Gestohlenes Smartphone am Strand als Symbol für Phishing-Angriffe und Datendiebstahl im Urlaub.
Strand, Sonne, Smartphone und eine Phishing-Falle, die nach dem Smartphone-Diebstahl zuschnappen kann.
Bildquelle: ChatGPT

Smartphone-Diebstahl: Betrüger locken mit Fake-SMS in Phishing-Falle

Smartphone-Diebstahl im Urlaub: Mit Fake-SMS locken Kriminelle Opfer in eine Phishing-Falle. So schützt du Apple-ID und Google-Konto.

Mit einem Smartphone-Diebstahl versuchen aktuell Täter an die Apple-ID oder das Google-Konto ihrer Opfer zu gelangen. Dabei geben sie sich in täuschend echten SMS als Finder oder Support-Mitarbeiter aus. Die Deutsche Telekom warnt vor einer perfiden Masche, die gerade in der Urlaubszeit wieder verstärkt auftritt.

Der Verlust ihres Smartphones ist für Betroffene zunächst ein Schock. Stellen die Diebe dann in Aussicht, es wiedererlangen zu können, wächst die Hoffnung auf eine schnelle Rückgabe. Die Täter bauen darauf, dass ihre Opfer in dieser Ausnahmesituation unvorsichtig reagieren und ihren vermeintlichen Hilfsangeboten folgen. Die Sorge um das verlorene Gerät nutzen sie als Hebel für eine ausgeklügelte Phishing-Attacke.

Bei dieser Masche wollen die Täter das gestohlene Gerät zunächst nicht weiterverkaufen. Ihr eigentliches Ziel ist es, die Aktivierungssperre zu umgehen und sich so dauerhaften Zugriff auf das Smartphone zu verschaffen. Dafür setzen sie auf professionell gestaltete Phishing-Nachrichten, die den Eindruck erwecken, das Handy sei gefunden worden und könne an seinen Besitzer zurückgegeben werden. Hier knüpft dann der eigentliche Betrugsversuch an.

Gestohlenes Smartphone ist nur der Anfang

Mit Beginn der Reise- und Ferienzeit steigt traditionell auch die Zahl der entwendeten Smartphones. Ob am Strand, im Café, in einer Bar oder in öffentlichen Verkehrsmitteln – für Taschendiebe bieten dicht gedrängte Menschenmengen ideale Bedingungen. Allerdings ist der Verlust des Mobiltelefons für Betroffene nur der erste Teil des Problems.

Wie die Deutsche Telekom mitteilt, berichten derzeit Hunderte Kunden von auffälligen Kontaktversuchen nach einem Geräteverlust. Die Täter geben sich dabei als ehrliche Finder oder als Mitarbeiter des Herstellers aus. Sie versprechen, das verschwundene Smartphone zurückzugeben. Tatsächlich verfolgen sie jedoch ein ganz anderes Ziel.

Fake-SMS soll Apple-ID oder Google-Konto übernehmen

Ein iPhone oder Android-Smartphone ist durch die Apple-ID beziehungsweise das Google-Konto gegen unbefugte Nutzung geschützt. Solange diese Kontoverknüpfung besteht, bleibt das Gerät für Diebe weniger attraktiv und lässt sich nur eingeschränkt weiterverkaufen.

Deshalb versuchen Kriminelle, ihre Opfer dazu zu bringen, diese Schutzmechanismen selbst außer Kraft zu setzen. Die Täter versuchen, den Besitzer des gestohlenen Geräts zu erreichen, indem sie verfügbare Kontaktinformationen ausnutzen. Dazu können beispielsweise Hinweise auf dem Sperrbildschirm, hinterlegte Kontaktdaten oder Informationen aus anderen Quellen dienen. Anschließend verschicken sie täuschend echt gestaltete SMS, WhatsApp-Nachrichten oder E-Mails, die angeblich von Apple, Google oder einem Finder stammen. Darin erwecken sie den Eindruck, das Smartphone sei gefunden worden und könne zurückgegeben werden.

Ein beigefügter Link führe angeblich zur Standortbestätigung oder zur Rückgabe. Wer auf den Link klickt, landet jedoch auf einer Phishing-Seite. Dort sollen Zugangsdaten zur Apple-ID oder zum Google-Konto eingegeben werden. Gelangen diese Informationen in die Hände der Täter, können sie das gestohlene Gerät von seinem Besitzer entkoppeln und anschließend wesentlich einfacher verkaufen.

Smartphone mit verdächtiger Nachricht als Symbol für Phishing nach einem Smartphone-Diebstahl.
Ein vermeintlicher Rückgabe-Link kann sich als Phishing-Falle entpuppen.

Nicht das Smartphone ist das Ziel, sondern der Besitzer

Haben Opfer zuvor ihr Mobiltelefon, wie von Apple empfohlen, über den Dienst „Wo ist?“ als verloren markiert, lassen sich dabei freiwillig Informationen wie Name, eine alternative Telefonnummer oder eine Nachricht für den Finder hinterlegen.

Betrüger nutzen solche Angaben, um ihre Fake-Nachrichten individuell auf das Opfer zuzuschneiden. Stimmen Anrede, Telefonnummer oder andere persönliche Daten, wirkt die SMS dadurch glaubwürdiger als gewöhnliche Massen-Phishing-Kampagnen.

Nach Angaben der Telekom wurden bereits zahlreiche derartige Betrugsversuche über die Kurznummer 7726 oder die Spam-Melde-Funktionen von iOS und Android gemeldet. Dadurch können gefährliche Links schneller erkannt und blockiert werden.

So schützt ihr euch nach einem Smartphone-Diebstahl

Wer Opfer eines entwendetem Mobilgerätes wird, sollte schnell handeln. Die Deutsche Telekom AG empfielt:

  • Das Gerät sofort als verloren markieren und – falls eine Rückgabe unwahrscheinlich ist – aus der Ferne löschen.
  • Die SIM-Karte umgehend beim Mobilfunkanbieter sperren lassen.
  • Niemals Zugangsdaten über Links in SMS, Messenger-Nachrichten oder E-Mails eingeben.
  • Offizielle Webseiten oder Apps ausschließlich manuell aufrufen.
  • Ein gestohlenes Gerät nicht aus dem Apple- oder Google-Konto entfernen, solange es nicht wieder im eigenen Besitz ist.
  • Angebliche Finder oder Support-Mitarbeiter grundsätzlich kritisch hinterfragen und sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen.

Verloren-Modus: Zwischen Hilfe und Sicherheitsrisiko

Nach einem Smartphone-Diebstahl gilt es zunächst, Ruhe zu bewahren, ausschließlich offizielle Dienste von Apple oder Google zu nutzen und keine Links aus unerwarteten Nachrichten zu öffnen. Wer dies befolgt, nimmt den Tätern ihre wichtigste Waffe. Kriminelle können den Besitzer über eine Kombination aus sichtbaren Informationen, bereits bekannten Daten oder früher eingerichteten Kontaktwegen identifizieren. Deshalb ist es problematisch, wenn Nutzer bei der „Verloren“-Funktion zu viele persönliche Angaben auf dem Sperrbildschirm anzeigen lassen. Eine Nachricht wie „Dieses iPhone wurde verloren. Bitte kontaktieren Sie mich unter …“ hilft ehrlichen Findern. Ebenso kann sie aber auch Kriminellen eine Kontaktmöglichkeit liefern.

Über

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.