AI Bar: per Gesichtserkennung zu schnelleren Drinks?

Die Bar mit dem Namen 5cc Harrild & Sons in London hat die Hilfe einer KI, AI Bar, in Anspruch genommen, um die Barkeepern zu unterstützen.

AI Bar Data Sparq

5cc Harrild & Sons wurde als weltweit erster Cocktailclub mit Kameras und Sensoren ausgestattet. Personen, die an die Bar kommen, stellt man in eine „intelligente virtuelle Warteschlange“. Es ist wie ein digitales „take a number“-System, das jedoch auf Gesichtserkennung basiert. Auf diese Weise überwacht man in London den Bestellvorgang, den man dabei gleichzeitig optimiert. Dies ermöglicht die Gesichtserkennungs-Software AI-Bar.


AI Bar soll alles schneller und fairer gestalten

5CC Cocktail Club London AI BarDie in den Cocktailclub integrierte Gesichtserkennungs-Software „AI Bar“ entwickelte das britische Unternehmen DataSparQ. Das „AI Bar“-Software-as-a-Service-Produkt kann man für 199 Britische Pfund pro Monat mieten. Es funktioniert mit einer Standard-Webcam, einem Bildschirm und einer Internetverbindung. Das System soll gewährleisten, dass die Kunden ein Getränk in der Reihenfolge erhalten, in der sie angekommen sind und nicht danach, wer sich am besten durchsetzt. Sobald sich Besucher am Tresen anstellen, scannt die Kamera ihr Gesicht. Das System kalkuliert dann die Wartezeiten eines jeden Gastes. Das soll den Bar-Besuch effizienter gestalten und für eine schnellere sowie faire Bearbeitung von Bestellungen sorgen.

System filtert Minderjährige heraus

Die Gäste können sehen, wann sie bedient werden, indem sie auf einem Bildschirm schauen. Dort zeigt man einen Live-Feed der Kamera an, in dem alle Benutzer aufgezeichnet werden, die auf ein Getränk warten. Das DataSparQ-System merkt sich die Reihenfolge, in der sich die Benutzer der Bar nähern. Es platziert einen Kreis mit einer Zahl um ihr Gesicht auf dem Bildschirm. Barkeeper wissen, wen sie in welcher Reihenfolge bedienen sollen, indem sie ein Tablet konsultieren. Das Verfahren soll zudem Barkeepern helfen, den Überblick darüber zu behalten, wessen Ausweis sie noch überprüfen müssen. Bei jung aussehenden Besuchern fordert das System sie dazu auf, den Ausweis bereitzuhalten und teilt den Mitarbeitern mit, dass sie sie überprüfen müssen. Benutzerdaten werden am Ende jeder Nacht sowohl lokal, als auch aus der Cloud gelöscht.

Effizienz noch ausbaufähig

Data SparqAktuell liefere die Gesichtserkennung zu über 80 Prozent korrekte Ergebnisse. Die Entwicklung der AI Bar steckt laut Aussage der Entwickler noch in den Kinderschuhen. Auf lange Sicht will DataSparQ das System um zahlreiche Funktionen erweitern. Mit der Zeit soll sie noch dazulernen, denn bisher müssen Barkeeper Personen, die mehrfach an der Bar waren, aber als zwei Personen erkannt wurden, per Hand zusammenführen, um den Fehler zu korrigieren. Zukünftig möchte DataSparQ auch einige nützliche Funktionen hinzufügen. Darunter die Möglichkeit für Kunden, ihre Getränke nachzubestellen, während sie sich noch in der Warteschlange befinden.

Mögliche künftige Einsatzgebiete der Software

big brother watch cameraDataSparQ postuliert AI Bar als eine Win-Win-Situation. Kunden haben weniger Wartezeiten und Bars sind bereit, mit schnellerem Service mehr Geld zu verdienen. DataSparQ-Geschäftsführer John Wyllie ist vom Produkt überzeugt:

„Die AI Bar sorgt für ein stressfreies System, das die Bestellung von Getränken für Trinker und Barpersonal gleichermaßen bequemer macht. Wir sind in Gesprächen mit Getränkeunternehmen und Gastronomen, um die Technologie in den nächsten 12 Monaten landesweit einzuführen. Das System kann man überall intallieren, es ist skalierbar. Wir gehen davon aus, dass es in Bars startet, sich auf Musikfestivals und darüber hinaus etablieren wird. “

Silkie Carlo, die Direktorin von Big Brother Watch, einer gemeinnützigen Organisation in Großbritannien, die sich für den Schutz der bürgerlichen Freiheiten einsetzt, bleibt skeptisch:

„Es ist ein trauriger Zustand, wenn wir nicht einmal ein Bier genießen können, ohne von der KI überwacht zu werden. Man könnte erwarten, dass die KI Warteschlangen kontrolliert … in China, aber nicht in Großbritannien.“

Tarnkappe.info

 

Beitragsbild: Pressemitteilung von DataSparQ, thx!

Ich bin bereits seit Januar 2016 Tarnkappen-Autor. Eingestiegen bin ich zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibe ich bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, greife aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Meine Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.