Interview: EbookSpender.me führt Blockade ein

Article by · 9. September 2014 ·

Zugegeben. Es ist schon ein wenig ironisch, wenn sich Piraten darüber beschweren, dass sie von der eigenen Konkurrenz beklaut werden. In der Webwarez-Szene mehren sich die Hinweise, dass diverse Untergrund-Portale regelmäßig E-Books bei EbookSpender.me beziehen. Dort wird von den Nutzern gemeinsam das Geld für den Erwerb neuer Werke gesammelt, die dann beim Wettbewerb entweder kostenlos oder sogar gegen Bezahlung weiterverbreitet werden. Derzeit wird darüber abgestimmt, ob bei Neuerscheinungen künftig eine vierwöchige Sperre eingeführt werden soll, um die Verluste der Verlage und Autoren zu reduzieren. Manche User verlangen weit längere Sperren. Wir haben diesbezüglich Larissa befragt. Sie ist eine der Moderatorinnen des Forums EbookSpender.

Lars Sobiraj: Welchen Hintergrund hat die geplante vierwöchige Schonfrist?

Larissa: Fakt ist nunmal, wenn zu Beginn der Buchmesse die Amazon-Flat bekanntgegeben wird, gibt es nicht mehr sehr viel Spielraum für die Verlage. Ihre teueren, aber auch qualitativ sehr guten Angebote stehen nun dieser Flatrate gegenüber und gleichzeitig dazu unserem völlig kostenlosem Angebot. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Verbraucher diesen Varianten den Vorzug geben werden. Nur um es nochmals besonders hervorzuheben: Wird ein Titel 50.000 Mal am Tag des Erscheinens heruntergeladen, dann ist der Verlag pleite. Die sind nicht Hollywood.

Nun ist es aber nicht das erklärte Ziel von uns Buchpiraten, die Verlage zu zerstören. Wir würden uns damit der Grundlage dessen berauben, was uns verbindet und was wir lieben, unser gemeinsames Hobby, das Lesen. Es wäre wie den Ast abzusägen, auf dem wir sitzen. Was also lag da näher, als uns zusammen kurzzuschließen und über Veränderungen nachzudenken. Auch wenn die Umfrage noch bis nächsten Samstag läuft, deutet sich ja schon jetzt an, die große Mehrheit steht eben doch auf Verlagsseite.

Die Regelung wird ab 01.10. in Kraft treten und für alle Genre verbindlich sein. Dann wird es erstmal für einen Monat überhaupt keine Neuerscheinungen bei uns geben. Das sollte jedem klar sein. Zugegeben, ganz neu ist die Idee mit der 4-wöchigen Schonfrist nicht, andere Boards praktizieren sie schon länger. Aber für uns stellt sie gerade jetzt vor dem Weihnachtsgeschäft einen akzeptablen Weg dar, den Verlagen die Atempause zu verschaffen, die sie brauchen, um Gewinn zu erzielen.

Selbst Sumselbär von Lesen.to hat sich auf unserer Pinnwand dazu geäußert. Er schreibt, dass auch er für die Schonfrist bei uns gestimmt hat. Er wird es in Zukunft bei seiner Seite genauso umsetzten.

“Die Verlage sind nicht Hollywood”

Lars Sobiraj: Welche Portale haben sich denn bei Euch bedient?

female_ebookreaderLarissa: Ich habe das so konkret nicht verfolgt. Mir ist nur, wie auch so vielen anderen aufgefallen, dass genau unsere gerade eingestellten Titel schon wenige Minuten später bei L**.to erschienen sind. Die verkaufen sie allerdings mit Gewinnerzielungsabsicht und bereichern sich so mit unseren Büchern. So etwas können wir nicht gutheißen. Und es ist ein willkommener Nebeneffekt unserer Maßnahme, dass auch dieses Portal dann nicht mehr unfreiwillig von uns rechtzeitig beliefert wird.

Nehmen wir nur mal ein Beispiel, der neue Stephen King von heute kam von L**.to und nicht von uns!

Auch in vielen anderen Boards erscheinen unsere Bücher, allerdings werden diese eingestellt durch einzelne Personen und die Einnahmen für den Einzelnen sind sicher nicht so groß wie die bei L**.to.

Lars Sobiraj: Manche Nutzer haben gefordert die Sperre auf drei Monate auszuweiten, was hälst Du davon?

Larissa: Wir geben den Verlagen einen Monat Vorsprung. Der sollte unserer Meinung nach ausreichen. Die Verlage haben gewöhnlich in dieser Zeit schon ihre Spitzentitel bei den Bestsellern platziert und für unsere User ist das auch eine akzeptable Wartezeit. Es ist ein Versuch unsererseits, allen gerecht zu werden.

Mit Einführung der Amazon-Flat sinkt für die Verlage jeglicher Spielraum.

Lars Sobiraj: Spiegelbest wird sich auch beim Ebookspender Forum zurückziehen. Welche Auswirkungen wird dies haben? Wer wird seine Tätigkeit übernehmen? Wie groß ist eigentlich das aktive Team eures Forums, was ist deren Aufgabe?

Larissa: Ja, Spiegelbest hat sich bereits von uns verabschiedet. Er hat uns seinen Entschluss schon eher mitgeteilt, so dass wir seine Aufgaben rechtzeitig umverteilen konnten auf andere Personen. Wie die Verteilung aussieht, ist absolut boardintern geregelt worden.

Das aktive Team bei uns besteht aus den Moderatoren der einzelnen Genres. Jeder ist dabei für seinen eigenen Spendenkreis zuständig und jeder Moderator hat auch die Freiheit, die Gestaltung seines Forums so umzusetzen, wie er es für richtig hält. Es gibt da durchaus Unterschiede. Was allerdings allen Genres gemeinsam ist, ist das demokratische Abstimmen der User über den Kauf einzelner Titel. Das Konzept kommt bisher sehr gut an bei allen und daran wird sich deshalb auch in Zukunft nichts ändern.

BücherregalLars Sobiraj: Welche Zukunftspläne gibt es darüber hinaus für das Ebookspender Forum?

Larissa: Bereits noch von Spiegelbest wurde eine Aktion ins Leben gerufen, die wir für sehr gut halten. Demnach können Personen, die sich für unser Forum interessieren, einen kostenlosen Probeaccount bei uns erhalten. So haben sie die Möglichkeit, sich unser Angebot anzuschauen und zu testen. Sind die Bedingungen akzeptabel für sie, können sie sich nach dieser Zeit entscheiden zu spenden, oder sie werden wieder deaktiviert. Diese Aktion ist sehr gut angelaufen und wir werden das auch in Zukunft so fortführen.

Lars Sobiraj: Gibt es sonst eine Möglichkeit, die Verbreitung der E-Books zu verhindern, die von euch gekauft wurden?

Larissa: Leider wüsste ich da keine einzige Möglichkeit. Wir standen schon immer vor dieser Frage und hatten nie eine Lösung dafür.

Es gibt keine Möglicheit, die illegale Verbreitung von E-Books zu verhindern.

Lars Sobiraj: Habt ihr diese mit einem Wasserzeichen versehen oder anderweitig markiert? Woher wisst ihr, dass es “eure” Bücher waren, die von Lul.to & Co. verbreitet wurden?

Larissa: Nein, in unseren Büchern ist absolut nichts dergleichen. Wir befreien die Bücher ja von allem und das soll auch so bleiben ;-).

ebookspender.meNatürlich lässt es sich demnach nicht mit Bestimmtheit sagen, dass bei L**.to genau unsere Bücher kommen. Es ist nur auffällig und es liegt daher die Vermutung sehr nahe, da die Bücher erst dort erscheinen, nachdem sie bei uns eingestellt sind. Sie haben bisher sehr viel Geld gespart. Das ist jetzt wohl vorbei.

 

Bildquellen: Maria Elena & Aitor Calero (CC BY 2.0), Lars Sobiraj und last, but not least: Twitter.

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23 Comments

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    An die Tarnkappe. Es wäre mal an der Zeit hier ein paar Fakten zu recherchieren, damit diese Diskussionen ein wenig mehr Futter bekommen. Bitte schön verschiedene Statistiken aus den verschiedensten Lagern.

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    Esther

    Was soll eigentlich das Theater mit Amazon und den ach so bedauernswerten Verlagen? Die Verlage habt ihr allesamt schon immer beklaut.

    Dann sagt doch einfach, dass ihr keinen Bock habe die Konkurrenz kostenlos zu beliefern. Das ist wenigstens ehrlich und so gibt es vielleicht auch Lösungen.

    Esther

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    VanityBackfires

    Solche “Schonfristen” gibt es übrigens bei vielen größeren internationalen Seiten schon länger, allerdings nicht in puncto ebooks, sondern bei Filmen/Fernsehserien, da ist es allerdings damit begründet, dass die Seiten so eher “unterm Radar” bleiben.

    Die Argumentation von wegen wir machen Schonfrist, damit den Verlagen keine Verluste entstehen, ist albern und irgendwie am Ende auf eine perverse Weise wird so dann auch das Vorgehen der Contentindustrie legitimiert. Denn so gibt ebookspender.me zu, dass durch Downloads der Industrie Schaden entsteht, ohne jeden Beweise, im Gegenteil, es ist ja allseits bekannt, dass Studien belegen, dass Downloader auch mehr Medien kaufen, und besonders den unbekannteren Unabhängigen helfen.

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    Esther

    Ist es jetzt wirklich sinnvoll ein Grundsatzdebatte zum Thema Piraterie im Allgemeinen zu eröffnen? Wenn das einen nennenswerten Schaden anrichten würde hätten die Verlage und Händler längst reagiert. Man könnte die Piraten mit einem funktionsfähigen Kopierschutz durchaus zum Selberscannen verdonnern – und damit ganz erheblich schwächen. Man könnte Piraten und Kunden erheblich stärker unter Druck setzen. Das geht im Bereich Kinderpornographie schließlich auch. Im Moment dürfen die Seiten ganz legal besucht werden, selbst eine Anmeldung ist nicht strafbar.

    Was die Sperre beim Ebookspender bringt werden wir sehen. Mir ist das ein bisschen zu larmoyant. Amazon ist ein starker Buchhändler und wird mit Kindle unlimited hoffentlich Druck machen. Das Ergebnis ist aber kaum das Ende der Verlage – sondern z.B. brauchbare legale E-Leihbüchereien. Solange es die nicht gibt hat Warez eine Funktion.

    Ganz nebenbei: Es gibt durchaus Leute, die gerne in Bücher reinschauen, von denen sie gerade im Feuilleton gelesen haben. Aber kaum jemand würde sich all diese Bücher auch kaufen.

    Esther

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    Lars Sobiraj

    Ich glaube, die brauchen sowieso keine Identifikationsfigur mehr.

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    Lars Sobiraj

    Nein, natürlich gibt es dafür keine Rechtfertigung. Auch wenn die Urheberrechtsverletzung im Fall von Ebookspender schon fast in den Bereich Privatkopie fällt (insgesamt werden nur 20 oder ein paar mehr Kopien verteilt), so bleibt es illegal. Und natürlich kannst Du mit einer Schonfrist von vier Wochen nicht erreichen, dass die Autoren wieder Geld verdienen.

    Wenn die vierwöchige Sperre angelaufen ist, bleiben die Regale bei lul.to und wie sie alle heißen leer. Dann müssen die Betreiber entweder selbst Geld ausgeben oder ihren Nutzern erklären, wieso sie für das nicht mehr aktuelle Angebot Geld bezahlen sollen.

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    Bei so einem »Interview« bin ich nur noch traurig. Es gibt doch gar keine Rechtfertigung für das Treiben von Websites wie Ebookspender und wie sie nicht alle heissen. Ihr redet hier von »Schonfristen« für Verlage. Ihr seid wirklich sehr gnädig. Und jetzt tut Ihr so als ob Amazon das totale Böse wäre und scheinbar fühlt Ihr Euch in Eurem Tun rechtfertigt.

    Wenn man ein Buch nicht kaufen will, dann kann man hier in Köln z.B. in die Stadtbücherei gehen und es ausleihen. Wenn es das Buch dort nicht gibt, kann man eine Anfrage stellen, ob die Stadtbücherei es nicht kaufen will. Für diese »Flat« sammelt die VG Wort Geld ein.

    Als Buchautor habe ich das schnellste Sachbuch in vier Monaten geschrieben. Die Haltbarkeit meiner Computersachbücher ist maximal zwei Jahre. Danke für eine Schonfrist.

    Andere Autoren sitzen mehrere Jahre an einem Buch – z.B. George R. R. Martin. Leider haben nicht alle das Glück wie George, dass Ihre Bücher Beststeller und von HBO lizensiert werden.

    Setzt Euch doch mal hin und rechnet mal durch wieviel Geld Ihr in – sagen wir sechs Monaten – verdient oder verdienen müsst, um zu leben. Sagen wir sechs mal 1.500 € = 9.000€. Von einem Buch für 20€ gehen 10€ an den Buchhandel (Buchhandlungen und so weiter) und 10€ gehen Euren Verlag. Von den 10 € stehen Euch 13% Tantiemen zu und das ist ein guter Anteil. Ihr bekommt als 1,2€ pro Buch. Jetzt müsst Ihr mindestens 7.500 Exemplare verkaufen, um 9.000€ für die sechs Monate zu erhalten.

    Vorher habt Ihr aber bereits jahrelang auf einen solchen Erfolg hingearbeitet, wie habt Ihr da bereits Geld verdient?

    Zum Glück gibt es eine Schonfrist.

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      VanityBackfires

      Kannst du beweisen, dass ein Buch nicht gekauft wird, weil es runtergeladen wird, oder ist das einfach mal eine Unterstellung?

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        Die wenigsten kaufen ein Album, ein Buch, einen Film, wenn Sie ihn gesehen haben. Es gibt natürlich lobenswerte Ausnahmen. Aber Hand aufs Herz: Du glaubst doch z.B. nicht selbst, dass die ganzen Game-Of-Thrones-Download nach der Season dann alles noch einmal auf Bluray oder so kaufen. Wenn Du das glaubst, dann gib mal eine Prozentzahl vor. Kannst Du das dann beweisen?

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            Volker Rieck

            Internet Mythen strahlen länger als Uran.

            Und genau aus diesem Grund werden immer wieder die gleichen Studien (in der Auflistung sind Studien aus 2007!) aus dem Hut gezaubert.

            Man kann ja nur froh sein, dass nicht noch Oberholzer-Gee/Strumpf dabei waren.

            Das waren diejenigen, die den Zusammenhang zwischen Filesharing in den USA und den deutschen Schulferien herausgefunden haben.

            In den Ferien sinkt nämlich das Filesharing in den USA. So so.

            http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1598037

            Eine Abteilung des US Finanzministeriums hat eine Metastudie zu dem Thema veröffentlicht und verfügbare Studien verglichen.
            Die ohne Peer Review hat man nicht weiter beachtet.
            Studien, die zum Schluss Schäden kommen zu Studien, die sagen kein Schaden hatten das Verhältnis 12:2.
            Das macht sie nicht automatisch wahrer, aber überzeugender.
            Unterschieden haben sich die Studien nur im Berechnen von Substitionsquoten.

            Für die Rechtfertigung des eigenen Verhaltens sind die beiden Studien natürlich bestens geeignet. Bezahlen können andere, ich helfe sogar die Werke bekanntzumachen. Alles klar?!

            Ich kann Moritz sauer nur zustimmen. Warum sollte ich mir irgendetwas noch mal kaufen, dass ich bereits in bester digitaler Qualität besitze?

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            VanityBackfires

            >Warum sollte ich mir irgendetwas noch mal kaufen, dass ich bereits in bester digitaler Qualität besitze?

            Weil Sie ein Gewissen haben?

            Weil man das Produkt gut findet, und man die Leute unterstützen will, die es gemacht haben? Ich lade mir sehr oft sehr viele Filme runter, aber ich traue mich zu wetten, dass meine Filmsammlung die Ihre um Längen schlägt, denn ich kaufe mir jeden Film, den ich ansehe, und gut finde.

            Natürlich geht das nur bei guten Produkten – für mich bedeutet die Angst der “Etablierten” vor dem Filesharing letztendlich die Angst vor den eigenen Produkten; die Angst, dass die Produkte von so schlechter Qualität sind, dass sie vom Kunden nicht als “kaufwürdig” befunden werden, die Angst, dass der Kunde die Katze ohne den Sack nicht mehr kaufen will. Niemand kauft ein Auto, ohne dass er es probegefahren hat, aber bei Medien soll das anders sein?

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            Ich bin mir sicher, dass Du die Ausnahme bist und ein Gewissen hast.

            Das Beispiel mit dem Auto finde ich schwierig.

            Wenn jemand sich z.B. The Hobbit illegal runterlädt, dann wird diese Probefahrt das zweite Mal den Film schauen schmälern, weil man bereits weiss, wie die Geschichte verläuft. Bei einem Auto ist jeder Autofahrt individuell.

            Das Gleiche gilt für Bücher. Ich habe in meinem Leben schon sehr viele Bücher gelesen. Aber selbst von meinen Lieblingsautoren habe ich die Bücher nicht zweimal gelesen. Es sind weniger als 10 Bücher, die ich zweimal gelesen habe.

            Ich bin der festen Überzeugung, dass die Meisten sich bedienen und ihr dadurch gespartes Geld anderswo ausgeben: für Mobilfunkkonzerne, Mode,… In meinen Seminaren für Musiker sitzen oft junge Menschen, die alle immer noch von einer CD- oder Vinyl-Veröffentlichung träumen. Wenn ich Sie dann frage, wann sie das letzte Mal ein Album gekauft haben oder wie viele Alben pro Monat, dann herrscht oft betretenes Schweigen. Auch Musiker geben lieber Ihr Geld für Instrumente und Dinge aus, die sie nicht kopieren können.

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            Volker Rieck

            Vorsichtig mit solchen Wetten. Sie haben keinen Schimmer von meiner Film Sammlung, wetten aber munter. Irre.
            Keine Sorge um meine Gewissen, ich habe nicht ein einziges Werk im Haus, das nicht legal bezogen wurde. Ich muss mir nicht mal etwas vorher ansehen, weil ich genügend Informationen finde und gut selektieren kann.
            Fehlkäufe habe ich fast nie, geht also auch.

            Na dann bemühen wir mal die einfache Mathematik. Game of Thrones. Eine der Serien, die glaubt man den Statistiken Millionenfach im Filesharing gezogen wird.
            Alle Seasons kommen auf weit mehr als 100 Millionen. Nicht berücksichtigt Streaming, Direct Downloads und Usent. Also noch mal einen Faktor X.
            Schauen wir uns zwei Dinge an:
            1. Die DVD Absatzzahlen in den USA (da gibt es nämlich Zahlen). Die sinken.
            Season 3 hat nur noch 50% von Season 1 verkauft.
            Es wird wieder etwas relativiert durch Blu ray, aber da halten sich die Zahlen allenfalls stabil.
            2. Die Abonnentenzahlen bei HBO. Die steigen, aber sehr moderat. In keinen Fall explodieren sie. Müssten Sie aber.

            Ja, für was sind die Hunderte von Millionen Verbreitung denn nun Werbung?

            Richtig, weder für DVDs noch für Abos. Es ist in erster Linie Werbung für die Serie an sich. Und ganz besonders Medien, die selten öfter konsumiert werden, dürften darunter leiden. Bücher zähle ich auch dazu.
            Aber egal, wer es als Rechtfertigung braucht, der soll das weiter so machen.
            Ich glaube nicht daran.
            Der Autovergleich ist natürlich hanebüchend, Sie wollen eine Film oder ein Buch für 10 oder 20 Euro mit einem KFZ vergleichen, dass ungleich mehr kostet.
            Das eine ist ein Entertainment Produkt, das andere ein Gebrauchsgegenstand.
            Ich habe ja schon viel gehört, aber das ist natürlich eine ganz schräge Begründung.
            Aber solange es dazu dient das eigene Gewissen zu beruhigen, ist es doch ok.

            Übrigens hat das Marktforschungsinstitut NPD in den USA mal die Mär vom mehr kaufenden Filesharer untersucht. Vergleicht man die beiden Gruppen nämlich wissenschaftlich korrekt, ergeben sich minimale Unterschiede. In 2011 waren das 6 US Dollar im Jahr. Tendenz fallen, weil es nämlich mittlerweile alles im Netz gibt.
            Die 6 Dollar wurden in erster Linie ausgegeben, weil es das Werk nicht gab im Netz.

            Also, bitte nicht mehr diese Studien, es gibt 6 mal mehr Studien, die das Gegenteil beweisen. Sie unterscheiden sich allenfalls in der Substitutionsrate.

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            VanityBackfires

            >1. Die DVD Absatzzahlen in den USA (da gibt es nämlich Zahlen). Die sinken.

            Season 3 hat nur noch 50% von Season 1 verkauft.
            Es wird wieder etwas relativiert durch Blu ray, aber da halten sich die Zahlen allenfalls stabil.
            2. Die Abonnentenzahlen bei HBO. Die steigen, aber sehr moderat. In keinen Fall explodieren sie. Müssten Sie aber.

            Ja, für was sind die Hunderte von Millionen Verbreitung denn nun Werbung?

            Richtig, weder für DVDs noch für Abos.

            Hier sind mehrere Sachen unbeachtet.

            1. Wieso ist nicht anzunehmen, dass sich die DVDs/Blu-rays nicht wegen Filesharings auf diesem Level verkauft haben/verkaufen?

            2. Wieso sollte man einen Sender abonnieren, nur weil man eine Serie schauen will? Da wird man als Verbraucher über den Tisch gezogen, hat also schon fast die moralische Obligation solche Praktiken zu boykottieren.

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            Volker Rieck

            1. Wo habe ich das geschrieben? Die Kunden aus dem Filesharing sind natürlich irgendwo dabei. Nur gibt es genau darüber keine Empirie.
            Logisch wäre es, wenn die Zahlen der Verkäufe analog den gestiegen Filesharing Zahlen steigen. Dass sie es nicht machen, spricht gegen die These, dass das alles treue Kunden sind. Einfache Mathematik.
            2. Äh, niemand muss einen Sender abonnieren, wenn er eine Serie sehen will.
            Also ich habe kein Netflix und mir House of Cards genau normal als BR gekauft.
            HBO im Falle GoT ist hier direkt gar nicht abonnierbar. Das muss man über Sky machen. Oder schlicht warten bis man es kaufen kann als Download oder als DVD/BR.
            Wahrscheinlich kommt jetzt das Menschenrecht auf “sofort”.
            Und überhaupt, wieso zwingt man mich ins Kino zu gehen, um neue Filme zu sehen. Sauerei.

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    Lars Sobiraj

    Larissa ist nicht gleich Spiegelbest. Ich übrigens auch nicht. ;-)

    Ich denke schon, dass echte Fans eines Autors das Werk illegal sofort nach dem Erscheinen haben wollen. Sie wollen keine 4 Wochen und mehr warten. Außerdem ist die Aktion ein Schlag ins Gesicht der Konkurrenten, die in den letzten Monaten gnadenlos alles geklaut haben, was die Nutzer von Ebookspender kauften. Wie will man denn verhindern, dass einem das “Diebesgut” geklaut und anderswo verbreitet wird? Das geht gar nicht und hat nichts mit “Depp” sein zu tun.

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      Boah, Lars, das geht gar nicht Deine Argumentation. So ein Portal ist einfach nicht OK. Egal wer wo was anderswo klaut. Ich lache mich kaputt. Ui, da haben die Scanner soviel Zeit investiert, damit die kopierten Exemplare gut geworden sind und jetzt *schwups* kopiert einfach jemand ungefragt die Arbeit. Sooo gemein.

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        Sicherlich ist Dir klar, dass ich über solche Bücher nicht spreche. Ich rede über aktuelle Bücher. Und dass das Wissen der Menschheit konserviert gehört, wird auch von mir unterstützt. Zugang zu freiem Wissen schätze ich auch sehr hoch ein. Aber nicht auf dem Rücken von Menschen, die hart dafür arbeiten und davon leben.

        Als Autor weiss ich natürlich, welches Risiko ich eingehe. Ich habe dazu ja auch einen ausführlichen Artikel geschrieben › http://tarnkappe.info/wer-buecher-schreibt-geht-ein-risiko-ein/

        Und ich kenne viele Fans, die Respekt vor Ihre Helden, Musikern, Künstlern und Autoren haben und die Bücher haben. Ich liebe z.B. Haruki Murakami und würde nie eine Raubkopie von ihm haben wollen. Dafür respektiere ich den Menschen einfach zu sehr. Darum finde ich das Argument von Lars äußerst schwach und es regt mich auch ein wenig auf, dass er die Raubkopierer hier verteidigt.

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          Lars Sobiraj

          Das sehe ich genauso, am Ende wird die vierwöchige “Schonfrist” rein gar nichts bringen. Lustig wird’s aber zu beobachten, wo die anderen Portale in der Zwischenzeit neue Werke herbekommen wollen, sie müssten sie ja bezahlen. ;-)

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            InsiderSeven

            Herr Sobiraj, daran ist gar nichts lustig.

            Ihre Denkweise erinnert mehr und mehr an die eines pubertierenden Knaben.
            Ob andere Portale nun länger auf neue Ware warten müssen, ist absolut bedeutungslos. Es geht hier um etwas ganz anderes.
            Dessen Bedeutung verstehen Sie vielleicht in ihrem nächsten Leben.

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            Lars Sobiraj

            Vielleicht können Sie mich und die anderen Leser ja einmal mit ihrer Weisheit erhellen, danke!

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    InsiderSeven

    Selten so einen Bullshit gelesen.
    Spiegelbest, was ist das? Dein Account No. 12?

    Eine Schonfrist von 4 Wochen?
    Wen stört die?
    Es gibt reichlich neue Buchtitel und für den normalen Menschen nur eine begrenzte Freizeit, da er hauptsächlich arbeitet. Er kann bequem die 4 Wochen abwarten, bis er das Buch für lau abziehen kann.

    Die Menschen, die die Zeit haben, viele Bücher zu lesen, sind arbeitslos.
    Und denen fehlt die Kohle, um Bücher/Ebooks zu kaufen.

    Den Verlagen bringen eure samariterhaften 4 Wochen Gnadenfrist also gar nichts.

    Und dass hier von Dieben rumgejammert wird, dass sie von anderen Dieben bestohlen werden, ist an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten. Ein Dieb, der sich sein Diebesgut abjagen lässt, ist ein Depp und selbst schuld.

    Geh woanders jammern, Spiegelbest.


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