Unpaywall: Chrome Plug-in hilft Studenten bei der Suche

Das Chrome Plug-in Unpaywall zeigt nach der Installation auf der rechten Seite ein Schloss in verschiedenen Farben an, sofern wissenschaftliche Texte woanders kostenlos verfügbar sind. Ein Klick genügt, um im nächsten Tab legal darauf zuzugreifen. Unpaywall ist hilfereich für alle Personen,  die auf der Suche nach kostenlosen wissenschaftlichen Arbeiten sind. Die Entwicklung dieses Tools wurde finanziell von der unabhängigen US-Behörde NSF und der nicht kommerziellen Alfred P. Sloan Foundation unterstützt.

Wenn man weiß wo man suchen muss, sind über die Hälfte aller wissenschaftlichen Artikel kostenlos im Netz verfügbar. Wer jetzt auf den Bezahlseiten einen wissenschaftlichen Text liest, kann nach der Installation dieses Plug-ins anhand der Farbe des Schlosses sehen, ob dieser auch in Volltext legal im Web erhältlich ist. Wer auf das Schloss am rechten Bildschirmrand klickt, dem öffnet sich ein Tab mitsamt dem ungekürzten Text.

open access unpaywall

Unpaywall basiert auf einer Datenbank mit 100 Millionen wissenschaftlichen Arbeiten. Wer das Tool nicht nutzt, muss entweder für jeden Text bezahlen oder lange im Netz suchen, ob die Ausarbeitung auch irgendwo kostenlos erhältlich ist. Die Unpaywall stammt von der kanadischen NGO Impactstory, dessen Team mehrere kostenlose Tools für den freien Zugang von wissenschaftlichen Arbeiten veröffentlicht hat. Das goldene Schloss steht für einen Beitrag in einem Open Access Journal. Das grüne Schloss, was am häufigsten leuchtet, zeigt wissenschaftliche Arbeiten aus einer Bibliothek oder einem Server für Vorabdrucke. Hat das Schloss die bronzene Farbe, dann ist der Beitrag Bestandteil eines kostenpflichtigen Magazins, der Artikel selbst darf aber trotzdem gebührenfrei gelesen werden.

Die Unpaywall kann Sci-Hub, LibGen & Co. nicht ersetzen

Wie Cory Doctorow von BoingBoing anmerkt, kann dieses Tool keine Schattenbibliothek wie Sci-Hub, ResearchGate oder die LibGen ersetzen, dafür ist die Auswahl an Texten noch zu klein. Unsere Kati Müller merkte in unserer Telegram Gruppe an, Sci-Hub scheint auf die Dauer tatsächlich etwas zu bewirken. Wenn man mittels solcher Tools die ganzen illegalen Anbieter im Netz erfolgreich bekämpft hat, wird man die Paywall einfach wieder hochziehen, mutmaßt sie. Das wäre gut möglich in Anbetracht der Gier, die man problemlos bei einigen führenden Wissenschaftsverlagen erkennen kann.

Fazit: Ausprobieren geht über studieren. Das Chrome Plug-in kostet nichts und ist schnell und einfach installiert. Die Nutzer müssen sich aber darüber im Klaren sein, dass sie diesen Dienst möglicherweise mit ihren persönlichen Daten bezahlen. Das gilt natürlich für alle Browsererweitungen, die im Chrome Web Store angeboten werden. Wer dort nach “Paywall Blocker” oder “Open Access” sucht, wird schnell fündig.

 

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Was meint ihr? Machen solche Open Access Plug-ins Sinn? Oder lieber gleich bei einem illegalen Anbieter nachschauen?
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Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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