Von Einem der auszog, ganz allein ein Buch zu veröffentlichen

Kommentar von does not care:
Ich bin „leider“ kein „Buchpirat“. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass es einen Bedarf an solchen Portalen gibt und habe zum Disput gestellt, warum es keine legale Konkurrenz gibt. Desweiteren habe ich diverse Ideen geäußert, welche Möglichkeiten es gäbe. Genauso habe ich festgestellt, dass hier wohl niemand wirklich an dieser Diskussion interessiert ist, sowie meine Vorschläge als sowieso nicht praktikabel abwiegelt. Bewiesen hat das bisher niemand.

Ich sage nicht, dass meine Ideen funktionieren. Ich sage nicht, dass es der Weißheit letzter Schluß ist. Ich frage lediglich, warum es nie einer ernsthaft probiert. Mal schnell ein Buch Crowd-Founden, mal dort Flattr einbinden, oder mal eine Bitcoin-Adresse streuen. Das alles klingt gut, aber es ist lediglich die Grundlage, auf der man aufbauen sollte. Genauso wie meine Ideen lediglich eine Grundlage zur Diskussion sind. Oder so gemeint sind.

Nur, es diskutiert niemand über diese Möglichkeiten, sondern ich werde dafür angegriffen, dass ich Vorschläge unterbreite? Sie, und einige andere, behandeln mich, als wenn ich Spiegelbest persönlich wäre. Dabei hab ich so viel mit ihm zu tun, wie die meisten anderen, die hier kommentieren… Nichts!

Kommentar von M. B.:
Interessante Diskussion …
Ich fühle mich keiner der hier streitenden „Parteien“ so richtig zugehörig (oder beiden, wie man’s nimmt …), da ich einerseits selbst aus der Verlagsbranche komme, andererseits aber selbst schon eBooks heruntergeladen (und teilweise auch gelesen) habe. Obwohl mehr oder weniger alles schon gesagt wurde, will ich zu drei Punkten noch meinen Senf geben:

  1. @Th. Elbel: Ich verstehe Ihren Standpunkt voll und ganz, aber wenn wir mal ganz ehrlich sind - der Traum, mit der Schreiberei die Familie ernähren zu können, wäre ziemlich sicher auch ohne Buchpiraten in die Hose gegangen. Das ist keine Kritik an Ihrer Schreibe, sondern stellt Sie nur in eine Reihe mit unzähligen anderen Literaten (mit teilweise sehr großen Namen).

  2. Die infantile Art, wie die „Piratenfraktion“ hier versucht, ihrem Treiben ein moralisches Mäntelchen zu verpassen, finde ich widerlich. Ich habe wie bereits erwähnt auch schon eBooks gesaugt - oft, aber nicht immer, waren das Titel, bei denen ich nicht recht wusste, ob ich sie mir kaufen will. Andererseits - gekauft habe ich keinen von denen, die ich dann doch gut fand … Das schlechte Gewissen konnte ich dabei aber nie ganz verdrängen; mein Handeln mit Pseudo-Argumenten à la ‚does not care‘ zu einer zukunftsweisenden Aktion aufzuwerten, wäre mir doch zu albern vorgekommen. Mittlerweile versorge ich mich übrigens hauptsächlich über die Online-Ausleihe …

  3. Ein Punkt, den man den Verlagen aber unbedingt ins Pflichtenheft schreiben sollte, ist die Abkehr von DRM. Ich finde es als zahlender Kunde vollkommen inakzeptabel, dass ich meine gekauften Bücher nicht ohne Weiteres mit meiner Frau teilen kann, dass ich auf sechs Geräte (das war doch die Zahl, oder?) beschränkt bin oder bei manchen Systemen sogar befürchten muss, dass der Verlag oder der Verkäufer mir nachträglich das Recht wieder entzieht, dieses Buch zu lesen. Never. Ebenso finde ich es nicht akzeptabel, dass die eBook-Lizenzen der Bibliotheken nach 50 Ausleihen erlöschen - für das Papierexemplar bezahlen die zwar etwas mehr, aber dafür lässt sich das verleihen, bis es auseinanderfällt. Hier versuchen die Verlage, ein völlig neues Geschäftsmodell zu etablieren, das ich im Buchbereich inakzeptabel finde (und das auch den Autoren nichts bringt).

Kommentar von does not care:
Selbstverständlich ist das Netz gestaltbar, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Denn es gelten auch ein bisschen andere Regeln. Die Gesetze der realen Welt, direkt auf die virtuelle Welt zu übertragen funktioniert einfach nicht immer. Klassisches Beispiel ist die Vervielfältigung.

Verleihst du ein Print-Buch, so ist es physikalisch verschwunden. Du kannst es nicht mehr nutzen. Versuchst du das gleiche in der digitalen Welt stellst du fest, dass das Buch nicht verliehen werden kann - es kann nur kopiert werden.

Das sind Gesetzmäßigkeiten die sich nicht weg diskutieren lassen, und die sich nicht durch Gesetze einschränken lassen. Darauf muss bei der Gestaltung Rücksicht genommen werden. Wer das ignoriert kommt nicht weiter und das hat nichts mit Evolution oder Dummsprech zu tun.

Diese „Buchpiraten“ machen sich nun diese Gesetzmäßigkeiten des Netzes zu nutzen, in einer Form, wie sie den legalen Gesetzen widerspricht. Wie geht man dagegen vor? Man mäckert, und verlangt verschärfte Gesetze. Aber was nützt es Gesetze zu machen, die der Physik des Netzes wiederspricht? Niemand versucht per Gesetz die Schwerkraft aufzuheben, weil dieses der Physik der Erde widersprechen würde.

Leider kommt nur niemand auf die Idee, sich dem Netz anzupassen. Das wird dann auch in dieser Diskussion hier sehr deutlich. Man überträgt lieber die reale Welt auf die digitale Welt. Aber es wird vergessen, dass es andere Regeln gibt.

Kommentar von does not care:
Klar, halt dich raus. Du hast noch nichts zur Diskussion beigetragen. Danke.

Kommentar von Mike:
Das Schema zieht sich doch durch die meisten Diskussionen rund um Urheberrecht mit Piraten: zuerst wollen sie sich gegen die böse Content-Mafia und für die Urheber ins Zeug legen, wenn letztere dann erklären, dass die Raubkopierer ein größeres Problem sind als die Firmen, die Content-Produktion und -Vertrieb übernehmen, reagieren sie verwirrt oder aggressiv.

Schade eigentlich. Zielführend ist das nicht.

Kommentar von does not care:

Kommentar von Moritz »mo.« Sauer:
Bitcoins ist so ein Nischenthema, dass hauptsächlich Techies interessiert. Mutti, Vati und Verwandte nutzen das nicht. Da gibt es erst einmal andere Dinge, die man angehen sollte.

Kommentar von Charlotte:
aus reiner neugierde und weil ich es nicht verstehe: warum ist ihnen die vielfalt an formaten und readern zuwider?

Kommentar von does not care:
Gebe ich Ihnen Recht. Ich hab mich auch nur bedingt mit Bitcoins auseinander gesetzt. Allerdings fand ich den Artikel interessant, da er ebenfalls verlangt, dass sich Verlage und Autoren mehr an den Piraten orientieren.

Kommentar von Moritz »mo.« Sauer:
Ich finde die Forderung „sich dem Netz anpassen“ sehr schwierig. Dazu habe ich ja auch schon ein paar Argumente in meinem Beitrag hier bei Lars geschrieben (siehe Crowdfunding). Einen Verlag mit zahlreichen Mitarbeitern krempelst Du nicht mal eben um. Du willst die Mitarbeiter weiter bezahlen. Einfach mal so rumprobieren, ist da sehr gefährlich. Mein Verlag agiert da sehr modern, nur Änderungen sind halt auch Investitionen. Und Verlage haben keine sprudelnde Geldschatulle für Experimente. Zahlreiche Experimente sind da schon gescheitert.

Es ist immer einfach zu sagen, Ihr müsst Euch ändern, sonst seid Ihr doof. Das Problem vieler Meinungsführer ist, dass sie selbst noch nie etwas produziert haben. Ich finde es sehr schwierig aus so einer Position heraus Forderungen zu stellen. Und einen richtig vielversprechenden Ansatz hast Du noch nicht geliefert. Was gäbe es denn außer Crowdfunding noch so für Möglichkeiten Deiner Meinung nach?

Kommentar von Moritz »mo.« Sauer:
An welchen Piraten sollten sich Autoren und Verlage orientieren? Den Politiker-Piraten oder den Raubkopie-Piraten? Und was machen die gemeinten Piraten denn gut?

Kommentar von does not care:
Aus dem Kontext des verlinkten Artikel handelt es sich wohl um die „Buchpiraten“. Und es geht um moderne Zahlmethoden und Vertriebsmodelle. Aber man kann auch einfach dem Link folgen, und den Artikel lesen…

Kommentar von Moritz »mo.« Sauer:
Dein Denkfehler ist, dass Du denkst, dass Dich eine Buchveröffentlichung nichts kostet. Vielleicht kein Geld, zumindest aber jede Menge Zeit. Die muss es Dir wert sein. Schließlich ist eine Veröffentlichung Arbeit. Ob man dafür Geld erhält, Ruhm, Selbstbefriedigung oder etwas anderes. Die meisten Autoren, die Medieninhalte wie Bücher, Musik, Videos oder ähnliches zum Nulltarif »sharen« haben oft eine reguläre Arbeit oder einen Umweg für den sie über die Veröffentlichung Geld verdienen.

Kommentar von Moritz »mo.« Sauer:
Daumen rauf für diesen kompetenten Beitrag.

Kommentar von XB Liebiger:
Na dann mal her mit den Studien. Link?

Ich werde den Verdacht nicht los, dass Sie mit Buzzwords nur so umsichwerfen.

Vielleicht lesen Sie das hier mal:

https://deadline.com/2013/04/steven-soderbergh-state-of-cinema-address-486368/

Weiter unten wartet die Rede von Soderbergh mit Zahlen auf, die das komplette Gegenteil belegen, was Sie da erzählen.

Kommentar von Hartmut Noack:
@morgenstern

Zitat:„Ich weiß nicht, ob die Zugangssoftware deines Providers frei lizenziert verfügbar“

Ich benutze keine spezielle Zugangssoftware. Die Firmware auf meinem Router ist frei verfügbar.

Worauf ich hinaus wollte: Die Kosten für den bloßen Zugang zum Internet bestehen eigentlich nur in der Gebühr, die der Provider kassiert. Wer dann am Ende vom Draht nicht nur etwas haben will, das funktioniert, sondern etwas, das auf irgend eine spezielle Art funktioniert, kann das tun, es ist aber nicht notwendig.

Daraus leite ich mal ganz frech ab, dass alles, was am Internet als demokratische Teilhabe und Bürgerrecht nicht in Frage gestellt werden darf, ohne Geldtransfers über die Anschlussgebühr und die einmaligen Hardwarekosten hinaus laufen kann.
Man kann durchaus kommerzielle Anbieter geschützer Inhalte abkassieren ohne die schützenswerten Rechte der Nutzer in irgendeiner Weise anzufassen. Und das gilt übrigens auch für den nicht-kommerziellen Betrieb von Webseiten aller Art.

Ach so: ich kaufe manchmal sehr billige Laptops und sehr teure Schallplatten… :wink:

Kommentar von XB Liebiger:
Dann verraten Sie mir bitte Ihren ISP.
Meiner will nämlich Geld für den Internetzgang.

Kommentar von XB Liebiger:
Does not Care: Lesen Sie bitte richtig,
Es geht um Studien, die ein Peer Review erhalten.
Andere Wissenschaftler haben diese Studie dann nach wissenschaftlichen Methoden überprüft.

Aber ganz richtig, das ist schon schräg. Auf Studien verweisen, die einen positiven Effekt haben und dann andere Studien anzweifeln.
Also, entweder oder.

Es führt dazu, dass die immergleichen Studien vorgeholt werden darunter eben auch sehr viele ohne Überprüfung und matranartig daran festgehalten wird. Und da sind schöne Beispiele dabei, dass das Filesharing in den USA zum Erliegen kommt, wenn in Deutschland Schulferien sind.

Mehr wissenschaftlich überprüfte Studien bedeuten nur eine größere Wahrscheinlichkeit, dass diese richtig liegen.

Kommentar von Hänschen:
Also ich habe auch schon ebooks runtergeladen und auch gelesen, zB. Magazine of Science an Fantasy, die gibts weder digital zu kaufen oder neu als Holzbuch, die sind vor Jahren mal eingescannt worden und da hab ich auch nur sehr geringe moralische Bedenken.

Aktuelle Bücher kaufe ich auch, ich gehe auch gerne in Vorleistung, hier ein Screenshot aus dem Monat August, ist aber längst nicht alles, was ich in diesem Monat gekauft habe:

Um hier keinen falschen Eindruck zu hinterlassen: aktuelle Bücher kaufe ich mir selbst, auch der Lesestoff meiner Tochter wird gekauft und ordentlich bezahlt. Was ich mir runterlade sind meist nicht mehr erhältliche Sachen, ich bin kein Jäger und Sammler mehr, das müllt einem nur die Platte voll.

Was das Thema Piraterie selbst angeht: ich finde es NICHT gut, dass Indie-Autoren kopiert werden, ich würde eine Schonfrist für Bücher begrüßen (so, wie es früher mal war). Aber das geht wahrscheinlich nicht, weil die Portale wie boox.to, lul.to und das Spiegelbest-Ding auf Kasse machen aus sind, das hat nichts mehr mit dem eigentlichem Grundgedanken zu tun.

Kommentar von XB Liebiger:
Sie haben in erster Linie mit Buzzword gearbeitet.
Ich kann da wenig Vorschläge erkennen.
Immer wenn es konkret wurde sind sie auf das nächste Ästchen gesprungen.

Man kann es doch auf die Fragen eindampfen:
Würden Sie sich das Buch von Herrn Elbel (sofern es sie interessiert) als DRM freies E Book bei Amazon kaufen?
Ja oder nein?
Wenn nein, was ist Grund? Wie gesagt kein DRM, günstiger als die gedruckte Version.