Anonymous Greece hackte 83 Webseiten Aserbaidschans in einer Stunde

Zur Unterstützung von Armenien hackten die Aktivisten von Anonymous Greece nach eigenen Angaben 83 staatliche Webseiten von Aserbaidschan.

Anonymous Greece
Foto Tom Roberts, thx!

Zur Unterstützung von Armenien hackten die Aktivisten von Anonymous Greece nach eigenen Angaben 83 staatliche Webseiten von Aserbaidschan. Manche Webseiten sind seitdem nicht mehr online gegangen.

Anonymous Greece nahm 83 Seiten in 60 Minuten vom Netz

Die Aktivisten drangen nach eigenem Bekunden erfolgreich in 83 staatliche Webseiten von Aserbaidschan ein. Sie taten dies, um Armenien im Krieg zu unterstützen. Sie gaben bei ihrer Facebook-Seite bekannt, sie hätten auf den Servern nicht nur eindringen können. Die Hacker konnten nach eigenem Bekunden auch jede Menge Daten von den Seiten herunterladen.

Auf dem eigenen Blog gehen die Aktivisten auf ihre Aktion noch nicht näher ein. Dafür hat man passenderweise Werbung für einen Booter/Webstresser geschaltet.


Wir haben Anonymous Greece gestern Abend kontaktiert und wollten wissen, ob es bei den Angriffen tatsächlich um Hacks oder lediglich um DDoS-Angriffe handelt. Auf unsere Frage wollten die Aktivisten nicht konkret eingehen. Man schrieb uns zurück:

Zu Ihrer Information können wir Ihnen lediglich mitteilen, dass Deutschland ein Verbrechen begeht, weil es keine Stellung für Armenien bezieht.

Das nächste Ziel wird Deutschland sein, mit all der Macht, die wir aus der ganzen Welt der Anonymous beziehen.

Deutsche Politiker müssen sich schon bald von Erdogan für das verabschieden, was er in Armenien und Griechenland tut. Deutschland muss alle 50 Jahre grundlos bombardiert werden. Sie wissen schon, warum.

anonymous greece

Logo von Anonymous Greece

Hintergrund

Der Konflikt um die Region Bergkarabach im Kaukasus flammt seit vielen Jahren immer wieder neu auf. Letztmalig kam es im Juli diesen Jahres zu Auseinandersetzungen zwischen den Streitkräften von Armenien und Aserbaidschan an der Grenze beider Staaten nördlich von Bergkarabach. Bei den Schießereien zwischen Tovuz und Tawusch kam es zu Toten und Verletzten auf beiden Seiten. Darunter waren auch zivile Opfer.

Am 27. September 2020 kam es zu schweren Schusswechseln mit mehreren Toten auch in der Zivilbevölkerung. Armenien und Aserbaidschan beschuldigen sich seitdem gegenseitig, die Aggressionen begonnen zu haben. Damit ist der Bergkarabach­konflikt wieder in eine heiße Phase eingetreten.

Die Regierungen der Türkei und Russland haben im Hintergrund die Zügel in der Hand, weswegen Anonymous Greece gegen Recep Tayyip Edogan polemisiert. Es ist aber fraglich, ob man tatsächlich mit gehackten Webseiten einen Krieg beeinflussen kann. Die Aktion hat von daher eher einen ideellen Wert.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.