Google ändert Suchalgorithmen für „bekannte Opfer“

Google versucht mit neuen Ranking-Maßnahmen verleumderische Inhalte zu unterdrücken. Ob das allerdings Früchte tragen wird, ist fraglich.

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Google aktualisiert seine Suchalgorithmen. Damit will das US-amerikanische Unternehmen verhindern, dass Websites mit rufschädigenden Inhalten angezeigt werden. Vorausgegangen war dem eine Reihe von investigativen Berichten der New York Times, die ein riesiges Netz von Websites aufgedeckt hatte, die unbewiesene und potenziell lebensgefährliche Behauptungen über Personen beinhalten.

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Google: Erwartet keine Wunder

Viele Menschen kämpfen täglich darum, rufschädigendes Bildmaterial oder verleumderische und diffamierende Informationen aus dem Internet zu entfernen. Der Suchmaschinenmarktführer nimmt nun eine Reihe von Änderungen an seinen Rankings vor, um entsprechenden Seiten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dies sollte einen „signifikanten und positiven Einfluss“ für die Betroffenen haben, meint David Graff. Googles Vizepräsident für globale Richtlinien und Standards sowie Vertrauen und Sicherheit erwartet allerdings keine Wunder, denn „wir können das Web nicht kontrollieren, aber wir können verantwortungsvolle Bürger sein“.

Die jüngsten Änderungen von Google könnten dazu beitragen, dass sich jene Beiträge nicht mehr unter die Suchergebnisse mischen. Die NYT führte im Vorfeld ein eigenes Experiment durch und berichtete, dass das vollständige Entfernen solcher Beiträge etwa 20.000 US-Dollar gekostet hätte. Einzelne Websites und Dienste verlangten Berichten zufolge mehr als 700 Dollar pro Beitrag.

„Bekannte Opfer“

Damit könnte nun Schluss sein: Wenn Nutzer nun melden, dass sie Opfer einer dieser Seiten geworden sind, registriert Google diese Person als „bekanntes Opfer“. Daraufhin werden automatisch ähnliche Ergebnisse für den Namen dieser Person unterdrückt. Zu dieser Kategorie gehören beispielsweise auch Personen, deren Nacktfotos ohne ihre Zustimmung online einsehbar sind. Betroffene können nun die Unterdrückung expliziter Ergebnisse für ihre Namen anfordern.

Einige der Änderungen sind Berichten zufolge bereits in Kraft getreten, weitere werden in den kommenden Monaten folgen. Wie effektiv die neuen Maßnahmen tatsächlich sind, bleibt abzuwarten. NYT berichtet, dass erste Tests bereits Probleme aufzeigten. Zwar seien Beiträge für einige Nutzer „größtenteils“ verschwunden, jedoch stellte die US-amerikanische Zeitung fest, dass Googles Änderungen bei so manchem Fall eine schlechtere Wirkung erzielten. Das Internet vergisst eben nicht.

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Student und schon lange im Journalismus unterwegs. In der Vergangenheit Mitarbeiter für eine Vielzahl von klassischen Printzeitungen und Newsportalen. Erst für Lokalredaktionen, dann Sport und Gaming, seit Anfang 2020 im Dienst für die Tarnkappe. Abseits davon bin ich vor allem interessiert an Geopolitik, Geschichte und Literatur.