Von Einem der auszog, ganz allein ein Buch zu veröffentlichen

Kommentar von Hartmut Noack:
Falls „robin“ eine große Nummer mit Anwartschaft auf den Büchnerpreis sein sollte, müsste mir das immer noch nicht peinlich sein, da er ja hier nur als irgendein „robin“ auftritt…

Ganz kurz zur GEMA: ich möchte wirklich nicht verdruckst rüberkommen und danke aufrichtig für Ihre diesbezügliche Kritik, also ganz deutlich: Die GEMA sollte man radikal refomieren oder abschaffen, die Bedingungen, zu denen sie Autoren vertritt, sind vollkommen unakzeptabel.

Zur Creative Commons hat Sie Lar Sobiraj ja schon aufgeklärt, vielleicht lesen Sie sich auch mal ein paar erklärende Texte zu diesem Thema durch…

Können wir nun über Cory Doctorow reden?

Kommentar von Lars Sobiraj:
Ich kann nichts dafür, dass Sie es nicht besser wissen.

Kommentar von Erich Virch:
Bitte lesen. Die Piktogramme listen die Verzichtsmöglichkeiten einzeln und unmißverständlich auf.

https://de.creativecommons.net/was-ist-cc/

Kommentar von Erich Virch:
Herr Noack, geben Sie bitte zumindest Links als Belege für Ihre Behauptungen an. Und noch einmal: informieren Sie sich über die Gema. Sie vertritt selbstverständlich auch Verlage. Auf der Gema-Homepage ist alles leicht faßlich nachzulesen.

Kommentar von robin:
Lieber Hartmut,

Deine Meinung sei Dir unbenommen.

Deine Erfahrung ist natürlich nicht von der Hand zu weisen. Du hast vor 2-3 Jahren immerhin ein Demo mit einer Countryband aufgenommen, die dann irgendwie auch einen kleinen Plattenvertrag bekommen hat, und irgendwo in Plattenverträgen, die Du mal abgelehnt hattest, stand auch was von Gema drin. Well. Du kennst Dich also nachgewiesenermaßen sehr gut aus mit dem Thema Musikbiz, da kann man jetzt nichts gegen sagen.

Als Autor, der bezahltermaßen Fachartikel schreibt, hast Du auch kein Problem mit Piraterie. Mit Schriftstellerei kennst Du Dich also ebenfalls sehr gut aus, auch keine Frage.

Was wollen die hier also alle bloß von Dir?

Vor soviel Fachwissen strecke ich jetzt in der Tat mal die Waffen und verabschiede mich aus dem Gespräch.

Es ist ja gute piratische Tradition, die eigene Nasenspitze für den Horizont zu halten.

Allen hier ein schönes Wochenende!

Kommentar von Hartmut Noack:
Sehr gern:

https://de.wikipedia.org/wiki/Cory_Doctorow

Kommentar von XB Liebiger:
Das wäre eine schlechte Alternative.

Besser wäre ein Zielvision, was „wir“ überhaupt wollen.
Denn genauso wie Sie die Anwälte kritisieren, kann man das übrigens mit den Lausaugern machen.
Wir werden einer solchen Zielvision übrigens schneller nahe kommen, wenn Branchen betroffen sind, die noch gar nichts von ihrem Glück ahnen. Das betrifft 3D Druck.

Das eigentlich Problem ist nämlich noch gar nicht aufgegriffen worden. Es ist die mangelnde Rechtsdurchsetzung. Und da ließe sich bereits auf der Ebenen EU/USA ein Großteil der Probleme lösen. Auskunftsanspruch der Datacenters z. B.
Dann spielt es auch keine Geige mehr, ob das eine .to Domain oder was auch immer ist. Und auch WhoIsPortects wären obsolet.
Gern auch mit richterlichem Vorbehalt.
Wenn der Betreiber eines solchen Seite mit sofortiger Enttarnung rechnen müsste, dann würde er das Portal nicht betreiben.
Geht also auch ohne Konsumentenabmahnung.

Kommentar von Erich Virch:
Wer glaubt, CC-Lizenzen seien etwas, das er bekommt, sollte sich klarmachen: er kriegen nix, sondern gibt etwas. Rechte nämlich, und zwar für nix.

„Just in case the only hit you ever write is the one you gave away under the Creative Commons license, better to avoid those people altogether.“

Auch dies bitte lesen:

https://musictechpolicy.com/2006/07/29/carefully-co-writing-without-creative-commons/

Kommentar von XB Liebiger:
Hätte er?
Weil Sie Annahmen andere benutzen?
Soll ich Ihnen eine Geheimnis verraten: Niemand weiss, wie hoch die Substitutionsquote ist.
Und solange das so ist, kann sich jeder mit gutem Gewissen seine eigene zurechtlegen.
Weder kann man Ihre entkräften noch die von Thomas Elbel.
Auch wenn Ihre wunderschön hingerechnet wurde :wink:

Kommentar von Lars Sobiraj:
Sie sind leider komplett falsch informiert worden. Wenn Sie am 14.2. Zeit haben sollten, kommen Sie vorbei, ich bringe Sie zu den wirklichen Experten zu dem Thema: https://www.c3s.cc/hqeinweihung-2014-02-14-2/

Kommentar von Erich Virch:
Nein, Herr Sobiraj, ich möchte ganz sicher keine Experten treffen, die dieses Konzept durchsetzen wollen:

"Die kostenlose Weitergabe von Werken zu nicht-kommerziellen Zwecken wird von der C3S unterstützt werden, kann jedoch eingeschränkt sein durch die Intention der Urheberin bzw. des Urhebers und der von ihr oder ihm gewählten Lizenz.“

Dies ist wörtlich der Website der "Cultural Commons Collecting Society SCE mit beschränkter Haftung (C3S SCE) i.G.“ entnommen (https://www.c3s.cc/ueber-c3s/konzept/). Sie selbst haben sie mir als Informationsquelle empfohlen. Daß Ihnen die Bedeutung des Satzes nicht klar ist, kann ich nicht annehmen, ich muß deshalb feststellen, daß Sie bewußt zu desinformieren suchen. Träger und Verantwortlicher der C3S SCE ist bekanntlich der Düsseldorfer Verein „OpenMusicContest.org“, dessen Website von Christoph Scheid betrieben wird – einem Marburger Mitglied der Piratenpartei.

Kommentar von Hartmut Noack:
@XB Liebiger es freut mich, dass hier langsam wieder ein vernünftiger Ton einkehrt.

Ich bin sicher, dass ich in Piratenkreisen nicht sehr viel Beifall erwarten darf aber dem Vorschlag, bei der Rechtsdurchsetzung härter gegen Portalbetreiber vorzugehen, stimme ich zu.
Wer einen Laden eröffnet, begibt sich in das Wirtschaftsleben und in diesem gelten Regeln, die die Interessen aller Beteiligten vernünfig ausbalancieren sollen. Das ist nicht der Raum, in dem Meinungsfreiheit und Privatsphäre Sonderrechte legitimieren.

Wer nur Meinungen und Informationen frei verbreiten will, muss sich durch den Verzicht auf Kommerz vor Verfolgung schützen können. Wer Geld verdienen will, muss auf die kommerziellen Privilegien derjenigen Rücksicht nehmen, deren Werker er/sie benutzt.
Um Missverständnisse zu vermeiden: auf die Attributionsrechte muss immer Rücksicht genommen werden.

Ich stelle mir folgendes Scenario vor:

1.) Ein Forum wird von einem gemeinnützigen Verein oder einer Privatperson aus eigener Tasche finanziert und macht keinerlei Gewinne. Gelegentlich schreiben Besucher über Bücher und posten dabei auch längere Zitate. Es kommt auch vor, dass ein Nutzer ein Buch als Datei an einen anderen Nutzer schickt. Und in den Beiträgen tauchen Links auf Torrentdownloads auf.

Der Betreiber sollte vor Verfolgung sicher sein, solange er Takedown-Notices in angemessener Zeit berücksichtigt und solange er dagegen vorgeht, falls sein Forum für illegale Verkäufe missbraucht wird.

2.) Ein Blogger schreibt Rezensionen über Literatur (oder Filme, oder Musik) in denen er die besprochenen Werke ausführlich zitiert und Links auf Streamangebote Dritter setzt, bei denen er davon ausgehen darf, dass diese legal sind. Der Blogger finanziert sich durch Werbung, die Rezensionen stehen im Mittelpunkt des Angebots, es gibt keine Links auf illegale Downloads. Falls dergleichen dennoch versehentlich oder in einem Besucherpost auftritt, befolgt der Blogger Takedown-Notices umgehend.
Die Seite dient dem Blogger als Einkommensquelle, er verkauft Werbeflächen und nimmt Gratifikationen von seinen Besuchern entgegen.

Auch solche Angebote sollten sicher sein. Eventuell könnte man festlegen, dass die Autoren, die zitiert und/oder als Stream verlinkt werden, eine Benachrichtigung erhalten müssen. Dabei muss aber sicher sein, dass solche Autoren dann nur bei nachweislichen Verletzungen ihrer Rechte (falsche Attributierung, fehlerhafte Zitate, Links auf Downloads aus offensichtlich illegalen Quellen) die Veröffentlichung bemängeln dürfen. Auf keinen Fall dürfte damit zum Beispiel die Satirefreiheit eingeschränkt werden. Auch ätzende Verrisse und fiese Parodien müssen geschützt sein.

3.) Ein kommerzielle Portal bietet geschützte Daten an.

Es muss Takedown-Notices beachten und einen angemessenenen Anteil der eigenen Einnahmen je nach Nutzung an die Autoren abführen. Bei nachgewiesener Nichtbeachtung der Regeln mögen die Anwälte abmahnen, wie sie es gwohnt sind.

Die Staaten sollten Verträge eingehen, die die nötige Rechtshilfe bei Verstößen und auch die in 1. und 2. beschriebenen Sonderrechte zum Schutz der Meinungsfreiheit gewährleisten.

Ich bin sicher, dass Regelungen in dieser Art eine erhebliche Verbesserung der Situation für alle beteiligten Seiten bewirken können.

Kommentar von Lars Sobiraj:
Lieber Herr Virch. Geht’s jetzt wieder mit der Trollerei los?

Kommentar von Hartmut Noack:
Ich habe leider öfter festgestellt, dass in solchen Diskussionen von einzelnen Teilnehmern eine regelrechte Wand aufgebaut wird. Man unterstellt der Gegenseite, irgendwelche Informationen zu ignorieren oder nicht zu verstehen und nimmt sich damit heraus, auf sachliche Gegenargumente nicht einzugehen.

Ich denke, dass das teilweise gelernte Techniken aus billigen Rhetorikratgebern sind.

Man kann auch Sachen ablehnen, die man in der Tat genau kennt. Und ich muss auch keine Plattenfirma leiten, um über die Geschäftspraktiken in der Szene Bescheid zu wissen. Als Journalist/Kommentator sollte man gar nicht selbst involviert sein.

Hinzu kommen gerne Andeutungen über irgendwelche Sachverhalte, die die gegnerische Argumentation als auf falschen Annahmen aufgebaut erscheinen lassen. Gerne auch nur Andeutungen auf Interpretationen von solchen Andeutungen, die dritte in der Diskussion gemacht haben.

Ich habe jetzt 2 Tage in verschiedenen Musikerforen nachgefragt, ob man tatsächlich über einen Verlag einzelne Kompositionen bei der GEMA anmelden kann, während man andere nicht registriert und zum Beispiel CC veröffentlicht. Die einzige Antwort ist bisher eine Vermutung, das sei ein Gerücht. Selbstverständlich steht auch auf der Webseite der GEMA nirgends, dass so ein Vorgehen möglich sei.

Kommentar von Lars Sobiraj:
Da Herr Erich Virch meines Erachtens nach nicht weiß, wie man sich benimmt, werde ich von ihm bis auf weiteres keine Kommentare mehr freischalten. Wer auf Ermahnungen nicht reagiert, darf sich gerne woanders austoben.

Auf Wiedersehen, Herr Virch!

Kommentar von XB Liebiger:
Ich könnte sehr viel dazu schreiben, versuche mich aber kurz zu fassen.

Ich glaube Ihre Szenarien 1 und 2 sind nicht Problem.
Aber ganz recht, wer ein Angebot im öffentlichen Raum Internet zur Verfügung stellt, sollte dafür Verantwortung übernehmen.

Allerdings haben wir einen Rechtsrahmen, der solche Verantwortung ausschließt.
Das haben mittlerweile auch Richter in Deutschland erkannt und daher gibt es mittlerweile immer mehr Urteile, die ganz klar sagen, dass Notice&Takedown eben nicht reicht, wenn das Geschäftsmodell Verantwortung nicht möglich macht.
Wer seinen Kunden Anonymität verschafft, hat andere Prüfpflichten.
Suchen Sie gern mal nach GEMA ./. Rapidshare Urteil aus dem August 2013.

Kommentar von malvar infected:
Ich habe die bisherige Diskussion nicht verfolgt, möchte aber gerne auch einmal meine Meinung zum Thema beitragen:
(Ich richte mich hierbei an den Autor des Artikels und nicht an die Kommentatoren, die ich nicht gelesen habe.)

Ich denke, ein großes Problem mit ebooks ist immer noch der Preis.
Wenn ich ein Buch aus Papier kaufe, habe ich einerseits etwas „reales“ in der Hand und nicht nur eine Datei.
Viel wichtiger dabei ist aber, dass ich mit dem gekauften Buch auch viel mehr anstellen kann:
Zuerst einmal lese ich das Buch natürlich selbst.
Danach verleihe ich das Buch an mehrere Leute, die mir nahe stehen und denen ich diese Lektüre auch gerne zukommen lassen möchte.
Und wenn ich will, kann ich das Buch danach auch einfach weiterverkaufen, falls ich es nicht im Regal stehen haben möchte, um mich daran zu erfreuen.

All das kann ich nicht nur tun, sondern ich darf(!) es auch.

Wenn ich ein Taschenbuch für 10€ kaufe, beinhaltet der Preis nicht nur mein eigenes Lesevergnügen sondern auch das von durchschnittlich 2 weiteren Leuten, mit denen ich gelegentlich Bücher austausche und ich bin in dieser Hinsicht nicht einmal besonders gut vernetzt.
Theoretisch könnte ich mich mit einer viel größeren Gruppe Menschen zusammenschließen und nur einen Bruchteil der Bücher, die ich lese, auch wirklich selbst kaufen.
Und noch immer ist daran absolut nichts illegales.

Jetzt zum ebook im Vergleich:
Es gibt definitiv Vorteile, oder zumindest einen: ebooks wiegen niemals mehr als mein Kindle und ich kann davon Unmengen auf einmal mit mir herumtragen.

Nachteile gibt es aber auch:
Ich kann nicht mal eben zurückblättern, um etwas nachzuschlagen.
Ich habe außerdem kein schönes Buch fürs Regal.

Für diesen Unterschied werden mir aber auch meistens ein paar Euro vom Preis erlassen, was an sich fair ist.

Aber:
Ich kann dann noch immer mein gekauftes Buch nicht einfach verleihen, es sei denn ich verleihe meinen Kindle gleich mit.
Wenn meine Freundin das Buch auch lesen möchte, muss sie es noch einmal zum vollen Preis kaufen.
Das selbe gilt für meine Oma, meine Mutter und jedes andere Familienmitglied, dem ich gerne dieses tolle Buch leihen möchte.

Aus diesem Grund bekomme ich beim ebook eben doch nur einen Bruchteil des Wertes, den ich bei einem Buch kriegen würde, aber letztendlich bezahle ich fast genauso viel dafür.

In deinem Fall ist der Preisunterschied schon ungewöhnlich hoch. Statt 12,95 bezahlt man für die digitale Version deines Buches nur 4,49.
Das ist etwas mehr als ein Drittel.

Und aus meiner Sicht ist damit das Preis-/Leistungsverhältnis immer noch schlechter als bei der Papierausgabe, denn wenn noch 2 weitere Leute das Buch lesen wollen, kostet das schon 52 Cent mehr und ich habe trotzdem kein Buch, das ich ins Regal stellen kann.

Von deiner Seite betrachtet, sieht das Ganze sogar noch viel extremer aus, denn obwohl ich nur für einen Leser bezahle, nimmst du 3,3mal so viel Geld ein, wie wenn ich die Papierausgabe gekauft hätte.

Wenn ich es ganz genau nehme, läuft das auf Folgendes hinaus:
Wenn ich das ebook kaufe, bekommst du von mir mehr als 3mal soviel Geld wie bei der Papierausgabe, aber ich erhalte dafür nichtmal ein Drittel des Wertes.

Und ab diesem Punkt lasse ich jetzt mal den rechtlichen Aspekt außen vor und beschränke mich auf das, was mir mein persönliches Rechtsempfinden sagt:

Wenn auf ein von dir verkauftes ebook zwei Raubkopien kommen, verdienst du immer noch deutlich mehr, als wenn jeder, der dein Buch kauft, sich für die Papierausgabe entscheidet und diese dann völlig legal(!) mit mehreren Freunden teilt.

Oder anders gesagt:
Wenn ich nur für ein Drittel meiner ebooks bezahle, anstatt mir jedes Buch entweder auf Papier zu kaufen oder es mir auszuleihen, schade ich damit noch lange keinem Autoren, sondern tue ihnen damit sogar noch etwas gutes, wenn ich von den Zahlen ausgehe, die du genannt hast.
Und selbst bei durch den Verlag verkauften ebooks, wo die Autoren auch am ebook deutlich weniger verdienen (obwohl es meistens viel teuerer verkauft wird), verursache ich noch immer keinen wirklichen Schaden.

Aus meiner Sicht ist das der Grund, warum sehr viele Menschen sich illegal ihre ebooks besorgen:
Nicht, weil sie nicht bereit sind, für etwas gutes zu bezahlen, sondern weil sie sich bei den aktuellen ebook-Preisen schlicht und einfach komplett über den Tisch gezogen fühlen!

Natürlich gibt es auch Leute, die schlicht und einfach zu geizig sind, um für ein gutes Buch zu bezahlen, aber diese Leute können genauso gut alle Bücher die sie lesen wollen ausleihen, sei es von weniger geizigen Freunden oder öffentlichen Bibliotheken.

Für mich lautet das Fazit insofern:
ebook-Piraterie ist etwas, das du einfach akzeptieren solltest, denn dir entsteht nicht wirklich ein so großer Schaden, wie du auf den ersten Blick denken könntest.
Wahrscheinlich entsteht dir realistisch betrachtet sogar überhaupt kein finanzieller Schaden und was den emotionalen Aspekt betrifft, kannst du selbst entscheiden, ob du dich ärgerst, dass Leute (!)ohne zu bezahlen(!) dein Buch lesen oder dich freust, dass Leute ohne zu bezahlen (!)dein Buch lesen(!).

(Nebenbei erwähnt: Bei Musik- und Filmpiraterie ist inzwischen auch noch ein weiterer Aspekt hinzugekommen.
Durch die massive Anti-Raubkopie-Lobbyarbeit wurden viele Leute extrem verärgert und manche (wie ich) würden sogar so weit gehen, zu sagen, dass sie nicht mehr mit gutem Gewissen für etwas bezahlen können, wenn das Geld darin investiert wird, Politiker dahingehend zu beeinflussen, dass sie einen Überwachungsstaat bauen, in dem Raubkopien zusammen mit ein paar Grundrechten in der Versenkung verschwinden oder in teuere Gerichtsprozesse, in denen Menschen wegen eines Bagatelldelikts in den finanziellen Ruin getrieben werden.
Die Buchverlage haben sich glücklicherweise in dieser Hinsicht noch nicht in die Nesseln gesetzt.)

Abschließend noch ein paar Worte zu deinem anderen Problem:

Ein Buch zu schreiben ist teuer und zeitaufwendig und nur die wenigsten Autoren schaffen es, in die glückliche Position zu kommen, damit ihren Lebensunterhalt verdienen zu können.
Für die meisten Autoren ist das Schreiben hingegen ein zeitaufwendiges und teueres Hobby, das sie mit ihrem eigentlichen Beruf mitfinanzieren.

Das hat allerdings nichts mit den ebook-Raubkopien zu tun, die seit ein paar Jahren durch das Internet wandeln, sondern war auch schon vorher so.
Schreiben ist (bis auf ein paar Ausnahmen) brotlose Kunst und das wird es wohl auch immer bleiben, denn es gibt nunmal sehr viele Leute, die ein Buch schreiben wollen und einen im Gegensatz dazu extrem begrenzten Markt.

Ich kann mir vorstellen, wie frustrierend es ist, so viel Zeit und Geld in etwas zu investieren, das viele Leute dann lesen und trotzdem mit Verlust dabei herauszukommen, aber ich denke, das ist einfach die falsche Sichtweise.
Dass du ein Buch schreiben und vielen Menschen nahe bringen kannst, ist ein großer Luxus, um den dich viele beneiden.
Und was ist daran so schlimm, für diesen Luxus deine Zeit und ein bisschen Geld zu bezahlen?

PS: Auch wenn ich deine Sichtweise auf das Thema nicht ganz teilen kann, finde ich es super, dass du dich damit auf diese Weise auseinander setzt, anstatt unhinterfragt „die bösen Raubkopierer“ als Ursache deiner Probleme als Künstler zu definieren und dann wüst auf selbige einzuhacken.
Ich hoffe, dass mein Kommentar bei dir nicht den Eindruck erweckt, ich hätte keinen Respekt vor der Arbeit, die du ins Schreiben investierst, denn das Gegenteil ist der Fall. Ich denke lediglich, dass niemand erwarten sollte, mit Kunst etwas verdienen zu können, sondern dass dies ein sehr seltener Ausnahmefall ist.
Falls es mir gelungen ist, deine Sichtweise auf das Thema Raubkopien etwas zu erweitern, würde mich das sehr freuen.

Kommentar von XB Liebiger:
Zwei Punkte dazu:

Preise:
Ich fühle mich an der Tankstelle auch über den Tisch gezogen. Berechtigt mich das zu irgendwas? Also von mir aus nur moralisch.

Lobby: Guter Mann, wo leben Sie? Da zerren noch ganz andere am Gesetzgeber herum. Da sind die Kreativbranchen noch die kleinsten Lichter. Sie können sich ja mal mit den Lobbyausgaben von Google&Co. beschäftigen. Vergleichen Sie gern mal die Summen.

Kommentar von Hartmut Noack:
Wer seinen Kunden Anonymität zusischert, muss sie auch bei Verstößen gegen vernünftige Regeln frei stellen. Nach dem Motto: „Unser Kunde ist schuld, aber wir haben versprochen, ihn nicht zu verraten, also stehen wir dafür grade.“

Wenn man die Regeln so gestaltet, dass dabei tatsächlich der Meinungsvielfalt gewidmete Seiten weniger streng rangenommen werden wie rein kommerzielle Angebote, wäre das nach meiner Ansicht ausreichend für den Schutz der Bürgerrechte.

Kommentar von ein ganz normaler Leser:
hier mal ein beispiel:
ich bin examinierter krankenpfleger und werde seit der umstellung auf den euro, dazu gezwungen für die hälfte von zu wenig zu arbeiten. bei einem fulltimejob (schichtarbeit mit wochenenden) bedeutet das, für ca 13-15€ die stunde brutto ungefähr 1600€ mit nach hause zu nehmen. bei einer miete von 600€ für 50 qm (großstadtpreise) + strom, +wasser, +gas, +telefon können sie sich ungefär vorstellen, was da übrig bleibt. keine chance zb eine familie zu ernähren, ganz im gegensatz zu einem hochschulprofessor der sich hier ausheult.
buchpreise wurden in selbiger zeit (seit 2001) schlichtweg verdoppelt. wer hätte denn früher 20 mark plus x, für ein taschenbuch bezahlt, oder 50 mark plus, für ein hardcover. etwas befremdend, dass die autoren die jetzt so laut brüllen, davon nie eine gefahr ausgehen sahen. mein kaufverhalten, was bücher angeht hat sich jedenfalls komplett geändert. gekauft wird nur noch 2ndhand über booklooker.de oder zvab.de, meistens aber für 10 cent in der pfarrbücherei ausgeliehen.
ihr buch „asylon“ habe ich letztes jahr zum geburtstag bekommen, ca. 40 seiten gelesen und dann abgebrochen, da es mir einfach nicht gefallen hat (reine geschmackssache). seitdem versuche ich es über booklooker wieder zu verkaufen (fast neu für 3€), aber es will keiner.
es ist halt wie immer… qualität setzt sich durch, der rest geht auf den grabbeltisch.