Diverse Fotos bei pcfritz.de geklaut: Bildagenturen beklaut

Die Rechte an mehreren Fotos bei pcfritz.de wurden nicht gekauft. Wir haben die Bildagenturen Fotolia und Shutterstock um einen Kommentar gebeten.

pcfritz, reiko o., pcfritz.de

Unter anderem das Foto der nett lächelnden blonden Service-Mitarbeiterin bei PC Fritz ist geklaut. Das Werk, was man bei pcfritz.de sehen kann, gehört der Bildagentur Fotolia. Wir haben nachgefragt: Die Rechte an den Bildern hat man nicht erworben. Weitere illegal genutzte Fotos gehören offenbar zum Portfolio der Agentur Shutterstock.


Erst kürzlich haben wir davon berichtet, dass diverse Fotos der Lege Artis GmbH anderen Webseiten ohne Rückfrage entnommen wurden. Die Bilder hat man mittlerweile von den Unterseiten entfernt. Bis auf die Hauptseite bei lege-artis-gmbh, die zu pcfritz.de weiterleitet, existiert nur noch das Impressum.

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Auf der Hauptseite von pcfritz.de wird man auf der rechten Spalte von einer blonden Dame mit Headset angelächelt. Das Foto stammt von der Bildagentur Fotolia, die uns mitteilte, dass dieses Bild für pcfritz.de innerhalb der letzten vier Monate nicht käuflich erworben wurde. Unter dem Artikel sind weitere Screenshots von pcfritz.de sichtbar.

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Beim Menüpunkt „Über Uns“ ist ein Herr mit weißer Kaffeetasse zu sehen, der offenbar in einem Katalog von PC Fritz blättert. Auch dieses Foto entstammt einer fremden Quelle und ist offenbar Bestandteil des Katalogs von Shutterstock. Wir haben bei Fotolia und Shutterstock wegen fast aller Fotos angefragt, die bei pcfritz.de sichtbar sind. Wer auch immer diese Fotos nutzt, muss die Quelle neben dem Bild oder aber im Impressum angeben. Beides ist nicht der Fall.

Lege Artis GmbH streitet alles ab

Fotolia rief in Berlin an und sprach mit Herrn Rugiel von der Lege Artis GmbH. Herr Rugiel behauptete gegenüber dem Mitarbeiter der Bildagentur, dass das gesamte fragliche Bildmaterial durch den Vorbesitzer des Unternehmens bei einer russischen Tochterfirma von Fotolia lizensiert wurde. Nur leider hat Fotolia gar keine russische Tochterfirma. „Herr Rugiel bekam hiernach ein paar kleinere Argumentationsprobleme. Wir haben Herrn Rugiel dann unmissverständlich klar gemacht, dass wir Urheberrechtsverletzungen nicht tolerieren und für die illegal verwendeten Fotos pro Stück einen Schadenersatz von 2.500 Euro geltend machen werden.

Auch bei Shutterstock läuft nach unserer Anfrage eine Prüfung, ob beziehungsweise wie viele Fotos aus ihrem Portfolio für pcfritz.de entwendet wurden. Möglicherweise wird die Website von pcfritz.de schon bald ein wenig anders aussehen.

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Screenshot von pcfritz.de

screenshot-pcfritz-fotolia, pcfritz.de

Screenshot von pcfritz.de

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.