BESERTELESALES A.S: neue kinoX.to-Abzocke aufgetaucht

Nachgemachte E-Mails der Firma BESERTELESALES A.S werden derzeit massenhaft verschickt. Die Opfer werden auch telefonisch dazu aufgefordert, 199 Euro an die Istanbuler Bank des Internetdienstleisters zu zahlen.

Dirk Buchhalla, der CIO der Medienkanzlei gulden röttger, berichtete kürzlich über neue Fake-Abmhnungen, die momentan verschickt werden. Die Empfänger sollen rund 200 Euro binnen weniger Tage bezahlen, weil sie das Streaming-Portal Kinox.to besucht haben.

Bei der Popularität von KinoX tun dies viele Menschen, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es genug Unbedarfte gibt, die der Firma BESERTELESALES A.S tatsächlich 199.90€ überweisen. Die dafür erfolgte Dienstleistung lautet, man habe Daten vom Server (von welchem auch immer ?) entfernt. Auch telefonisch gebe es ähnliche Vorwürfe. „Die Daten seien gespeichert und deren Löschung würde 199,99€ kosten„, wurde den Opfern mitgeteilt.

Die Kriminellen gehen bei ihren Betrugsversuchen nicht gerade zimperlich vor. Wer seine Schuld nicht innerhalb der viel zu kurz angesetzten Frist begleicht, muss angeblich mit einer strafrechtlichen Verfolgung (wohl wegen dem Besuch einer offensichtlich rechtswidrigen Webseite) zuzüglich zu einem gerichtlichen Mahnverfahren rechnen. Außerdem habe das Verfahren negative Auswirkungen auf die bei der Schufa hinterlegten Daten des Schuldners. Dumm nur, dass die Absender nicht einmal dazu in der Lage waren, die Schufa richtig zu schreiben.

Rechnung oder Anruf von der BESERTELESALES A.S erhalten? Was tun?

Am Telefon sofort auflegen. Bei Erhalt E-Mail löschen, keine Anhänge öffnen und auf gar keinen Fall auch nur einen Cent an das Konto mit der IBAN TR080020500009444730800101 bzw. BIC KTEFTRIS überweisen. Wie Buchhalla so schön schreibt, werde man sein Geld garantiert „niemals wieder sehen“. Die E-Mails sind voller Rechtschreibfehler, was sich hoffentlich negativ auf deren Erfolg auswirkt. Ansonsten ist die Masche eigentlich ganz clever, weil es vergleichsweise viele Menschen gibt, die dort in den letzten Monaten online waren. Außerdem werden seit April dieses Jahres nicht wenige von der höchstrichterlichen Entscheidung des EuGH zum Thema Streaming-Webseiten gehört haben. Manche weniger gut Informierte wird man damit in Angst und Schrecken versetzen können, die dann der Zahlungsaufforderung nachkommen.

P.S.: Hoffentlich rufen die mich mal an. Ich würde dann zu gerne wissen, welche Daten von wessen Servern entfernt wurden. Ach ja, eine ladungsfähige Adresse in Deutschland wäre auch noch spannend für meine Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle. Aber die wird man am Telefon sowieso nicht freiwillig herausrücken.

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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Ein Kommentar

  1. Korrupt sagt:

    Oh, sowas. ich dachte, du schreibst über coin-hive.com, die nimmt Kinox grade auch zum Minen über Besucherbrowser. Scheint ein Ding zu werden.

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