Neuseeland: DDoS-Attacken legen NZX-Börse zweimal lahm

DDoS-Attacken suchen derzeit die NZX-Börse in Neuseeland heim. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen musste der Aktienmarkt offline gehen.

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NZX Bildquelle: pix1861-, thx! (Pixabay Lizenz)

Unbekannte haben zweimal den neuseeländischen Aktienmarkt angegriffen. Eine Distributed Denial of Service-Attacke verursachte an der New Zealand Exchange-Börse (NZX) am Dienstag und Mittwoch eine Zwangspause, wie die Presse in Neuseeland berichtet. NZX ist überzeugt, dass die Täter aus Übersee stammen.

Angriff erzwingt Handelsstopp bei NZX

„Zu den betroffenen Systemen gehörten die NZX-Websites und die Plattform für Marktankündigungen. Daher beschloss die NZX, den Handel an ihren Kassamärkten um ca. 15.57 Uhr einzustellen“, sagte die Börse über den ersten Angriff am Dienstag, der ihre Server massiv überlastete. Der Ausfall kam ausgerechnet dann, als der neuseeländische Markt gerade nahe an seinem Allzeithoch war. Der S&P/NZX 50-Index schloss bei 11.993,18 Punkten. Das war ein Anstieg um 72,10 Punkte oder 0,6 Prozent. Die gute Nachricht für den Aktienmarktplatz:  „Der Angriff konnte abgemildert werden, und die Konnektivität wurde nun für NZX wiederhergestellt“, hieß es am Dienstag. Zu diesem Zeitpunkt wussten die Verantwortlichen noch nicht, dass sich das Spiel am nächsten Tag wiederholen sollte. Am Mittwoch schlugen die Unbekannten erneut zu und die Börse blieb von 11 Uhr Ortszeit bis etwa 15 Uhr offline.


NZX vermutet ausländische Akteure

NZX teilte mit, dass es „Probleme mit der Netzwerkverbindung“ gegeben habe. Nach Angaben eines Sprechers arbeitet die Börse mit ihrem Netzwerk-Dienstleister Spark an einer Lösung, um derartige Ausfälle zukünftig zu verhindern. „Es scheint, dass der gestrige Vorfall Ähnlichkeit mit dem heutigen hat“, sagte der Sprecher über den erneuten Angriff am Mittwoch.

Aber wer steckt hinter den DDoS-Attacken? New Zealand Exchange zeigt den Finger auf „Hacker in Übersee“, die verantwortlich seien für den „volumetrischen DDoS-Angriff „. Einen Grund für ihre Vermutungen nennen sie nicht. Der Handel läuft bei NZX mittlerweile auch schon weiter, die Angriffe werfen allerdings Fragen bezüglich der Sicherheit der neuseeländischen Börse auf.

Die mehrfachen Ausfälle folgen auf eine Reihe von anderen Angriffen in der Region. Im Juni offenbarte der australische Premierminister Scott Morrison, dass eine Reihe politischer und privatwirtschaftlicher Organisationen Ziel eines Cyber-Angriffs waren. Sei seien ausgeführt wurden von einem „hochentwickelten staatlichen Cyber-Akteur“. Ob diese Angriffe mit den Vorfällen an der neuseeländischen Börse in Verbindung stehen, ist aktuell noch unklar.

Tarnkappe.info

Student und schon lange im Journalismus unterwegs. In der Vergangenheit Mitarbeiter für eine Vielzahl von klassischen Printzeitungen und Newsportalen. Erst für Lokalredaktionen, dann Sport und Gaming, seit Anfang 2020 im Dienst für die Tarnkappe. Abseits davon bin ich vor allem interessiert an Geopolitik, Geschichte und Literatur.