PCFritz: Lege Artis GmbH wird wegen Vermögenslosigkeit gelöscht

Das Amtsgericht Charlottenburg gab bekannt, dass eine Löschung der Lege Artis GmbH (Betreiber von PCFritz) beantragt wurde.

pcfritz, le-na gmbh

Das Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) gab mit der Handelsregister-veröffentlichung vom 28.01.2014 bekannt, dass eine Löschung der Lege Artis GmbH wegen Vermögenslosigkeit beantragt wurde. Noch ist im Impressum von pcfritz.de die Lege Artis GmbH eingetragen. Die Betreiber haben auch noch ein wenig Zeit. Bis zur Löschung gemäß § 394 FamFG muss eine Widerspruchsfrist von sechs Wochen beachtet werden.


Es gibt etwas Neues von PCFritz. Die aktuelle Betreibergesellschaft des Online-Shops wird man aller Wahrscheinlichkeit nach auflösen.

Der § 394 vom Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) begründet dies folgendermaßen. Auch eine GmbH, die kein Vermögen besitzt, kann von Amts wegen, auf Antrag der Finanzbehörde oder der berufsständischen Organe gelöscht werden. Dies geschieht dann, sofern keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Gesellschaft noch Vermögen besitzt. Wir hatten ja enorme Probleme, überhaupt die Geschäftsräume ausfindig zu machen.

Good GmbH, Bad GmbH?

Ein Geschäftsmann, der anonym bleiben möchte, äußerte mir gegenüber eine Theorie. Für ein Vorhaben wie PCFritz würde er zwei Gesellschaften gründen. Eine Gesellschaft, in der alles enthalten ist, was dem Betreiber wichtig ist (markenrechtliche Ansprüche, Firmenname, viel Kapital u.s.w.). Und dann würde er eine zweite Gesellschaft gründen. Diese würde dann das Ganze offiziell betreiben. Diese zweite Gesellschaft wäre aber weit weniger wertvoll. Er riet mir: „Wenn man die dann verklagt, machst Du die nahezu insolvente GmbH einfach zu. Dann gründest eine neue Gesellschaft, der die Hab-Dich-Lieb-Gesellschaft wiederum den Namen etc. lizensiert.“

Für ihn wäre es die perfekte Firewall gegen juristische Ansprüche Dritter. Warum? Die Kläger würden sich es sich sehr gut überlegen die Klage durchzuführen, weil die Gegenpartei absichtlich finanziell so dünn wie möglich aufgestellt ist. Der zu erwartende minimale finanzielle Verlust der Gegenpartei und die hohen Kosten machen es total uninteressant, aktiv zu werden. Außerdem wäre dann zu erwarten, dass kurze Zeit später die nächste GmbH an den Start geht. Das Spielchen könnte von Neuem beginnen.

Tarnkappe.info

Über den Autor

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.