Von Einem der auszog, ganz allein ein Buch zu veröffentlichen

Kommentar von malvar infected:
Tankstelle:
Wenn sie Benzin kostenlos vervielfachen könnten, würden sie dann noch welches kaufen?
Sorry, aber der Vergleich taugt nichts.

Lobby:
Ich habe nichts gegen Lobbyarbeit im Generellen, mein Problem sind die Ziele, für die Film- und Musikindustrie eintreten.
Ich finde auch Demokratie gut und könnte manche Parteien trotzdem nicht mit gutem Gewissen wählen…

Aber offenbar muss mein Beitrag besser gewesen sein, als ich dachte, wenn DAS alles ist, was ihnen an Kritik einfällt!

Kommentar von XB Liebiger:
Doch er taugt absolut.
Wenn Sie mit dem Preis einer Ware nicht einverstanden sind, berechtigt Sie das zu gar nicht, außer zum Kauf oder Nichtkauf. Ob die Ware durch eine Kopie vervielfältigt werden kann ist doch gar nicht der Punkt.
Sie versuchen hier gerade eine Entschuldigung zu basteln, die hier auch schon andere Autoren gebracht haben.

Lobby: Wenn Ihnen Demokratie so wichtig ist, dann sollten Sie ganz besonders darauf schauen, was z. B. Unternehmen wie Google wollen.
Da drohen ganz andere Sache. Ihre Sicht auf die Kreativbranchen finde ich sehr einseitig.

Ihr Beitrag ist sehr lang. Leider haben Sie sich nicht die Mühe gemacht, die anderen Beiträge zu lesen. Es doppelt sich vieles und vieles ist auch bereits widerlegt. Daher bin ich nicht auf alles eingegangen. Das ist also kein Lob für Ihren Beitrag, auch kein indirektes.

Kommentar von xb.liebiger:
Machen wir es mal Meta, weil Vergleiche analog und digital in der Tat hinken können.

Sie versuchen m. E. eine moralische Rechtfertigung. Das Gefühl zuviel für etwas zu bezahlen berechtigt Sie zu nichts. Völlig egal, ob digitale Güter oder haptische. Die Diskussion gab es nun schon so oft und sie bringt rein gar nichts. Ansonsten dürften Sie nämlich auch Schwarzfahren oder sich kostenlos ins Kino schleichen. Der Bus wäre sowieso gefahren und der Film auch so gelaufen. Daher sollten wir das besser lassen.

Ich habe Ihren Beitrag nur grob gescannt, vieles von dem was Sie schreiben wurde bereits weiter oben angesprochen, erötert oder widerlegt. Das war also kein inderekter Applaus.

Mein Problem ist die Lobbyarbeit von Google und Co. Und eigentlich sollten Sie als Freiheit liebender Mensch auf die Barrikaden gehen, bei dem was diese Unternehmen bereits machen und noch machen werden. Die kommerzielle Überwachung hat uns immer mehr im Griff.
Und warauf wird eingeprügelt? Auf die Kreativbranchen. Merkwürdig.

Kommentar von Johann Kampner:
Lieber Thomas,

ein ehrlicher Beitrag. Dafür ein kollegialer Schulterklopfer!

Ich habe selbst 11 Bücher im Selbstverlag auf Amazon KDP, alle unter Pseudonym, und verdiene damit im Monat (!) durchschnittlich zwischen 1500 und 3000 EUR. Und das konstant seit über 8 Monaten. Ich halte meine laufenden Fixkosten beständig unter 2000 und kann so von den Büchern komfortabel leben.

Ich kann Ihnen basierend auf Ihrem Beitrag nur ans Herz legen, sich nicht auf die Piraten als Schuldige zu versteifen. Ihr gesamtes Denkmuster und die gesamte Veröffentlichungsstrategie beinhalten eine ganze Kette von Fehlern, die weitaus wahrscheinlicher für die in Ihren Augen schlechten Verkaufszahlen sind.

Was mir sofort ins Auge gestochen ist…

  • Ihre Webseite ist schlecht. Richtig schlecht. 1000 EUR dafür sind ein Hohn.
    Die Bücher dort sind versteckt und nicht auf der ersten Seite am Rand zu finden. Die Cover der Bücher sind nicht auf Amazon verlinkt. Es finden sich keine Leseproben. Ein leicht zu findendes Kapitel pro Buch ist Standard. Wenn man auf Bücher klickt, sind nicht sofort alle 3 Titel im Blick, sondern man muss scrollen und wieder suchen. Welcher Autorenforen Sie gut finden, hat auf der Seite nichts verloren. Der FB Link verweist auf Ihren privaten Account nicht auf eine Autorenfanpage. Sie haben keinen Newsletter, um treue Fans zu binden und vorab zu informieren. Ihr erstes Buch hat sich 5000x verkauft? Wo ist Ihr Newsletter mit mind. 2000 Fans? Ihr Blog ist nur fadenscheinig betrieben und deplatziert. Die Artikel sind uninteressant. Das ganze Farbschema der Seite ist unvorteilhaft, die CSS sind fehlerhaft. Wo finden sich Kurzessays, die Ihre Autorenqualität demonstrieren?

  • Wo ist das Plattformverständnis? Für was ist denn der Agent zuständig? Lesen Sie das Buch „Platform“ von Michael Hyatt, „Sell your first 1000 books“ von Tim Grahl und alles von Jeff Goins. Sie besitzen nur sporadisch gepflegte Kommunikationskanäle mit den Fans. Twitter ist nicht richtig verstanden.

  • hughhowey.com wäre ein Beispiel wie man Science-Fiction heute im Selbstverlag macht.

  • Warum findet sich auf Ihrer Webseite nichts zu Ihrem nächsten Buch? Wo ist die aktive Einbindung der Fans?

  • Warum sind die Cover graphisch zusammenhängend, die Bücher inhaltlich aber nicht? Wer kommt auf so einen Ansatz und glaubt das funktioniert?

  • Warum senken Sie den Preis, wenn die Verkäufe nachlassen und bestrafen damit die paar Leute, die es vor wenigen Tagen zu einem höheren Preis gekauft haben? Science Fiction Fans sind die treuesten überhaupt. Glauben Sie das wird nicht wahrgenommen?

  • Wer kommt auf die Idee für einen Buchtrailer? Sind Sie Tim Ferriss? Es ist überhaupt keine Plattform da, damit sich ein Trailer rechnen würde.

  • Wie kommen Sie auf die Idee mit dem Marketing zu beginnen, wenn alles geschrieben ist und durch Lektorate und durch Korrektorat durch ist? Wir sind nicht im Jahr 1986. Marketing beginnt, wenn Sie den Titel und die Rahmenhandlung für Ihre nächste Geschichte haben, indem Sie die Fans auf Ihrem Blog aktiv einbinden, bei Science Fiction idR 1 Jahr vor Veröffentlichung. Siehe zB den Wordcounter bei hughhowey.com

  • Warum haben die einzelnen Bücher keine Webseiten mit Landingpages und Newsletter Optin?

  • Warum überhaupt ein Printbuch im Selbstverlag? Können Sie keine Zahlen lesen?

  • Warum glauben Sie, dass die Piraten schuld sind, wenn ein Verlag wie Piper Ihr drittes Buch ablehnt? Das erste ist immer besser als das zweite, weil es durch den Newcomer Effekt gepusht wird. Vielleicht war auch die Story nicht so dick und Piper hat es verpasst Ihre Leser zu binden.

  • Warum glauben Sie, Buchlesungen spielen eine Rolle und haben nur 2 nichtssagende Youtube Videos in Ihrem Kanal? Wenn Sie die 6 Lesungsteilnahmen stattdessen in 6 Youtube-Videos investiert hätten, stünden Sie besser da. Nochmal das Beispiel Hugh Howey und viele youtube-Videos Sie von ihm finden. Das ist nunmal die Zeit heute. Wo sollen die Leser herkommen? Sie müssen Branding betreiben.

  • Warum finden sich Beiträge wie der obige nicht in Ihrem Blog? Warum ist daraus nicht ein kostenloses Ebook entstanden „20 Tipps für den Selbstverlag auf Amazon“, das man kostenlos runterladen kann, wenn man sich für den Newsletter registriert?

  • Was hat Ihre Doktorarbeit auf Amazon verloren? Hat die sich schon 1x verkauft? Die trübt nur Ihre Science Fiction Reputation.

  • Warum ist Ihr Blog nicht auf der Amazon Autorenseite verlinkt?

  • Warum ist der Twittername nicht logisch auf Sie rückführbar, sondern ist ein kindlicher Spitzname, den sich keiner merken kann? Habe gerade nachgeschaut, https://twitter.com/thomaselbel ist noch frei!!

  • Warum nur 1500 Tweets bei 3 (!) Büchern?

  • Haben Sie eine richtige Buchpromotion betrieben zur Veröffentlichung? A la kaufe mein Buch in der ersten Woche, emaile die Rechnung an X und erhalte folgenden Merchandise zusätzlich? Das ist doch absoluter Branchenstandard. Und der Merchandise muss nicht mal materiell sein, sondern kann in der Downloadmöglichkeit eines Extra-Kapitels, Alternativendes, einer Stadtkarte von Asylon oder sonstwas bestehen. im Fiction Bereich gibt’s so viele Möglichkeiten.

  • Warum gibt es das dritte Buch, das Sie im Selbstverlag veröffentlicht haben, nicht als Hörbuch bei Audible?

  • Gab es eine fanbindende Weihnachtspromotion? Kaufe mein drittes Buch und kriege die ersten beiden als Ebook gratis? Wenn Piper nicht mitspielt, warum kaufen Sie die Rechte nicht zurück? Die Bücher können sich toll gegenseitig befeuern.

  • Sie schreiben Dystopien. Wie kommt es, dass der Megatrend der Trilogie an Ihnen vorbeigegangen ist. Jedes Ihrer bisherigen Bücher sollte 2 (!) Fortsetzungen bekommen, wenn Sie den Autorenberuf ernstnehmen. Siehe Hunger Games und jetzt auch Divergent. Beide verfilmt und je alle 3 Titel befeuern sich gegenseitig in den Verkäufen. Auch der erwähnte Hugh Howey setzt auf Trilogien.

Ich weiss, ich habe mich hier etwas in Rage geschrieben und ich hoffe, Sie nehmen das nicht als Beleidigung oder Abschätzung, sondern konstruktiv. Auch ich bin kein Fan der Piraterie und die ist im Englischsprachigen, wo ich veröffentliche, noch deutlich schlimmer und schneller. Trotzdem können viele davon leben, die die heutigen Marktbedingungen verstanden haben. Mich eingeschlossen und von meinen Büchern befinden sich fast alle, bis auf momentan 2, auf Piratenplattformen.

Ich habe mir Ihren Fingerabdruck im Netz als Autor nach dem Lesen obigen Artikels 5 Minuten angeschaut und komme auf eine Kette von Fehlern. Was erwarten Sie von einem Gutachten, wenn direkt nach dem Obersatz fehlerhaft subsumiert wird? So kommt mir Ihr Auftreten vor.

Ich will Ihnen nichts Böses, aber die annahme, die Piraten sind schuld, ist so super naiv und nimmt einen so angenehm aus der Selbstverantwortung, das kann ich nicht stehen lassen, da ich mich selbst in der gleichen Profession ganz gut schlage und zwar auch Jurist bin, aber für den Doktortitel hat der Grips gefehlt.

Ihre Bücher sind sicherlich spannend und die Einzelelemente (Cover, Trailer, Beschreibungen, Buchrücken, Pressestimmen, etc.) sind gut, aber bisher ist noch keiner rangegangen und hat das ganze verknüpft, so wie es notwendig ist im Jahr 2014.

Zumal man ganz klar sagen muss, der deutsche Kindle Markt steckt noch in den Kinderschuhen im Vergleich zu den USA. Gerade hier (!) ist ein enormes Wachstum und eine enorme Dominanz möglich.

Mein Fazit: Selbstverlag beherrschen Sie, Selbstvermarktung nicht. Und letzteres entscheidet leider über den Erfolg der Bücher. In nur ganz seltenen Fällen spielt die Buchqualität eine ausschlaggebende Rolle. Wenn Stephen King oder JK Rowling unter Pseudonym veröffentlichen brechen die Zahlen auch sofort ein, aber ihre echten Namen sind halt etablierte Plattformen un Marketinginstrumente. Wenn Sie als Autor davon leben wollen, nehmen Sie sich ein Beispiel an hughhowey oder gern auch Barry Eisler. Bisher hat das noch kein deutscher Autor nachgemacht und hier eine solche Nische besetzt. Da ist noch extremes Potential drin.

Don’t cry, adapt!

Johann

Kommentar von Ulf J. Froitzheim:
Wer das Thema e-Books noch etwas vertiefen mag: Hier eine saftige Polemik und eine Antwort darauf.

Kommentar von Sven I. Hüsken:
Fairerweise muss ich sagen, dass ich meinen Roman „Papa“ als klassischen Roman mit knapp 400 Seiten geschrieben habe, der später vom Verlag zusätzlich in sechs Teile gesplittet wurde.
Es sind also zwei Varianten auf dem Markt. Einmal das gesamte Buch und einmal das Buch in sechs Teile gesplittet.
Wie die Splittung von den Lesern aufgenommen wurde, kann ich nicht sagen, die Verkaufszahlen deuten jedoch darauf hin, dass eine Fortsetzungsgeschichte eher nicht gewollt ist. Hin und wieder fühlt sich auch ein Leser hinters Licht geführt, weil er durch die aufgebaute Spannung, die jäh unterbrochen wird, zum Zahlen für den nächsten Teil animiert wird.
Das Buch als Ganzes wiederum verkauft sich sehr gut (bis Rang 11 der E-Book-Bestsellerlisten), wobei Amazon in diesem Fall nur einen Bruchteil der Verkaufszahlen ausmacht.
Aus meiner Erfahrung heraus gebe ich Thomas Recht, das Splitting kann zu Verdruß bei der Leserschaft führen und wird nicht angenommen.
Auch bei Stephen King hat es damals übrigens nicht funktioniert („The green Mile“). Erst als das Buch als Ganzes herauskam, hat es sich verkauft.

Beste Grüße,
Sven I. Hüsken

Kommentar von LS:
Ihr Denkfehler, User Florian G.:
Sie denken, ein guter Text eines qualifizierten Autors enthält keine oder nur wenige Fehler. Wo gearbeitet wird, passieren Fehler. Wo viel gearbeitet wird, unterlaufen viele Fehler. Damit der fertige Text lesbar ist, müssen Lektoren und Korrektoren ran. Das gilt auch für Bestsellerautoren. Die Fehleranzahl von Thomas Eibel bewegt sich nach meiner Kenntnis im typischen Bereich. Lektorat und Korrektorat sind für jedes Manuskript nötig.

Kommentar von Thomas Elbel:
Lieber Johann,

danke für Deine umfassende, freundliche und erkenntnisreiche Analyse. Aber jetzt mal unter uns zwei Gesangsschwestern: Dir ist schon aufgefallen, dass Schreiben bei mir nur ein Nebenberuf ist und ich auch nicht Buchmarketing studiert habe, oder? Ich bewundere Dich für den Aufwand, den Du offensichtlich treibst um Deine Bücher zu vermarkten. Ich stecke genau diesen Aufwand (Zeit, Geld) vornehmlich viel lieber in die Steigerung der Qualität meiner Bücher. Die scheint mir nämlich immer noch das beste Marketingargument von allen und ich will mich ja schriftstellerisch weiterentwickeln.
Eine weitere Anmerkung sei mir bitte gestattet. Offensichtlich fanden viele Leute meinen Text weinerlich. Auch Du endest Deinen Text mit einem Tipp, das Weinen einzustellen. Tatsächlich habe ich den Text nicht in weinerlichem, sondern eher ärgerlichem Tonfall geschrieben. Mir hat immer noch niemand plausibel erklären können, warum es Okay ist, wenn z.B. Herr Spiegelbest in seinem aktuellen Post davon schwätzt „Leecher“ durch „Rollläden“ von seinen Angeboten fernzuhalten, weil sie ja nichts „beitragen“ und ihm selbst auf entsprechende Nachfrage nur langsam dämmert, dass er mit „Leeching“ eigentlich genau sein eigenes Verhältnis zu Verlagen und Self Publishern beschreibt, „Rollläden“ nur ein anderes Wort für „DRM“ ist und „Beitragen“ genau das ist, was ich von der Piratenszene mit meinem Text fordere.
In diesem Sinne ist mein Text bitte zu verstehen: Als ärgerlicher und sehr detaillierter Appell an die Piraten ihre eigene Doppelzüngigkeit zu erkennen.

I’m not cryin’, I’m f…g mad.

Kommentar von cheshirepunk:
Und mal wieder ein wunderschöner Beitrag von einem offensichtlich gierigen Handlanger der Contentindustrie. Um eines vorab zu sagen: Ich habe noch nie ein Buch, Musikstück oder Film gezogen und ich halte auch Contenpiraterie echt nicht für toll, aber ich hasse wirklich solche Beiträge wie diesen hier. Was ist das für eine Augenwischerei? Kein Künster wird durch Piraterie arm. Die Leute, die sich die Sachen ziehen, hätten sowieso nicht die Bücher gekauft. Bands wie Die Ärzte und SoaD haben gezeigt, dass die Absatzzahle,n trotz fehlendem Kopierschutz und der Aufforderung/Erlaubnis ihre Werke zu ziehen, nicht gesunken sind. Entweder ist man als Künstler so erfolgreich, dass es nicht in die Waagschale fällt oder man könnte so oder so nicht davon leben. Wenn sich ein Buch, wie in deinem Fall, nicht verkauft, dann liegt das an dir und nicht an den paar Contentpiraten. Du sagst Self-Publishing kostet viel Geld? Wie denn bitte das? Es gibt so viele Plattformen auf denen man kostenlos seine Bücher vertreiben kann, selbst wenn man einen Lektor und einen Zeichner für das Cover noch engagiert, sollten die Kosten im vierstelligen Bereich bleiben. Wenn du sagst, dass du schon verlegt bist, ehemaliger Anwalt und Dozent, deine LG Psychologin ist, dann gemahnt mich dein Verhalten an einen amerikanischen Gangsterraper a’la Lil Wayne, der den ganzen Tag nur damit rumprotzt wie viel Geld er hat und sich dann über ein paar Internetpiraten aufregt. Ich weiß echt nicht, was du mit diesem Artikel bezwecken willst. Ich habe vor deinen Büchern schon einige Male im Buchladen gestanden und überlegt, ob sie mir holen soll, jetzt bin ich froh, dass ich es nicht getan habe. Du hast einen potentiellen Leser heute verloren. Glückwunsch und noch viel Spaß beim Kuscheln mit der Contentindustrie. Ich hoffe die haben dir nen ordentlichen Preis für den Artikel gezahlt.

Kommentar von Lars Sobiraj:
Ein einzelner Autor, die unter eigenem Namen und nicht mit Hilfe eines Verlages veröffentlicht, macht noch keine komplette Content-Industrie aus.

Der Autor des Artikels hat mir keinen Cent bezahlt. Dafür habe auch ich ihn nicht für seine Mühe bezahlt. Ich halte den Deal auch für absolut fair. Für mich ist es aber okay, dass Du dich mit meinem Vorgehen nicht identifizieren kannst.

Kommentar von Alfons:
Also ich finde Paperback auch Klasse, aber der Vorteil vom ebook besteht doch genau darin, dass man nicht noch ein Buch im Schrank hat, oder? Und wenn man sein Smartphone dabei hat, hat man auch seine Bücher mit dabei. Das ist sogar mehr wert als Paperback, nicht?

Kommentar von Alfons:
Super klasse write-up! Kann ich mir auch noch einiges davon abschauen. Funktioniert das mit dem Newsletter in Deutschland? Ich selbst melde mich nie auf Newsletter an, weil ich eh schon zu viele davon bekomme. Ich setze zur Zeit auf instagram. Macht mir auch richtig Spass :slight_smile:

Eine Frage zu Deinen Büchern (und Deinem beeindruckendem Einkommen): „Ich habe selbst 11 Bücher im Selbstverlag auf Amazon KDP,und verdiene damit im Monat (!) durchschnittlich zwischen 1500 und 3000 EUR. Und das konstant seit über 8 Monaten.“ Hast du die 11 Bücher alle auf einmal (vor genau 8 Monaten) rausgehauen? Das klingt nach copy-paste … wie ist das zu verstehen? Könntest Du bitte mal Dein Pseudonym ansagen, würde mir Deine Bücher gerne ansehen.

Kommentar von Werbeplattformen für Bücher — So macht ihr eure Werke online bekannt:
[…] Von Einem der auszog, ganz allein ein Buch zu veröffentlichen (lies vor allem auch die Kommentare) […]

Kommentar von Zählen YouTube-Views, wenn ich ein Video beispielsweise einmal am Morgen und einmal am Nachmittag von der gleichen IP-Adresse aus aufrufe? – Fbyxq:
[…] Von Einem der auszog, ganz allein ein Buch zu veröffentlichen […]

Kommentar von 34 Artikel, die euch zu einem besseren Selfpublisher machen:
[…] Von Einem der auszog, ganz allein ein Buch zu veröffentlichen […]

Kommentar von Werbeplattformen für Bücher — So machst du deine Werke online bekannt:
[…] Von Einem der auszog, ganz allein ein Buch zu veröffentlichen (lies vor allem auch die Kommentare) […]

Kommentar von PeterMut:
Hello. And Bye.

Gerade zufällig bei der Wayback Machine gefunden. Eine ausführliche Antwort von Fritz Effenberger auf den Artikel von Thomas Elbel.

Offener Brief an Thomas Elbel: Warum Filesharing nicht böse ist

Der Berliner Rechtswissenschaftler und Fantasy/SciFi-Autor Thomas Elbel schrieb diesen lesenswerten offenen Brief an den bekannten Technikblogger Lars Sobiraj, in dem er sich beklagt, dass Leute seine Bücher umsonst herunterladen und lesen. Ohne ihm einen einzigen müden Euro zu geben, so dass er mit seinem dritten, selbstveröffentlichten Buch so viel Verlust gemacht habe wie ihm seine ersten beiden, verlagsveröffentlichten, zusammen eingebracht haben. Das ist bitter. Aber weil Thomas vernünftig und ohne ideologische Verzerrung argumentiert (anders als, hrm, Sven Regener), so dass wir nach einem, in ruhigem, freundlichen Ton geführten Facebookchat vereinbart haben, uns auf ein Bier zu treffen, wenn ich nächstesmal in Berlin bin, antworte ich auf seinen Blogbrief mit diesem hier.

Lieber Thomas, liebe Autoren, die ihr eure Existenz durch “das Internet” bedroht seht. Ich will im Folgenden versuchen, euren Denkfehler (ja, da ist einer) aufzuklären und gleichzeitig zu beschreiben, wie wir alle aus diesem Schlamassel wieder rauskommen (und wie nicht). Also:

Thomas Elbel erzählt, dass er nach zwei Verlagsveröffentlichungen wegen unbefriedigender Verkaufszahlen beschloss, das dritte Buch selbst zu veröffentlichen. Dadurch hatte er Kosten für Covergestaltung, Lektorat, Bestellung der ISBN-Nummern, technische Vorbereitung für Ebook und Print-On-Demand, Werbung. Und das alles, nachdem er den Roman fertiggeschrieben hatte, versteht sich. Der Verlust (Einnahmen der ersten 2 Monate, minus Ausgaben) beträgt 3500 Euro. Wer ist schuld? Die Downloader?

Nein. Sorry, aber “schuld” am Verlust ist zunächst mal Thomas. Weil er die Seiten gewechselt hat und zuerst Autor, dann aber Kreativunternehmer war. Als Unternehmer trägt man aber das Risiko, dass im worst case die Erstkosten nicht mehr reinkommen. Wobei wir da noch ein Jahr warten sollten, oder theoretisch (so stehts im Urheberrecht) bis 70 Jahre nach dem Tod von Thomas. Glücklicherweise hat Thomas einen Dayjob als Professor, muss also jetzt nicht hungern.

Der Denkfehler ist, dass wir an das vereinfachte kapitalistische Wirtschaftsmodell glauben: Ich biete eine Ware zu einem festen Preis an, und wenn ich damit keinen Erfolg habe, sind die anderen schuld. Stimmt natürlich nicht. Aber ist es denn nicht unethisch, die Früchte einer kreativen Leistung einfach so zu geniessen, ohne ewas dafür zu bezahlen? Nein, ist es nicht. Wir, die Bewohner der westlichen Industriezivilisation, haben uns nur gedanklich dem Statute of Anne von 1710 angeschlossen, in dem das britische Handels- und Herrschaftsimperium definierte, dass man Bücher nur dann kommerziell veröffentlichen (verkaufen) kann, wenn man sich als Publizist registriert hat (was einen unter die Kontrolle der staatlichen Zensur stellt) und dem Autor etwas bezahlt. Die Schutzfrist betrug damals übrigens nur 14 Jahre. Und es handelt sich hier um eine Festlegung, die in dieser Form zunächst nur in Britannien vorhanden war – während etwa in Ostasien ein völlig anderes Verständnis von Urheberschaft und Verwertung besteht.

Und was ist mit der nichtkommerziellen Verbreitung? Auch wenn uns Verlage und Konzerne weismachen wollen, dass jede nichtkommerzielle Weitergabe mit einem Nichtverkauf, also einem Diebstahl in Höhe einer Buchung in der Zukunft gleichzusetzen ist (was jeder nach nur kurzem Nachdenken als Unsinn erkennen kann), gibt es auch und gerade in der westlichen Industriegesellschaft mehrere gut funktionierende Modelle für nichtkommerziellen Verbreitung, die zum Lebensunterhalt des Urhebers wesentlich beitragen können.

Als in den Nachkriegswirtschaftswunderjahren die ersten Tonbandgeräte auf den Konsumentenmarkt kamen und damit jedem Gerätebesitzer die Weiterverbreitung von Musik- und Sprachaufzeichnungen ermöglichten, verlangte die GEMA ursprünglich eine Einzelabrechnung. Das heisst, du füllst ein Formular aus, mit allen von dir kopierten Tonaufzeichnungen, und bezahlst für jede eine Gebühr, die dann wieder zu Teilen an den Komponisten ausgeschüttet wird. Glücklicherweise hielt der damalige Bundestag das für nicht praktikabel und führte statt dessen die Pauschalabgabe auf Kopiergeräte- und Medien aller Art ein. Davon profitieren Urheber aller Genres bis heute. Ohne Einzelabrechnung.

Als der Rundfunk wirkliche Massenverbreitung erreichte, wurde eine Runduinkgebühr erhoben, aus der nicht nur die Sende- und Produktionskosten, sondern auch die Tantiemen für die Urheber bestritten werden. Zusätzlich entstanden privatwirtschaftliche Rundfunk- und Fernsehunternehmen, die sich ausschliesslich durch Werbung finanzieren – so wie es heute auch Internetradiosender (Streaming) gibt, die durch Werbung oder Abogebühren finanziert werden und an die Urheber Tantiemen auschütten.

Das Problem ist also einerseits, dass es keine Pauschalabgabe auf Internet gibt, aus welcher dann Urheber bezahlt werden können. Das Problem ist andererseits und grundsätzlich, dass die technische Revolution, in der wir uns gerade befinden – und deren kleineren Teil das Internet darstellt – physische Träger für Werke des geistigen Raums überflüssig macht. Und damit auch unbegrenzte nichtkommerzielle Kopien ermöglicht. Was kommerzielle Kopien ebenfalls überflüssig macht. In kalten, klaren Worten: Die Informationsrevolution macht das Geschäftsmodell der Verlage obsolet. Ebenso wie durch die industrielle Revolution in Form von Buchdruck, Schallplatte und BluRay ältere Wirtschaftsformen wie manuelles Abschreiben oder Geschichtenerzählen abgelöst wurden. Geht die Welt deswegen unter? Nein, sie ändert sich nur.

Lieber Thomas, ich möchte an dich daher folgende Bitte richten: Schreib weiter. Die Menschen lieben Geschichten. Geschichten machen glücklich. Und bitte veröffentliche weiter. Wenn sich kein Verlag findet, dann eben selbständig und im Internet. Als selbstproduziertes Epub oder PDF, auf deiner Website, mit der Bitte um eine Anerkennung deiner Leistung via Paypal oder Flattr (Ich werde das mit meinem ersten Roman so machen, aber der hat noch Zeit zu reifen). Wenn du allerdings unternehmerisch tätig werden willst, sei dir darüber im klaren, dass das in die Hosen gehen kann. Und wenn du deinen Roman auf der Pirate Bay findest, sei dir darüber im klaren, dass es sich hier um eine private Weitergabe handelt, nicht um einen Verlag, der gegen die “Statute of Anne” verstösst, und deren Nutzer nicht automatisch den von dir geforderten Preis bezahlen müssen.

Nein, der Künstler hat kein wie auch immer ethisch begründetes Recht auf Bezahlung pro Kopie. Die Gesellschaft hat andererseits eine durchaus ethisch begründete Pflicht, Künstler zu unterstützen – aber diese beiden ethischen Rechtgüter sind nicht miteinander verrechenbar, sondern lösen einander im besten Fall ab. Und ebenfalls nein: Die Informationsrevolution wird nicht wieder weggehen, und es wird nie wieder so sein wie in der goldenen Nachkriegswirtschaftswunderzeit. Das wiederum ist aber kein Problem der Technik, sondern eins des Kapitalismus. Letzterer hat erstere dazu benutzt, um noch mehr für sich selber aus dem Kucken rauszuschneiden, und genau da müssten wir ansetzen, um Urhebern zu einem Einkommen zu verhelfen, und aus dem eingangs erwähnten Schlamassel rauszukommen. Ein im Grunde strukturelles Problem also, kein juristisches. Aber dazu mehr in einem anderen offenen Brief.