier Software ist das nochmal was anderes. Kritisch wird es, wenn man seine Mails lieber von Gmail auswerten lässt, als ein paar Euro für einen Vernüftigen Mailanbieter zu zahlen. Oder lieber Billigapps mit Werbebannern als was vetnüftiges für 2 Euro zu installieren.

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    rhgb

    […] seine Sicherheit zu investieren, indem aktuelle Anti-Virenprogramme gekauft […]

    selten so gelacht! ein tube schlangeöl neben dem Pc tut es auch.

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    Tarnkappe_Mysterion

    Mach ich auch so. Hab einfach nicht die Kohle für 4-stellige teure Software als Privatanwender. Und die Produkte nutze ich auch nicht kommerziell und oft. Da lohnt sich ein Kauf für mich einfach nicht. Ist aber nicht die feine englische Art.


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