Microsoft zensiert aus Versehen OpenOffice-Downloads

Microsoft Firmengebäude in Köln
Microsoft-Firmengebäude in Köln

Aus Versehen wurden erneut automatisiert zahlreiche Aufforderungen an Google geschickt. Darin fordert Microsoft, man möge die Download-Links zur freien Bürosoftware OpenOffice aus den eigenen Suchergebnissen entfernen. Insgesamt sind bei Google im Laufe der letzten Monate mehr als eine Million Aufforderungen eingegangen, Suchergebnisse zu Urheberrechtsverletzungen der Software von Microsoft zu löschen.


Der Unterschied zwischen dem kostenpflichtigen Microsoft Office und dem kostenlosen Apache OpenOffice ist für die Crawler offenbar nicht sonderlich groß. Anders ist es nicht zu erklären, warum bei Google erneut zahlreiche falsche Löschaufforderungen eingegangen sind, Download-Links zur kostenlosen Bürosoftware von Apache zu entfernen. Crawler sind Programme, die das Web automatisch nach eigenen Produkten durchforsten. Nach US-amerikanischem Recht (DMCA) darf jeder Inhaber des Copyrights Dritte dazu auffordern fragliche Inhalte zu löschen, die die eigenen Rechte verletzen. Natürlich müsste man die Arbeit der Crawler manuell überprüfen, das würde aber Arbeitszeit und Geld kosten. Und genau das gilt es offenbar zu vermeiden.

OpenOffice wird häufig per BitTorrent vertrieben

apache open office

Neben den direkten Downloads von den Webseiten von Apache wird die freie und nicht minder populäre Bürosoftware natürlich auch bei BitTorrent-Webseiten angeboten. Von den DMCA-Benachrichtigungen zur Löschung der Sucheinträge waren vor allem BitTorrent-Portale betroffen.

Die Kollegen von TorrentFreak haben bei Microsoft um eine Stellungnahme gebeten. Bislang erfolgte keine Reaktion auf die Anfrage. In der Vergangenheit wurde ihnen mitgeteilt, das Unternehmen bemühe sich darum, so wenig falsche Löschaufforderungen wie möglich zu verschicken. Man fühle sich bei Microsoft dazu verpflichtet, die Einhaltung des Urheberrechts gemeinsam mit den Partnerfirmen auch im Internet zu gewährleisten.

Bald noch mehr zu tun?

microsoft-pirate vs. openoffice

Spätestens ab dem 18. Oktober dürften die Mitarbeiter der kooperierenden Anti-Piracyfirmen sicherlich noch mehr zu tun haben. An dem Tag veröffentlicht Microsoft die nächste „Evolutionsstufe“ des eigenen Betriebssystems, genannt, Windows 8.1.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

Ein Kommentar

  1. ShawnX sagt:

    Microsoft tut halt was sie können um ihre tollen Produkte (die allesamt durch gratis Software ersetzt werden könnten) zu verkaufen und da ist es halt nicht grade förderlich wenn Google bei einer Suche nach Office (irgendwas um die 150€ ?) rauskommt das es auch gratis geht. Zumindest haben sie den Anstand sich eine Ausrede einfallen zu lassen warum das denn so ist..

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