Von Einem der auszog, ganz allein ein Buch zu veröffentlichen

Kommentar von does not care:
Nur mit Anpassungen wird es auf Dauer funktionieren. Das Netz ist kein greifbares Produkt. Je eher das verstanden wird, desto eher kann darauf reagiert werden. Mussten schon andere Branchen lernen. Und werden noch weitere Branchen lernen müssen. Das ist der Lauf der Zeit. Nicht immer gefällt das einem, aber selten kann man es ändern.

Abgesehen davon habe ich niemanden als doof bezeichnet. Aber es ist offensichtlich, dass es niemand probieren will. Warum, weiß ich nicht. Es wird dann eben wieder ein Dritter kommen, und den Markt an sich reißen. Ich verweise nochmals auf die Musik-Industrie. Wenn die Verlangs-Branche das Feld anderen überlassen will, so soll sie das tun. Mir ist das als Kunde nachher egal. Aber frühzeutig darauf zu reagieren kann auch bedeuten, das Risiko und die Verluste jetzt zu machen, und nicht in vielleicht 2-3 Jahren.

Ich bestehe außerdem darauf, dass ich nicht zur Fraktion der „Buchpiraten“ gehöre. Ich hab sicherlich schon Bücher geladen, aber ich bin Kunde, und mit dem, was man mir anbietet äußerst unzufrieden. DRM ist ein Stichpunkt, aber auch Preise und Nutzungsrechte sind so zwei Dinge.

Nun zu den weiteren Konzepten, die ich auch schon ein paar mal erwähnte. Ich bin der Meinung, dass man mehr mit Mikro-Payment machen sollte. Es gibt einige, die dadurch schon recht ordentliche Summen einnehmen.

Wichtig ist aber meiner Meinung nach, dass man es den Kunden einfacher machen muss Geld auszugeben. Und zwar nicht den fixen Betrag, der auf dem Buch aufgedruckt ist. Sondern eine variable Menge, die ihm der Titel wert ist. Derzeit gibt es diese Möglichkeit (bis auf bei wenigen Indi-Autoren) überhaupt nicht.

Auch denke ich, dass man das Thema Lesungen durchaus weiter betrachten sollte. Als die Musik-Industrie vor ihrem aus stand, sind viele Bands wieder öfter aufgetreten und konnten damit wegfallende Einnahmen auffangen. Derzeit sind Lesungen häufig sehr langweilige Veranstaltungen. Warum daraus nicht wirklich eine große Veranstaltung machen? Mit 3-4 Autoren, wovon mindestens zwei parallel Lesen? Eventing eben.

Die Dritte Idee die ignoriert wurde war das Thema Merchandising. George Lukas ist dadurch Reich geworden. Das Thema kann man sicherlich ausbauen.

Kommentar von Moritz »mo.« Sauer:
Lesungen – Also eine Lesung zu meinem Buch »Das WordPress-Buch« besucht sicherlich keiner, einen Workshop schon. Auch bei der Musikindustrie funktioniert das nicht so in allen Bereichen. Wie soll denn ein Filmkomponist touren?

Merchandising – Niemand wird ein T-Shirt von einem Sachbuchautoren kaufen. Dafür bin ich bzw. das Thema nicht wirklich sexy. Da müsste mir schon ein großer Design-technischer Wurf gelingen. Obendrein wären das weitere Zusatzkosten und wieder ein größeres unternehmerisches Risiko. Kennst Du ein T-Shirt eines Buchautoren, das sich gut verkauft?

Pay-What-You-Want – Als Möglichkeit ist das sicherlich interessant. Wenn ich aber 20 € für mein Buch haben möchte, jemand aber nicht gewillt ist das zu bezahlen, dann darf er es im Umkehrschluss aber nicht stehlen, auch nicht die digitale Kopie.

Kommentar von morgenstern:
Wir sprechen ein bisschen aneinander vorbei, kann passieren. Ich meinte u.a. und im Speziellen die Hard- und Software, die dein Provider im Einsatz hat, um dir Zugang zum Netz zu ermöglichen, eben gegen die von dir genannte Gebühr.

Internetzugang auf Flatratebasis wurde erst ab einer kritischen Masse rentabel. Zur Erreichung dieser Masse war das Versprechen vermeintlich kostenloser digitaler Inhalte m. E. nicht unerheblich. Vermeintlich deshalb, weil der User - wie erhofft - in Hard- und Software sowie Zugang investiert.
Digitale Musik- und Videoformate führen idR. zu Investitionen in neue Hard- und Software, eBooks ebenso, ganz gleich, ob legal oder illegal erstanden. Mit anderen Worten, der User gibt Geld aus für den Konsum der Medien, nur eben nicht unbedingt beim Urheber der Werke.

Ganz abgesehen von den anderen angesprochenen Zahlungsmitteln, wie Aufmerksamkeit.

Kommentar von Matthias Wenzel:
Ein Kommentar hier hat mich gerade auf eine blöde Frage gebracht …

Warum beteiligen sich eigentlich nicht diejenigen, die an diesen Urheberrechtsverletzungen auch nicht gerade wenig verdienen? Die Internet Service Provider?
Die nehmen immerhin Geld dafür, Leuten den Zugang zu diesen illegalen Seiten zu ermöglichen. Ich weiß, das geht jetzt fast schon in eine philosophische Richtung, über Netzmoralität und -neutralität.

Aber geht man einfach mal von der (zugegeben unrealistischen) Prämisse aus, jemand würde das Netz ausschließlich zum kostenlosen Download von geschützten Medien verwenden, profitieren maximal zwei Entitäten davon. Zum einen der Betreiber der Piratenseite über eventuelle Werbung, aber auf jeden Fall der ISP.

Ich bin selbst nicht in der VG Wort, aber sind diese Verwertungsgesellschaften nicht genau dafür geschaffen worden? Um bei einer nicht mehr nachvollziehbaren Verbreitung von Urheberrechtlich geschützten Werken den Urhebern wenigstens einen Obolus zukommen zu lassen? Was spricht denn dagegen, das die ISP´s ihren Teil an VG Wort oder Gema abführen? Oder irre ich mich und sie tun das bereits? Ich habe das jetzt nicht recherchiert, mir kam nur gerade die Idee, vielleicht weiß das ja einer. Allein damit wäre Piraterie vielleicht zu einem gewissen Teil ausgleichbar und würde nicht mehr ganz so weh tun.

Im Endeffekt wären die Buchpiratenseiten dann ja nichts anderes mehr, als eine Art „Radio für Bücher“. Oder man gibt diesen Seiten eben direkt die Möglichkeit, bzw. die Auflage, sich legal zu betreiben, indem sie wie eine Radiostation oder eine Disco eben auch, einen Beitrag an die VG Wort zahlen, bezahlt eingenommen über all die schönen neuen Möglichkeiten wie Flatrates und Werbung. Dafür können sie den Lesern dann meinetwegen 10 Bücher von VG Wort Autoren pro Monat kostenlos zur Verfügung stellen. Wie wäre es denn damit?

Kommentar von does not care:
Natürlich darf man das Buch nicht stehlen. Aber wenn es doch passiert, warum da nicht wenigstens etwas von abgreifen? Oder in Kombination mit einer Flatrate oder einem kostenlosen Abgebot anbieten. Die Möglichkeiten sind doch nicht beschränkt. Es gibt auch Leute, die einfach an einem gekauften Werk so viel Spass hatten, dass sie vom gleichen Autore das nächste Buch kaufen. Also das Angebot jemanden Zahlen zu lassen, schadet nicht, kann aber durchaus eine Nachfrage erzeugen. Bisher gibt es das einfach in der Form nicht.

Das Thema Flatrate haben wir ja auch noch. Es ist durchaus Möglich auch mit einer Flatrate Geld zu verdienen. Insbesondere, weil man ja doch nicht unendlich Bücher lesen kann. Also kann man auch die Anzahl der zu ladenen Titel beschränken.

Wir bewegten uns bisher im Bereich Belletristik. Allein aus dem, was Herr Thomas Elbel schreibt. Im Bereich Sachbuch funktioniert das selbstverständlich nicht. Aber die meisten Sachbücher werden auch von qualifizierten Verständigen geschrieben, die durch Auftritte auf Fachtagungen oder eben durch Seminare punkten können.

Merchandising muss sich nicht auf T-Shirts beschränken. Es gibt auch Aktion-Figuren, Kuscheltiere und was weiß ich nicht alles. Ich hab zwar nie verstanden wer diese ganzen Angry Birds Dinge kauft, aber offensichtlich funktioniert es. Was spricht also dagegen das bei Büchern auch zu versuchen. Insbesondere, wenn es sich um eine Serie handelt, bei der die immer gleichen Basis-Elemente auftauchen. Um ehrlich zu sein, sind mir noch garkeine Merchandising-Artikel zu Büchern aufgefallen. Ich weiß nicht, ob ich einfach nur in die falschen Läden gehe, oder ob es wirklich so wenig gibt…

Was mir gerade auch noch in den Sinn kommt, ist das Werbe-Finanzierte Schreiben. Gerade bei Sachbüchern könnte so was funktionieren. Ein großes Unternehmen finanziert also die Arbeiten des Autors, bis der Titel veröffentlicht wird. Geht im Endeffekt auf Vorleistung ähnlich wie ein Verlag. Allerdings bekommt er hinterher nichts raus. Dafür steht vorne drin, mit freundlicher Unterstützung von XYZ. Im Vergleich zu dem, was Unternehmen sonst für Sponsoring ausgeben…

Kommentar von robin:
Also noch mal kurz zu den ‚Gesetzen‘ des Netzes.

Es sind keine ‚Gesetze‘, die unverrückbar dem Netz zuzusprechen wären. Es sind technische Möglichkeiten. Genau so gibt es technisches Möglichkeiten, das Kopieren zu ‚regulieren‘.

Bitte jetzt keine endlose technische Diskussion, in der man mir minutiös erklärt, wie und warum all das umgehbar ist. Klar ist es das. Alle Schlösser sind knackbar. Auch digitale.

Die Konsequenz: Weg mit allen Schlössern dieser Erde? Wohl kaum. Das sind alles argumentative Sackgassen. Ohne Zugang und Ausschluss ( böses Wort! ) kein Wirtschaften.

Was ich mich frage ist, wie denn z.B. Bezahlfernsehen hier ethisch von der Piratenszene bewertet wird.

Schließlich bringen es die ‚Gesetze‘ der Ausbreitung von elektromagnetischen Wellen nun mal mit sich, dass sie jeder, der sich in ihrer Reichweite befindet, empfangen kann, und das, ohne, dass sie dabei weniger werden. Trotzdem hat meines Wissens nach noch niemand eine ethische Grundsatzdiskussion losgetreten, weil diese Services nun mal privatwirtschaftlich bereitgestellt werden und von daher kostenpflichtig sind.

Die einfache Antwort: Technische Möglichkeiten begründen nun mal keine Nutzungsrechte im uneingschränkten Rahmen derselben.

Kommentar von does not care:
Wenn mich das Genre interessiert, warum nicht? Es ist auch nicht so weit entfernt von dem, was ich gerne lese. Allerdings muss ich gestehen, dass Herr Elbel bisher nicht in meinem Fokus von Autoren aufgetaucht ist, aus denen ich mir die einzukaufenden Bücher aussuche. Das wäre eine Vorraussetzung. Der Fokus wird dabei vor allem von Bekannten generiert, die Empfehlungen aussprechen. Denn so viel komme ich dann leider auch nicht zum lesen.

Kommentar von Charlotte:
2 Stunden Scannen fuer ein Buch?! Im Jahre des Herrn 2014?!

Papierbuch zerlegen, der F*****u ScanSnap (und seine Kollegen von anderen Herstellern) zieht 50-100 Doppelseiten DIN A 4 pro Minute automatisch und astrein, durchnumeriert, direkt in den Folder. :slight_smile:

Kommentar von Charlotte:
Ironiemodus an

Sie armer Mann. Zur ‚Boerse.bz‘ geht man bestimmt nicht wegen der Filme. Für diese geht man zu ‚AVAX‘

:=)

Ironiemodus aus

Kommentar von Erich Virch:
@ "does not care“:

Tolle Idee – Autorenlesungen mit mehreren Autoren. Du hast soeben das Rad erfunden, Junge!

Kommentar von Erich Virch:
Wer das Rad schon kannte, weiß auch, daß Autorenlesungen deshalb oft so langweilig sind, weil die meisten Autoren keine Entertainer sind, sondern Autoren. Die meisten lesen erbärmlich, und das ist keinem anzukreiden, weil ein Autor kein Entertainer sein muß. Es reicht, wenn er ein guter Autor ist (leider oft nicht fürs Auskommen).

Kommentar von Charlotte:
Herr Virch, wenn Sie von diesem durchgekauten Thema, wie Sie weiter oben schreiben, SO abgetoernt und gelangweilt sind, dass Ihnen dazu praktisch nur noch Beleidigungen fuer andere Poster einfallen - warum beehren Sie dann nicht andere Blogs mit der Ehre Ihrer Gesellschaft?

Eines weiss ich gewiss: IHR Blog wird bei MIR gewiss nicht in der Favoritenliste landen!

Kommentar von Lars Sobiraj:
So, gut jetzt. Bitte wieder sachlicher werden. Never feed any troll, please!

Kommentar von does not care:
Die meisten lesen nicht nur langweilig, sondern schreiben auch erbärmlich!

Kommentar von does not care:
Natürlich sind techn. Möglichkeiten keine Grundlage für ein Nutzungsrecht. Aber es wird missachtet, dass auch Bezahlfernsehen in mittleren Massen kopiert und Schwarz gesehen wird. Das liegt einfach in der techn. Grundlage und unterscheidet sich daher nicht.

Ein kleiner aber feiner Unterschied ist noch, dass die Dekodierung des Fernsehens einer Hardware zukommt. Danach kommt wieder ein Standard raus. Nämlich HDMI, oder früher SCART. Somit ist eine Flexibilität gegeben, die bei eBooks nicht vorhanden ist. Es gibt nämlich kein Industrie-Standard in den die eBooks wieder dekodiert werden, und die dann auf jedem Endgerät wiedergegeben werden können.

Wir haben im Moment drei größere Standards. Das ist Amazon mit seinem Kindle und das ist alles, was auf Adobe setzt. Der Dritte ist iTunes. Kindle kann kein Adobe, und Adobe kein DRM. Und iTunes kann sowieso nichts. Daher ist eine Notwendigkeit vorhanden, dass auch legale Nutzer ihre Inhalte illegale dekodieren und speichern. Alleine deswegen, weil sie frei in der Wahl des Endgerätes sein wollen.

Ein großen Teil der Diskussion kann man also durchaus sehr leicht umgehen, indem man diesen Industrie-Standard erstellt, und indem sich alle daran halten. Da jedoch vor allem diese Gatekeeper gutes Geld mit ihrer Funktion machen, sind sie da natürlich dagegen.

Durch diese äußeren Unterschiede sind jedoch Pay-TV und eBooks leider nicht ganz miteinander vergleichbar. Insbesondere aus deswegen, weil Pay-TV lediglich ein Transport ist. eBooks ist jedoch eine Ware. Um korrekt zu sein müssten wir also eigentlich die Filme mit den eBooks vergleichen.

Kommentar von XB Liebiger:
Schön ausgewichen dnc.
Wenn Sie also Autoren respektvoll behandeln wollen, deren Bücher sie interessieren, dann kaufen Sie?
Bitte ein klares Ja oder Nein. Keine Gegenfrage.
Sie suggerieren, dass Sie kaufen. Warum in aller Welt reden wir dann hier über die einschlägigen Plattformen?
Wenn Sie eine gute Empfehlung bekommen, dann kaufen Sie doch einfach.

Sorry, aber das ist neben Ihrer eigenwilliigen „Benutzung“ von Studien der zweite Irrsinn, denn Sie hier verbreiten.

Kommentar von does not care:
Alternative Vertriebsmodelle sind wegen der Buchpreisbindung nicht möglich.

Kommentar von Hartmut Noack:
OK, dann reden wir über die, die an der Infrastruktur verdienen.

Deren Gewinn durch das Vorhandensein nicht lizenzierter Inhalte ist ziemlich pauschal. Heutzutage ist es sogar so, dass auch die meisten, die sich nicht für 10 Cent für diese Inhalte interessieren, dennoch einen Internetanschluss benötigen, weil es ohne EMail und Web heute nicht mehr geht.
Dass die ISP an den Filesharern verdienen und man damit die Filesharerei mit der Anschlussgebühr irgendwie finanziert würde, ist also allenfalls über drei Ecken begründbar.

Davon ganz abgesehen habe ich schon mehrmals das Thema Pauschalabgaben/„Downloadsteuer“ angesprochen. Es wäre aus meiner Perspektive überhaupt kein Problem, wenn die Provider ein paar Euro pro Anschluss zahlen müssten. natürlich geben sie das den Kunden weiter, ist dann eben so.
Die sauberste Lösung wäre sowas wie eine Internet-GEZ für jeden Anschluss, mit der man eine Onlinebibliothek finanziert, in der einfach alles zu haben ist. Meinetwegen in gedämpfter Qualität und Bücher nur Seitenweise online und kein Download, nur streaming.

Alles besser, als wenn das Gerede vom „Alle einsperren die Schweine!“ weitergeht.

Kommentar von Thomas Elbel:
Super. Dann braucht man sie ja auch nicht zu filesharen.

Kommentar von HaSi:
"Die Leser wollen lesen, uneingeschränkt. Ohne DRM, und ohne Schranken. Genau das, was sie gerade interessiert. Und die Autoren wollen von ihrem Schreiben lesen. Wo bildet sich hier der Konsenz, mit dem beide leben können? "

Es gibt in der Wirtschaft bereits einen Konsens und der hat sich bewährt: Der Autor schreibt das Buch und bietet es zu einem Preis X an. Der Leser kauft das Buch, sofern er mit Preis X einverstanden ist. Ansonsten lässt er das Buch ungelesen und seine Finger davon.

So einfach könnte die Welt sein.