E-Book-Piraterie im Visier: BREIN erwischt einen illegalen Händler, der raubkopierte E-Books per Mail verkaufte.
Die niederländische Anti-Piraterie-Organisation BREIN ist erneut gegen E-Book-Piraterie vorgegangen. Ein Anbieter soll massenhaft raubkopierte E-Books per Mail verkauft haben. Trotz einer Warnung durch BREIN setzte er seine Aktivitäten fort und kassierte nun die Quittung. Die Stiftung setzt damit ihren harten Kurs gegen digitale Schwarzmärkte konsequent fort.
E-Book-Piraterie bleibt für Rechteinhaber offensichtlich ein Dauerproblem. Ein Anbieter verschickte in Holland illegale digitale Bücher laut BREIN direkt per E-Mail und ignorierte zunächst sämtliche Warnungen. Erst nachdem BREIN mit einer formellen Abmahnung und möglichen zivilrechtlichen Konsequenzen drohte, zog der Mann die Reißleine.
BREIN überwacht Plattformen wegen E-Book-Piraterie
Wie BREIN am Dienstag mitteilte, überwacht die Organisation regelmäßig Verkaufsplattformen auf urheberrechtsverletzende Inhalte. Im Fokus stehen dabei nicht nur Filme, Serien oder Musik, sondern zunehmend auch digitale Raubkopien von Büchern.
Im aktuellen Fall stießen die Ermittler auf einen Verkäufer, der zahlreiche raubkopierte E-Books angeboten haben soll. Die raubkopierten Werke wurden gegen Bezahlung per Mail verschickt. Dieses Vorgehen ist in der Szene schon länger verbreitet. Der Handel mit illegalen Büchern floriert bereits seit Jahren über Kleinanzeigenportale und soziale Netzwerke im Hintergrund.
Zunächst meldete BREIN das Angebot beim Plattformbetreiber. Zusätzlich erhielt der Anbieter eine direkte Warnung. Allerdings zeigte sich der mutmaßliche Buch-Pirat davon wenig beeindruckt. Kurz nach der Löschung erschien bereits das nächste Angebot online.
Illegaler Buchhandel statt harmloser Privatverkauf
Nach Angaben von BREIN handelte es sich bei dem Verkäufer keineswegs um einen gewöhnlichen Nutzer, der versehentlich gegen das Urheberrecht verstoßen habe. Stattdessen soll der Mann ein umfangreiches Sortiment illegal beschaffter E-Books angeboten haben.
Laut der Stiftung konnte der Anbieter selbst nicht einmal genau beziffern, wie viele digitale Bücher er überhaupt liefern konnte. Für BREIN war das ein eindeutiges Indiz für professionelleren illegalen Buchhandel statt eines simplen Privatverkaufs.
Die Anti-Piraterie-Organisation verschärfte daraufhin den Druck und schickte eine offizielle Unterlassungsaufforderung. Erst danach stellte der Händler seine Aktivitäten ein.
BREIN setzt bei E-Book-Piraterie auf Abschreckung
Schließlich unterschrieb der Verkäufer eine strafbewehrte Unterlassungserklärung und zahlte eine finanzielle Entschädigung. Damit verzichtet BREIN vorerst auf weitere zivilrechtliche Schritte.
Die Organisation nutzt solche Vereinbarungen gezielt als Druckmittel gegen Wiederholungstäter. Wer erneut mit illegalen E-Books oder anderen urheberrechtsverletzenden Inhalten erwischt wird, muss häufig mehrere hundert Euro pro Verstoß zahlen. Laut BREIN liegen Vertragsstrafen oft bei rund 500 Euro pro einzelner Rechtsverletzung oder sogar pro Tag.
Die Anti-Piraterie-Organisation verfolgt dabei die Strategie, statt ausschließlich große Plattformen ins Visier zu nehmen, ihren Fokus auch auf kleinere Händler und private Anbieter zu richten. Während Streaming-Portale und Sharehoster regelmäßig für Schlagzeilen sorgen, blieb der Handel mit E-Books bisher eher ein Nebenschauplatz der Anti-Piraterie-Kampagnen.
Der digitale Untergrund bleibt im Visier
BREIN-Direktor Bastiaan van Ramshorst nutzte den aktuellen Fall erneut, um für legale E-Book- und Hörbuchdienste zu werben. Nutzer sollten lieber offizielle Angebote verwenden, statt dubiose Quellen aus der Piraterie-Szene zu unterstützen:
„Es gibt zahlreiche legale und benutzerfreundliche E-Book- und Hörbuch-Apps auf dem Markt. Sie lesen und hören legal, ohne das Risiko von Viren oder Malware. Außerdem unterstützen Sie Ihre Lieblingsautoren anstatt illegaler Händler. BREIN spürt illegale Angebote auf und geht dagegen vor.“
BREIN verschärft Kurs gegen E-Book-Piraterie
Wie der Fall zeigt, verfolgt BREIN digitale Urheberrechtsverletzungen selbst bei vergleichsweise kleinen Händlern. Die Anti-Piraterie-Organisation nutzt derartige Vorfälle gezielt, um abschreckende Beispiele zu schaffen und den digitalen Untergrund unter Druck zu setzen.


















