Kommentar von Lars Sobiraj:
Trent Reznor ist wieder bei einem regulären Plattenlabel!
Kommentar von morgenstern:
Weil es in einem Fall nicht angenommen wurde, schließen Sie gleich, dass der deutsche Leser es nicht mag?
Gilt natürlich auch im umgekehrten Fall, ein Erfolg besagt nicht, dass es bei jedem klappt. Aber bitte, es war noch nie so, dass ein Konzept jedem zu gleichermaßen Erfolg verhalf. Ansonsten wären vielleicht alle Dichter und keiner mehr Maurer. ![]()
Kommentar von XB Liebiger:
Hartmut Noack: Ja, stimmt. Wie Lars Sobiraj richtig anmerkte ist er mittlerweile wieder bei einem Majorlabel. Das kann man sicherlich auch nicht allein mit Stockholm Syndrom erklären.
Vielleicht können wir uns aber darauf einigen, dass man diejenigen Autoren (kann ja auch Buch sein) die den so oft gewiesenen neuen Weg gehen und die damit messbaren Erfolg hatten an wenigen Fingern abzählen kann.
Piratens machen es ja vor, deren führende Köpfe finden Verlage gar nicht so schlecht. Veröffentlichen ihre Bücher eben auf die klassische Art und Weise.
Ich wollte eigentlich auch gar nicht auf die CC Problematik eingehen, weil das ein sehr weites Feld wäre. Die Botschaft ist eine andere: Noch fehlt der Beweis, dass diese vielbeschworenen neuen Geschäftsmodelle breit funktionieren.
Kommentar von XB Liebiger:
Herr Noack,
Niemand kennt die tatsächliche Zahl einer Flaterate in Deutschland.
Ich auch nicht. Ich bedauere außerordentlich, dass ich die Zahl mit 20-30 fach taxiert habe. Das war ein Fehler.
Ich korrigiere: Ein x faches der monatlichen Internetzugangskosten.
8 Euro, wie von den Grünen propagiert erscheinen mir nicht realistisch.
Ihren anderen Ausführungen kann ich nicht folgen. Viel Spaß dabei Kunst und Kreativität zu trennen. Ich stelle mir gerade in neues Ministerium vor, dass dann entscheiden muss, wer an einer solchen Flaterateausschüttung teilnehmen darf und wer nicht.
Daher rede ich doch von der gesamtem Kreativwirtschaft und rede sogar von allen digitalen Gütern, die man kopieren kann.
Von der Verteilungsgerichtigkeit mal ganz angesehen, versuchen Sie gern in der Bevölkerung, die jetzt schon beim Wort GEZ oder Teilnehmergebühr Wutanfälle bekommt, eine solche neue Gebühr zu etablieren.
Kommentar von robin:
„Der Zwang zum GEMA-Beitritt steht vorgedruckt in allen Verträgen von Produzenten, Verlagen und Plattenlabels.“
Das ist unrichtig. So einen Zwang gibt es nirgendwo.
Es ist jedoch ein Gebot der Vernunft, strikt kommerziell orientierte VGs wie die Gema oder ihre internationalen Pendants zu involvieren, sobald man im Rahmen einer Musikproduktion Geld in die Hand nimmt ( = professionelle Arbeitszeit investiert ).
Kommentar von Hartmut Noack:
Das war er früher auch schon. Trotzdem behält er die Rechte an seinen Werken und veröffentlicht Stücke und ganze Alben unter CC. In den USA geht das, in Deutschland ist es von der GEMA de facto verboten.
Kommentar von Hartmut Noack:
Ich habe vor 2-3 Jahren ein Demo für eine Country-Band produziert, die vor einem Jahr einen sehr kleinen Plattenvertrag bekommen hat.
Dabei gab die Firma zu erkennen, dass alle Bandmitglieder vor Vertragsabschluss selbstverständlich in die GEMA eintreten. Das sei bei jedem Plattenvertrag so üblich. Ich selber hatte auch schon einen Plattenvertrag vorliegen, den ich dann unter anderem aus diesem Grund nicht unterschrieben habe. Bei der Gelegenheit durfte ich mich auch auslachen lassen, als ich versucht habe, über im Vertrag abgedruckte Konditionen zu verhandeln.
Wenn Sie eine Band kennen, die ohne GEMA-Beitritt einen Deal bei einem durchschnittlichen Label bekommen hat: immer her damit, würde mich ganz ehrlich sehr interessieren.
Wenn man es statt „Zwang“ „Gebot der Vernunft“ nennt, klingt es natürlich gleich viel besser…
Kommentar von Lars Sobiraj:
Dafür gibt es ja hoffentlich schon bald die C3S als Alternative. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt. Leider wird die Anerkennung durch das DPMA noch sehr lange dauern.
Kommentar von Hartmut Noack:
Teilnehmen dürfte jeder, der seine Werke an Endverbraucher verkauft , eigentlich ganz einfach, würde ich sagen. Ein neues Ministerium bräuchte man dafür durchaus nicht.
Wenn man dazu noch kommerzielle Anbieter konsequent zur Kasse bittet, ist das Gesamtproblem zwar auch noch nicht gelöst aber immerhin würde sich die Situation für die Autoren erheblich verbessern.
Das einzige Problem, das ich dann noch in Sachen Gerechtigkeit sehen würde, wäre, dass es sehr schwierig sein wird, Trittbrettfahrer auszuschließen. Die meisten Autoren haben auch vor 20 Jahren so gut wie nichts verdient, wenn sie von einer Anschlussgebühr profitieren können, sind sie möglicherweise schnell bereit, ihre Werke selber im Internet auszusetzen. Damit sie dann sagen können: Seht her, ich werde raubkopiert, gebet mir alsogleich meinen fairen Anteil von der Anschlussgebühr!"
Würde ich hinnehmen, wenn damit nur endlich Schluss wäre mit der Hassdebatte.
Kommentar von does not care:
Wer bestimmt den Preis eines Buches? Und ist der gerechtfertigt? Wer entscheidet darüber? Die Fragen sind gleich. Alles andere ist immer austauschbar.
Konsumenten bezahlen am liebsten in Flatrates. Denn da sind die Kosten fix. Egal, wie viel, oder wenig konsumiert wird. Es ist immer gleich.
Kommentar von does not care:
Nein, ich verteidige hier keine Portale! Ich stelle lediglich zur Diskussion, dass es Alternative Modelle geben könnte. Und ich frage, wieso das niemand ernsthaft macht.
Wir müssen einfach endlich als gegeben sehen, dass es solche Portale gibt. Und wir müssen sehen, wie man trotzdem (oder gerade deswegen), neue Wege einschlagen kann. Allerdings bin ich da im Moment der Einzige, der überhaupt daran Interesse zu haben scheint.
Kommentar von does not care:
Fragen Sie Herr Prittlove, wie viel er damit verdient. Ich hab es nicht mehr im Kopf, und weiß auch nicht mehr den Podcast. Allerdings war ich überrascht, dass es doch so viel ist.
Das mit Creative Commons ist leider nicht so einfach. Die Gema verbietet leider, dass man alternative Lizenzen nutzt. Ist man einmal Gema-Mitglied, kommt man nicht mehr ohne weiteres davon los, jedenfalls nicht, wenn man von der Musik leben muss. Einmal in der Gema-Spirale kommt man nicht mehr raus.
Creative Commons wird nach meiner Vermutung in den nächsten Jahren noch viel stärker kommen. Spätestens, wenn die EU die Gema gestutzt hat…
Kommentar von robin:
Bloß:
Ein ‚Label‘ bekommt für das Erstellen von Tonträgern und deren Vermarktung keinerlei Gelder von der Gema.
Kommentar von Hartmut Noack:
Völlig egal, die Label machen es eben so. Auf die CD kommt ein GEMA-Stempel, fertig. Sonst spielt das keiner im Radio, etc etc
Sag doch mal: kennst Du ein Label, das schon mal ein Album in den Top 100 hatte, das in Deutschland einen Vertrag mit Musikern machen würde, die CC lizenzieren?
Kommentar von XB Liebiger:
Herr Does not Care.
Mööööp. Der Buzzer läuft heiß ![]()
Lassen wir Musik außen vor, weil man die GEMA Creative Commons Problematik nämlich nur dann diskutieren sollte, wenn man sie wirklich versteht.
Nehmen wir Buch Autoren. Ich lerne gern dazu. Wo sind die Autoren, die Charts beherrschen, weil so viel gute Werbung im Filesharing gemacht wurde? Bitte keine Einzelschicksale, es geht um breite Erfolge.
Wenn man Sie so reden/schreiben hört dann müsste das ja schon längst super funktionieren.
Nochmal: Sogar bei Familie Piratens setzt man auf solche Modelle nicht. Spricht ja nicht gerade dafür, oder?
Kommentar von robin:
Es gibt ja jede Menge gemafreie Musik, und sicherlich auch Label, die sie veröffentlichen. Ich kann Dir aber keine Namen nennen, das ist nicht meine Baustelle ist. Und ob die jetzt nur deshalb nicht, oder fast nicht im Radio laufen, und nicht Top 100 gehen, weil da nicht ‚Gema‘ draufsteht…?
Nachdem was ich bislang aus dieser Ecke so musikalisch gehört habe, hege ich persönlich da so meine Zweifel.
Kommentar von XB Liebiger:
Herr Noack,
ich meinte mit Kunst und Kreativität eigentlich etwas anderes.
Denn ich glaube nicht, dass Sie so eine Gebühr nur auf Bucherzeugnisse beziehen können. Benachbarte Kreativbranchen (ich nenne sie jetzt einfach mal so) werden sich bedanken. Wie gesagt, unter der gleichen Problematik leiden diese Branchen genauso.
Außerdem gebe ich zu bedenken, dass es jetzt schon reichlich Diskussionen um vergleichbare Gebühren (GEZ/Teilnehmergebühr) gibt.
Das dürfte mit einer Abgabe für Bücher noch ein Spur heiterer werden.
Kommentar von glumm:
Spätestens nach der Lektüre dieses Artikels weiß ich endlich, warum immer noch kein Buch von mir auf dem Markt ist und warum das auch noch eine sehr lange Zeit so bleiben wird.
Ernüchterte Grüße,
Glumm
Kommentar von Hartmut Noack:
Da haben wir uns missverstanden.
Ich würde das nicht auf Bücher begrenzen, sondern auf alles, was an Endverbraucher verkauft wird. Also grob gesagt Bücher und Musik und Filme. Zeitschriften könnte man berücksichtigen, falls diese irgandwann tatsächlich ebenfalls unlizenziert angeboten werden. Bei Spielen könnte man ebenfalls prüfen, ob in speziellen Fällen eine Beteiligung angemessen wäre.
Was nun den heutigen Ärger über GEZ angeht: Die Idee ist, eine gerechte Lösung zu finden, die nicht die Bürgerrechte beschädigt. Wer sich weder für Gerechtigkeit noch für Bürgerrechte interessiert und stattdessen 10 Euro im Monat für zu teuer hält, muss dann eben mit dieser Argumentation in der Diskussion mitreden und versuchen, eine Mehrheit zu finden. Und zwar eine 2/3-Mehrheit, um die vom Briefgeheimnis ausgehenden Persönlichkeitsrechte aus der Verfassung zu streichen. Wobei selbstverständlich noch zu klären wäre, inwiefern eine wirksame Überwachung der Internetbenutzung nicht dem Artikel 1 widersprechen würde.
Die einfachste Alternative zu all dem wäre freilich, alles so zu lassen, wie es ist und damit den Autoren nichts für die unlizenzierten Downloads zukommen zu lassen und gleichzeitig Arbeitsplätze bei pervertierten Anwaltskanzleien zu schaffen.
Kommentar von Hartmut Noack:
@robin
Zitat: „Es gibt ja jede Menge gemafreie Musik“
… und nichts davon wird mit entsprechendem Budget in den üblichen Kanälen vermarktet. Radiostationen in DE bestehen auf einer GEMA-Registrierung, falls Du eine oder zwei kennst, die im normalen Programm auch CC spielen gilt auch hier: immer her damit.
Das ist die Sitation in DE, im Rest der Welt geht es deutlich freier zu, zum Beispiel können Künstler jederzeit parallel CC lizenzieren und einen Standardvertrag abschließen. Die GEMA erlaubt das nicht.
Wie auch immer: was gekauft wird, entscheidet nicht die Qualität. Verkauft wird, was eine handwerkliche Minimalqualität für ein Genre nicht unterschreitet und dabei professionell vermarktet wird. Punkt 2 ist in Deitschland für CC noch nie gemacht worden.
Wenn ein brilliantes, neues Talent einige hervorragende Demos unter CC auf Vimeo gestellt hat, wird er oder sie möglicherweise von Industrievermarktern angesprochen werden. Und das erste, was diese dann mit diesem jungen Talent klar machen werden, wird sein, dass erst mal ein Beitritt zur GEMA angesagt ist.