Kommentar von deucoba am 13.12.2015 21:14:
Beginnen wir von hinten:
Einem Legastheniker ist erst einmal zu helfen. Denn ansonsten sieht es ganz düster aus in der Informationsgesellschaft.
Lars ist definitiv kein Legastheniker, aber er beansprucht für sich die Selbstbezeichnung Journalist. Journalisten nehmen in unserer Gesellschaft theoretisch ein wichtige Rolle ein, nämlich die der vierten Gewalt. Damit sind aber auch entsprechend hohe Anforderungen verbunden. Werden diese nicht erfüllt, wird der mit der Rolle verbundene Anspruch unterhöhlt. Welche Konsequenzen das haben kann, kann man sehr schön in den Medienlandschaften anderer Länder untersuchen, wobei wir im deutschsprachigen Raum flott am aufholen sind.
Ja, jemand der nicht in Lage ist, sich schriftlich ausdrücken, nehme ich in der Regel nicht Ernst. Der Umkehrschluß bestätigt mich jedesmal wieder, wenn ich mir Email-Ketten mit immens viel heißer Luft und einer ordentlichen Portion Schwachsinn anschaue.
Der Umkehrschluß, alles was nicht explizit verboten sei erlaubt, ist einfach falsch. Es kann lediglich nicht auf Basis einer definierten Rechtslage bewertet werden. Letztere läßt sich ändern, auch rückwirkend, wenn der Souverän und die ihn vertretende Organe dies wünschen.
Damit da keine Mißverständnisse aufkommen, Lars hat soweit er es geschildet sich nichts zu Schulden kommen lassen. Meiner Meinung nach hat er sich aber nicht wirklich intelligent verhalten und muß mit den Konsequenzen leben. Das tut er ja auch, wenn auch widerwillig oder grummelnd. Wenn irgendjemand ihm wirklich ans Bein pinkeln hätte wollen, dann wäre die Sache auch anders ausgegangen. Gemeint damit ist das breite Spektrum, das den Behörden zur Verfügung steht. Wenn sich zum Beispiel die Kollegen von B2- irgendetwas (sitzen meines Wissens in Koblenz) mit ihm beschäftigt hätten, dann würden wir hier nicht mehr schreiben, den digital läßt sich fast als türken. Viel besser wäre ein kleine Steuerprüfung gewesen, da findet man immer etwas und ich habe mir sagen lassen, daß die Jungs in Düsseldorf so richtig Spaß dabei haben.
Zum Schluß, direkt @Lars:
Ja, hättest du machen sollen. Warum denen den Vorwand liefern? Es wäre ja nach deiner Aussage nichts zu finden gewesen und außerdem hätte die von dir als hilflos geschilderten Beamten doch etwas entlastet. Ich kann deine Bockigkeit nachvollziehen und zum Glück sind in dem Geschäft 90% Pflaumen unterwegs. Dazu darf sich die GVU gerne zählen. Was andere Ansätze angeht, so gerade die Verantwortlichen bei den Verlage tendenziell von Vorgestern. Etwas, das in den jeweiligen Medienhäuser die IT-nahen Abteiligen auch gerne jedem bestätigen (mir wurde das für Burda deutlich und für Bertelsmann etwas eingeschränkter zu verstehen gegeben: wir könnten, wir dürfen aber nicht).