Beef im Untergrund: CNW sperrt Vendoren von Cyber-Biz.cc

Cyber-Biz.cc watch your step

Die Administratoren vom Crimenetwork haben damit angefangen, systematisch die Händler bei sich zu sperren, die beim neuen Wettbewerber Cyber-Biz.cc ihre Waren oder Dienstleistungen anbieten. In der Anfangszeit gab es umfangreiche DDoS-Angriffe, die der Betreiber des neuen Forums ebenfalls auf die Admins vom CNW schiebt.


Wegen Cyber-Biz.cc 900 EUR verloren

Es gibt mal wieder Beef im digitalen Untergrund. Der Vendor BKA Cards, der auf beiden Foren aktiv war, wurde kürzlich ohne Vorwarnung beim Crimenetwork (CNW) rausgeworfen. Es gab diesbezüglich keine Fragen, kein Vorgespräch, keine Warnung, nichts. Beim Versuch sich einzuloggen, bezeichnete ihn Inigo als Abschaum und wünschte ihm als Abschiedsgruß lediglich „viel Spaß“ beim Konkurrenten. Das eingezahlte Geld mit samt der Vendor-Gebühren in Höhe von 900 Euro hat die Administration vom CNW einbehalten. Man löschte auch alle Banner für seinen Shop und den erst wenige Tage zuvor eröffneten Thread. Eine Rückerstattung der Kosten ist natürlich nicht vorgesehen…

BKA Cards Cyber-Biz.cc

Hop oder Top: Händler sollen sich entscheiden

Offensichtlich will man mit dem Rauswurf dafür sorgen, dass Händler entweder nur beim CNW oder aber bei der ungeliebten Konkurrenz aktiv sind. Beides geht spätestens jetzt nicht mehr. Offenbar wurden auch Gerüchte gestreut, Eriksson habe etwas mit dem Betrieb von Cyber-Biz.cc zu tun. Laut dem Betreiber von Cyber-Biz.cc habe er und seine Freunde dort aber „nichts zu suchen„, wie er uns mitteilte. Auf jeden Fall macht man so dem neuen Forum das Leben schwer, weil sich einen Rauswurf beim CNW kaum jemand leisten kann, der im deutschsprachigen Untergrund seine illegalen Dienstleistungen bzw. Waren anbieten will.

Der Admin des betroffenen Boards schäumt regelrecht: „Jeder User und Vendor sollte doch das Recht haben, sich seine Marktplätze zum Geschäfte machen selber auszusuchen.“ Es gebe keine alleinige Daseinsberechtigung für das CNW. Dies sei lächerlich und eine „rücksichtslose Aktion„, zumal es keine Vorwarnung gab und man das Guthaben des Händlers quasi als Warnung an alle anderen Vendoren einbehalten hat.

Zoff mit Unterhaltungswert

cnw Cyber-Biz.cc

Und Tschüss: Abschied à la Crimenetwork.

Während die Auseinandersetzung für uns Zuschauer durchaus unterhaltsam und erheiternd sein mag, so werden die Betroffenen diese Strategie sicherlich weitaus weniger lustig finden. Die Anbieter trifft es nicht so extrem. Die Vendoren können ihre Produkte noch immer auf einem der unzähligen Deepweb-Marktplätzen anbieten. Davon gibt es im Darknet trotz einiger Busts in letzter Zeit, noch immer sehr viele.

Tarnkappe.info

Beitragsbild von Max Bender bei Unsplash.com, thx!

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.


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