Combi: BKA führte Razzia bei sechs Vendoren durch

Das war's für Combi. Das BKA nahm im Mai 2020 drei Tatverdächtige fest. Sie sollen gemeinsam Rauschgift im großem Umfang verkauft haben.

Das war es für die Vendoren von „Combi“. Unter der Sachleitung der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – nahm das Bundeskriminalamt (BKA) im Mai 2020 drei Tatverdächtige fest. Ihnen wird vorgeworfen, im Darknet und Clearweb Rauschgift in nicht geringen Mengen verkauft zu haben. Dies gab das BKA in einer Pressemitteilung bekannt.

Händler-Team Combi abgeschaltet, weltweiter Vertrieb von Betäubungsmitteln fand ein Ende

bka logoAufgrund intensiver Ermittlungsarbeiten seit Januar 2020 gelang es dem BKA, drei deutsche Staatsangehörige aus Herford zu identifizieren. Die Beamten kamen den Beschuldigten auf die Spur durch die Abschaltung eines großen Darknet-Marketplaces. Die Täter sollen bereits seit 2017 online Betäubungsmittel im großen Stil vertrieben haben. Darunter Heroin, Kokain, Ecstasy, Amphetamin, Crystal Meth und Cannabis.

Die angebotene Ware bezogen die Dealer hauptsächlich aus den Niederlanden. Sie vertrieben die Drogen unter dem Pseudonym „Combi“ über mehrere Darknet-Plattformen, u.a. auch über Wall Street Market. Zudem nutzten sie einen anonym betriebenen Online-Shop im Clearweb. Versandt wurden die Rauschmittel von Herford aus per Post, sowohl im Land, aber auch weltweit. Abnehmer befanden sich in den USA, in Kanada und Australien.

Abschaltung des Darknet-Marketplaces Wall-Street-Market führte zum Aufspüren der Täter

Wie der Spiegel berichtet, nahmen Beamte mit der Abschaltung des Wall Street Markets im Mai 2019 auch die Spur von Combi auf. Die Ermittlungen erstreckten sich offenbar nicht nur gegen die mutmaßlichen deutschen Plattform-Betreiber, sondern auch gegen die Vendoren. Razzien in Herford und Bielefeld führten in dem Fall bei den insgesamt sechs Beschuldigten zur Sicherstellung zahlreicher Beweismittel. Man sicherte Rauschgift, Schusswaffen und Bitcoin, sowie Vermögenswerte in Höhe von rund 250.000 Euro. Gegen drei Tatverdächtigen im Alter von 27, 29 und 30 Jahren ergingen Haftbefehle. Sie befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.


Auch Vendoren im Blick der Ermittler

Martina Link, Vizepräsidentin beim Bundeskriminalamt, zieht eine erste Bilanz.

„Dieses Verfahren ist ein weiterer Beleg dafür, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist. Wenngleich Anonymisierung und Kryptierung, gerade auch im Darknet, die Ermittlungsarbeit mitunter erheblich erschweren, führen das Know-how und die Beharrlichkeit unserer Ermittler, Analysten und Forensiker immer wieder zu bedeutenden Erfolgen. Nach den erfolgreichen Maßnahmen gegen die Betreiber der Darknet-Plattform „Wall Street Market“ und des Online-Shops „Chemical Revolution“ im vergangenen Jahr zeigen die aktuellen Festnahmen, dass wir auch die Verkäufer, die solche Plattformen nutzen, im Blick haben und konsequent strafrechtlich verfolgen.“

Tarnkappe.info

Über den Autor

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.