Release Group Custodes verabschiedet sich

Artikel von · 24. Februar 2017 ·

Custodes

Die bekannte Release Group Custodes hat sich in der Vergangenheit auf die illegale Veröffentlichung von Musikalben spezialisiert. Offiziell nehmen die Mitglieder Anstoß an den neuen Release-Regeln, wonach auch weniger hochwertige Musikstücke erlaubt sind. Insbesondere wegen der in der Szene nun erlaubten Verwendung des Formats FLAC hat die Gruppe Custodes kürzlich erneut ihren Abschied bekannt gegeben.

Die Release Group Custodes gibt mit einem finalen NFO ihren Abschied bekannt. Die eigene Mission sei es, Musik in der best möglichen Qualität zu archivieren. Daran habe in der Szene aber keiner mehr ein Interesse, heißt es in der Textdatei. Man könne in einem Rezept auch nicht Ketchup mit Mayo mischen, deswegen sei auch die Verwendung des Free Lossless Audio Code-Formats (FLAC) für die Gruppenmitglieder nicht akzeptabel. Es sei nie die Absicht der Gruppe gewesen, nur wegen des Ruhms aktiv zu sein. Auch könne man nichts mit der neuen Elite-Szene anfangen, die es vorzieht, „auf dem Planeten Mars zu leben“.

Um ein wenig mehr an der Fassade zu kratzen, haben wir ein aktives Mitglied einer anderen Release Group im Musikbereich kontaktiert. Die Person möchte weder, dass auf diesem Wege ihr Pseudonym noch den Namen der Gruppe bekanntgeben. Unser Kontakt hat natürlich etwas über den Abschied von Custodes gehört. Er sieht die Gründe für den Abschied allerdings woanders. Custodes habe bei ihren letzten Releases ein paar Sachen nicht so ganz exakt angegeben. „Als Reaktion kam ein klassischer Nuke. Das wird denen dann wohl zu doof gewesen sein.“ Bislang habe man sich exakt an die Regeln der Warez-Szene gehalten, bei ein paar Dateien hat man es wohl nicht so genau genommen, weswegen ihnen alles Neue auf den ftp-Servern gelöscht wurde. Konkret wurden dort falsche Tracknummern angegeben. Im NFO stand Titel 1 anstatt 1/10. In der Szene würde man halt auf derartige Kleinigkeiten achten, „es soll halt sehr perfekt sein“. So völlig ernst könne er den Abschied aber nicht nehmen. Custodes habe ja schon einmal vor etwa einem Jahr ihr Farewell veröffentlicht. Man müsse abwarten, ob sie diesmal dauerhaft beim Abschied bleiben.

Weihnachten letzten Jahres gab es zudem Stress wegen der Gerüchte, die Gruppe pflege Kontakte zur P2P-Szene, die in Elitekreisen komplett verabscheut wird. Mit Betreibern von P2P-Indexseiten oder geschlossenen Torrent-Communities wollte man nicht in einen Topf geworfen werden. Ihre Wurzeln gingen nach eigenen Angaben zurück bis zur goldenen Ära der Szene in den 90er Jahren. Custodes flac divisionIhre Mission sahen sie darin, der Szene wieder mehr Sicherheit und ein wenig mehr Magie zu verleihen.

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5 Kommentare

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    Ich finde es super, daß Lars solche News bringt. Es hat diesen Nostalgie faktor denn eigentlich geht es in der Scene gerade um sowas meiner Meinung nach! Fuck off Ca$h. Ich persönlich würde so gern ein eigenes Portal betreiben incl. self Ripping etc. und Freehosting aber dafür begeistert man heutzutage keine Sau mehr.
    Heutzutage alles über Server laufen lassen etc. und sie kosten ja so viel… Alles Mimimimi!

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    Trotzdem und das darf man nicht vergessen, ist es ihre entscheidung sich den „Regeln des Marktes“ zu unterwerfen oder nicht. Sie haben sich entschieden, Da ist es egal wie es bei „uns“ ankommt der sich anhört.

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    hustler

    was für huans

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    ja, es klingt ein wenig nach MIMIMI, stimmt schon ;-)

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    Klingt nach Kindergarten :-)


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