ivi.ru – russische Medienfirma kauft Domain von movie4k.to

Der führende russische Streaming-Dienst ivi.ru hat offenbar die Domain von movie4k.to gekauft. Kann man so Piraten zu legalen Kunden machen?

In Pocket speichern
ivi.ru screenshot
Bildquelle: ivi.ru

Seit mehreren Tagen leitet man die Besucher des rechtswidrigen Streaming-Portals movie4k.to zum russischen Online-Kino-Anbieter ivi.ru weiter. Für Presseanfragen war trotz mehrfacher Nachfrage kein zuständiger Mitarbeiter erreichbar.


ivi.ru interessiert an deutschsprachigen Streaming-Kunden?

Das war es wohl endgültig für movie4k.to! Schon seit einigen Tagen leitet man die Interessenten zum Portal der russischen Medienfirma ivi.ru weiter. Unter der Domain betreibt das Unternehmen ein teilweise kostenloses Online-Kino. Daneben gibt es auch kostenpflichtige „Super-Premieren“ und Werke mit erotischen Inhalten, die man nur nach vorheriger Anmeldung und Bezahlung konsumieren kann.

Nach eigenen Angaben öffnete ivi.ru seine Pforten bereits im Februar 2010. Laut der russischsprachigen Wikipedia soll das Hauptprojekt monatlich etwa 33 Millionen Besucher anziehen. Der Inhalt des Kino-Programms ist übrigens auch via Android, iOS, Samsung Bada, Windows Phone7, Windows Phone8 und Symbian verfügbar. Dazu kommen TV-Geräte mit Internetzugang der Marken Samsung, LG, Philips, Toshiba, Sony, Panasonic u.v.m.

Smoke, Rauch

Lesen Sie auch

Anbieter dominiert russischen Online-Film-Markt

Geschäftsführer des Unternehmens mit mehr als 350 Mitarbeitern ist Oleg Tumanov. In der letzten Maiwoche gab der Nachrichtendienst Bloomberg bekannt, der Milliardär Roman Abramovich nebst der staatlich geführten VTB Group sollen eine Einlage von 250 Millionen US-Dollar getätigt haben. Offenbar hat der Moskauer Konzern mit dem Kauf der Domain zumindest einen winzigen Teil der Einlage investiert.

ivi.ru soll laut TMT Consulting mit 32% mit Abstand den größten Anteil am russischen Streaming-Markt besitzen. Die meisten Konkurrenten wie Amediateka, Kinopoisk oder Megogo erreichen jeweils nur Marktanteile in einstelliger Höhe. Laut Bloomberg hat das umfangreiche legale Angebot des Streaming-Dienstes auch zur Folge, dass die Einwohner des Landes immer weniger auf illegale Angebote der Piraten-Seiten zurückgreifen. Die Corona-Krise war für ivi laut dem Handelsblatt übrigens eher förderlich als hinderlich.

Keine Antwort auf Presseanfrage verfügbar

Wir bemühen uns seit mehreren Tagen um eine offizielle Stellungnahme des Presseteams von ivi.ru. Leider hat man unsere Anfragen trotz getätigter Erinnerungen bislang komplett ignoriert. Wir hätten gerne gewusst, mit welchem Hintergrund man den Eigentümerwechsel der Domain vollzogen hat. Was kostete die Domain der ehemals erfolgreichsten deutschsprachigen, wenn auch illegalen, Streaming-Seite Movie4k.to? Folgt Kinox.to als nächstes, zumal Zusammenhänge zwischen beiden Projekten immer wieder in der Szene thematisiert wurden? Auch mein Tweet blieb unbeantwortet.

ivi.to

Sollte man sich doch noch dazu entschließen uns zu antworten, geben wir das Statement hier bzw. bei uns im Forum gerne als Update bekannt.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.