Von Einem der auszog, ganz allein ein Buch zu veröffentlichen

Kommentar von robin:
Hartmut,

Mal ehrlich.

Wenn einer neue Wege gehen will, dann hält ihn doch wirklich nichts und Niemand davon ab. Und wer braucht schon das doofe deutsche Radio, wenn er das weltweite Internet hat? Der Verdienstausfall dadurch lässt sich doch bestimmt leicht mit alternativen Geschäftsmodellen kompensieren, oder?

Statt sich also den notwendigen Rückenwind für die Karriere bequem durch einen bösen und vermeintlich total unfairen Knebelvertrag mit einem klassischen „Industrievermarkter“ zu besorgen, kann das ‚neue Talent‘ doch einfach die nötigen Dienstleistungen selber zusammen kaufen.

Genau wie Thomas Elbel es vorgemacht hat.

Er trägt dann einfach selber das volle finanzielle Risiko und braucht sich nicht über irgendwelche aufgezwungenen Absicherungsmechanismen ( das allein ist die Gema i.d. R. innerhalb einer solchen Konstellation ) zu ärgern. Natürlich kommt er dann auch in den Genuss der ungeschmälerten Vergütungen aus der Verwertung ( Spotify, Youtube, Webradios, Downloads etc…), da er alle Rechte behält, und theoretisch sogar die Nutzungspreise in den Medien selber festlegen kann.

Also - was denn nun?

P.S. Nur informativ: Promotion für ein Quartal Funk und Fernsehen beginnt so bei 3000,- als Basistarif. Im Erfolgsfalle, also wenn man tatsächlich z.B. im TV gut platziert wird, kann leicht zusätzlich ein Mehrfaches fällig werden.

Solche Kosten tragen Labels z.B. - Kann man aber natürlich auch einfach selber bezahlen.

Es sind im Moment sehr viel ‚freie‘ Berater und Promoter in der Szene unterwegs, die sehr kompetent sind und sich freuen, da weiter zu helfen.

Der Himmel ist da ganz weit offen, wenn Du so willst.

P.S.: Die böse Verwertungsindustrie hat auch keine anderen Ressourcen für ‚return on investment‘ als ein kleiner Hansel, der auf eigenem Label veröffentlicht. Auch die müssen investieren, sonst passiert gar nix. Dass sie da nicht auf potenzielle Gemaeinnahmen verzichten wollen ( und können ), ist doch wohl klar.

Es ist auch eher ein Beweis für die Solidität und Qualität der Gema als funktionierende VG, denn irgend etwas anderes.

Ach ja…Ideologie und Geschäft passten übrigens noch nie gut zusammen.

Kommentar von robin:
Nachtrag:

Spätestens seit der ‚spacenight‘ wissen wir ja nun auch alle, dass es offensichtlich keine höhere Macht gibt, die einem ÖR-Sender die Verwendung von CC-Musik per se unmöglich macht.

Kommentar von Moritz »mo.« Sauer:
Radiosender bzw. Sendungen in denen massiv und viel CC-Musik gespielt werden:

  • RBB // Radio Fritz // Sendung Trackback (auch als Podcast
  • dradio // Breitband // Check die Rubrik Netzmusik

Kommentar von Moritz »mo.« Sauer:
Wider dem elenden GEMA-Bashing

Am Besten Du hörst Dir mal für tiefergehende Informationen von Lars und mir die digitalKultur.TV-Sendung »GEMA versus YouTube« MP3 (ausführliches Interview) an.

Weitere Informationen: Wenn Du z.B. nicht alle Deine Songs/Kompositionen von der GEMA verwertet haben willst, kannst Du über einen Verlag einen Umweg machen. Der Verlag meldet dann nur die Werke an, die die GEMA verwerten soll. Mit allen anderen Werken kannst Du dann machen was Du willst. Oder Du geht zu einer anderen Verwertungsgesellschaft in Europa. Einige nehmen auch Deutsche auf :slight_smile:

Kommentar von robin:
Also ich ärgere mich gerade, dass ich auf das Thema überhaupt eingestiegen bin, denn dieser Thread hat ja wirklich nicht ‚Nachhilfe in Basiswissen Musikverwertung‘ zum Thema, sondern den Selbstverlag von Büchern.

Zumal der liebe Hartmut als professioneller ‚Journalist‘ und leidenschaftlicher Musikliebhaber sicherlich alle Möglichkeit hat, sich dieses rudimentäre Basiswissen ganz kurzfristig selber anzueignen.

Wundern tut mich nur, dass er das nicht mal gemacht hat, BEVOR er hier mit seinen steilen Thesen aufschlägt.

Obwohl…eigentlich wundert’s mich nicht.

Kommentar von Hartmut Noack:
Unmöglich ist es nicht. Unter anderem, weil es rechtlich völlig unbedenklich ist. Nur wird es eben so gut wie gar nicht gemacht.

Kommentar von Hartmut Noack:
Danke für den Hinweis auf den Verlag. Wenn ich das richtig verstehe, wäre dann der Verlag GEMA-Mitglied, ich selbst aber nicht ja?
Wenn das so richtig ist, wäre es zwar immer noch krude aber immerhin eine sehr starke Verbesserung der Situation, wie sie sich mir bisher darstellt. Auf Anfrage bei der GEMA habe ich allerdings keinen solchen Hinweis bekommen und wenn ich die Angaben auf der Seite der GEMA richtig verstehe, sieht sich die GEMA auch als Verein von natürlichen Personen, auch auf der Webseite sehe ich nirgends einen Hinweis, dass man Musik auch über einen Verlag(der ja dann Mitglied sein müsste) anmelden kann.

Jedenfalls: wenn dieser Weg tatsächlich ganz offiziell gegangen werden kann, bliebe nur noch das Problem mit der Abmeldung von Stücken.

Die GEMA vs. Youtube Sache habe ich in diesem Zusammenhang hier nicht gemeint. Das ist ein ganz anderes Thema, bei dem sich wohl beide Seiten nicht sehr mit Ruhm bekleckern.

Kommentar von Lars Sobiraj:
Ich würde auch sagen, lasst uns doch beim Thema bleiben. Es ging um E-Books und nicht um Creative Commons vs. GEMA. Das können wir gerne später noch durchnudeln. :wink:

Kommentar von does not care:
Ich kenne keinen Autor, der aktiv mit Filesharing Werbung gemacht hat. Somit gibt es auch kein Beispiel bei dem ein Autor die Charts beherrschte.

Kommentar von Lars Sobiraj:
Ich kenne einen sehr erfolgreichen Autor, der sehr aktiv Werbung mit Filesharing für seine Bücher gemacht hat

Paolo Coelo Aber zugegeben: Der Mann war vorher schon sehr populär, seine Popularität hat der Verlag (die Verlage) aufgebaut. Er musste nicht bei null anfangen.

Kommentar von XB Liebiger:
Ist doch kein Problem, wenn ein Autor den Weg gehen will, dann kann er das machen.
Das leitet doch aber nicht das Recht ab, dass dann auch Werke derjenigen machen kann, die das nicht wollen.
Man kann und darf niemanden dazu zwingen, aber genau das wird gemacht.

Nochmal: Die Piraten Autoren gehen diesen Weg nicht. Obwohl sie ihn propagieren. Sie lassen sich lieber nette Vorschüsse zahlen und setzen auf das ganz normale Verlagsmodell. Erstaunlich oder. Die verhassten Verlage, die Content Mafia scheint ja doch nicht so schlecht zu sein.

Kommentar von XB Liebiger:
Die Erkenntnis lautet anders: Es gibt solche Portale, weil es eine Lücke in der Rechtsdurchsetzung gibt.
Die Frage ist, ob man das so akzeptieren muss.
Die gleiche Lücke, die übrigens auch angrenzende Rechtsgebiete betrifft.
Und verehrter DNC, damit jetzt nicht gleich ein Veto kommt, natürlich müssen sich Inhalteanbieter auf alles mögliche einstellen.
Das bedeuten auch Angebote zu schaffen, die Piraterie überflüssig machen.
Es muss aber immer eine Zangenbewegung sein.

Kommentar von Moritz »mo.« Sauer:
Brannte mir einfach unter den Fingern, Ihr habt schon recht. Ich würde den Thread sowieso jetzt schließen. Wurde ja alles gesagt. Jetzt müsste man noch einmal die Kommentare durchkämmen und Irrtümer noch einmal neu beleuchten und erklären. Darum habe ich das hier mit dem GEMA Dings gemacht.

Kommentar von Moritz »mo.« Sauer:
In dem langen MP3-Interview geht es noch um viel, viel mehr. Lass Dich nicht vom Titel in die Irre führen.

Kommentar von Hartmut Noack:
Ich trete hier mit meinem Klarnamen an, „robin“ und unter dem findest Du auch viel von meiner Arbeit im Internet.
Da Sie selbst nur unter einem halbwegs unoriginellen Pseudonym auftreten, könnte ich eigentlich bei der Einschätzung Ihrer Person ausgehen, wovon ich gerne möchte. Sowas in der Art frustrierter Taxifahrer, der lieber berühmter Autor wäre aber irgendwie keine Leser finden kann. Tu ich aber nicht, ist nicht mein Stil.

Was mir entgegenschlägt ist genau das, was Ihre Fraktion den Piraten so gerne vorwirft: Gedankenlosigkeit, Hass, Wut und ganz allgemein Mangel an Kultur.

Ganz besonders Diskussionskultur. Dazu gehört, dass man auch mal eingesteht, von einem Kontrahenten etwas neues gelernt zu haben. Ein Phänomen, das ich auf Ihrer Seite des Streits so gut wie nie beobachtet habe.

Ich stimme @Lars Sobiraj insofern zu, dass es hier weniger um MP3-Musik gehen sollte, ich werde das GEMA-Thema nicht mehr besprechen. Mit Creative Commons/Copyleft ist es eine andere Sache, weil das durchaus auf Bücher zutrifft.

Noch ein letztes Wort zu meinen steilen Thesen: Ich bewerte die GEMA ausschließlich nach Aussagen, die ich direkt von der GEMA auf Anfrage erhalten habe. De Kommunikationspolitik dieses verkommenen Haufens von selbstherrlichen Machtmenschen ist nicht mein Problem.
Ich habe in letzter Zeit öfter beobachtet, dass die Herren versuchen, zurückzurudern, indem sie selbst Lücken in ihrem System der Zentralkontrolle ausstreuen, die sie weder auf Anfrage noch in ihren offiziellen Verlautbarungen erwähnen. Ich denke, wenn man bei der GEMA alle Funktionsträger entlassen und den ganzen Verein neu und diesmal demokratisch und offen aufbauen würde, dann könnte es noch was werden, ansonsten wäre Entmachten/Abschaffen auch noch eine Variante…

Ich nenne hier mal Cory Doctorow, der nicht nur ein ziemlich erfolgreicher, sondern auch ein ziemlich anerkannter SF-Autor ist.

Ich selber als Journalist schreibe auf Auftrag. Es gibt Leute, die bezahlen mich ganz einfach dafür, dass ich was schreibe. Und ich habe von meinen Verlagen noch nie Klagen über „Raubkopierer“ gehört. Sie benutzen das Thema nach nicht einmal dazu, die Preise zu drücken. Ehrliche, professionelle Leute, mit denen ich gern zusammen arbeite.

Kommentar von robin:
Lieber Hartmut,

Deiner Fantasien zu meiner Person will ich ganz sicher keine Schranken auferlegen. Du darfst Dir da gerne denken, was immer Du willst.

Dennoch:

Du hast diesen Thread in der Weise umgelenkt, dass unter anderem ich beginnen musste, Dir ganz grundlegende Dinge zum off topic ‚Gema‘ zu erklären.

Das kam daher, weil Du ein paar Behauptungen in den Raum geworfen hast, die weder von den Fakten noch von den von Dir dazu behaupteten Zusammenhängen richtig und stimmig sind.

Dass Du nun in Anbetracht dessen auch noch voller Stolz auf Deine ‚offizielle‘ journalistische Tätigkeit im Netz verweist, macht mich allerdings noch stutziger.

Wenn Du auch dort die Wegstrecke von ordentlicher Recherche über saubere Darstellung bis hin zu fundierter Meinungsäußerung so hoppla-hopp und lückenhaft beschreitest wie hier, dann kann Deine Arbeit keine allzu hohe journalistische Qualität haben. Das meine ich übrigens ganz sachlich, handwerklich.

Deine Wortwahl ( „…verkommenen Haufens von selbstherrlichen Machtmenschen“ ) demonstriert dann noch mal abschließend Deine journalistische Stilsicherheit.

in diesem Sinne

…ahoi

Kommentar von Erich Virch:
Lieber Hartmut Noack, daß Sie (wie ich) mit Klarnamen posten, finde ich erfreulich. Unerfreulich ist hingegen Ihr verdruckster Angriff auf Robin. Ich habe diese typische Art von Ausfälligkeit schon zu Anfang der Debatte mit „deine Kunst ist ganz schlecht“ umschrieben. Seien Sie versichert: Sie liegen falsch – und zwar aufs peinlichste. Auf Ihre Gemaschelte gehe ich nicht näher ein, weil off topic. Nur soviel: Sie sind doch Journalist. Würden Sie zwecks sachlicher Recherche vielleicht mal das Gemastatut und ein paar Geschäftsberichte lesen (alles im Netz zu finden), bevor Sie sich zum Thema äußern? Wiedergekäutes Hörensagen hat mit Journalismus nichts zu tun.

Übrigens: jede CC-Lizenz ist nichts anderes als eine Verzichtserklärung des Urhebers.

Kommentar von Lars Sobiraj:
Lieber Herr Virch. Seien Sie versichert: Das mit der Verzichterklärung aufgrund der CC-Lizenz ist falsch! Die Lizenz ist ein Zusatz zum bestehenden Urheberrecht, kein Ersatz und auch keine Verzichtserklärung. Das hängt natürlich im Einzelfall davon ab, welche CC-Lizenz der Urheber wählt. Er kann sein Werk per CC verschenken, muss es aber nicht.

Die C3S (in Gründung befindliche europäische Genossenschaft) wird sich um eine Verwertung der Werke kümmern, nicht um das Verschenken der Werke, dafür brauchen die Musiker oder sonstigen Urheber kein Unternehmen! Bitte, tun Sie mir den Gefallen und schauen Sie sich hier einmal um: https://www.c3s.cc/ueber-c3s/hintergrund/

Kommentar von Erich Virch:
Falsch, Herr Sobiraj. Im Urheberrecht sind alle Rechte des Urhebers an seinem Werk gesetzlich festgelegt. Bei der Erteilung von CC-Lizenzen legt der Urheber fest, auf welche dieser Rechte er verzichtet.

Kommentar von Hartmut Noack:
@robin

falls meine Antworten den Eindruck erweckt haben sollten, dass ich nach Ihren oder anderen Aussagen zur GEMA irgendwie meine hier vorher geäußerte Ablehnung relativiert hätte, bitte ich dieses Missverständnis zu entschuldigen.

Selbstverständlich bleibe ich bei meinen Vorwürfen gegen die GEMA und deren Konzept der totalen Kontrolle des gesamten Werks ihrer Mitglieder. Die Sache mit dem Verlag kannte ich zwar nicht aber bisher habe ich dazu nach Nachfrage bei dritten auch keinerlei Bestätigung erhalten, scheint sich wieder um so eine Nebelkerze auf Basis irgend eines kruden Tricks zu handeln.

Als Journalist würde ich darüber nicht groß schreiben, das tun andere bereits, die 1:1 genauso wie ich darüber denken. Diese werden gedruckt und die GEMA erwirkt keine Gegendarstellungen - weil das nur geht, wenn man im Recht ist.

Wollen wir jetzt nicht zum Thema zurückkehren? Eigentlich haben wir doch die von Ihrem Bruder im Geiste „XB Liebiger“ aufgebrachte Frage geklärt, „wo denn die CC Künstler seien, die Stadien füllen.“

Also bitte: Wieso kommt Cory Doctorow anscheinend ganz prima um die Runden, obwohl er doch seine Romane selber CC ins Netzt stellt?