Pläne der US-Justiz belegen: in USA steht Assange Isolationshaft bevor

Kommentare zu folgendem Beitrag: Pläne der US-Justiz belegen: in USA steht Assange Isolationshaft bevor

@Sunny hat mir das mit Trump und seinen Versprechungen an Assange vor ein paar Tagen in unserer Telgram Gruppe gesteckt. Ich dachte erst, ich lese nicht richtig. Aber gut, Regeln gelten wohl für einige wenige Menschen grundsätzlich nicht. Und auch diese belegte Nachricht wird Mr. Donald Duck aka Trump als pure Fake-News abtun. Nicht geringe Anteile des offensichtlich hörigen US-Wählervolkes werden es ihm abnehmen. Ja, ja, der böse Assange und nein, Mr. President macht immer alles richtig.

Wenn’s nicht so verdammt bitter wäre, dann müsste man echt schon laut darüber lachen, was da passiert.

Assange als armes Opfer? Nein, das auf keinen Fall. Der Gute hat jahrelang in meinen Augen nicht viel mehr getan, als sein Ego zu stimulieren. Hätte er sich rücksichtsvoll verhalten, hätte er einige Dokumente geschwärzt, damit deswegen keine Menschen zu Schaden kommen, bzw. innerhalb kürzester Zeit um die Ecke gebracht werden. Aber das wäre ja mit Aufwand verbunden gewesen, lieber alles leaken ohne Rücksicht auf Verluste. Ohne Rücksicht auf die Familien, die ebenfalls umgebracht wurden, weil ihre Mütter oder Väter für mehrere Seiten spioniert haben, Informationen weitergegeben haben … etc. pp.

Da bin ich ganz deiner Meinung… Assange ist ein rücksichtloses Arsch***, die meisten seiner Informanten sind wegen ihm im Exil, im Knast oder auf der Flucht… Von Schutz seiner Informanten hält er ziemlich wenig. Obwohl gerade das ein hohes Gut von Journalisten ist…

Ja, als solcher (als Journalist) und als Heilsbringer hat er sich ja auch verkauft. Deswegen habe ich irgendwann angefangen, ihn sehr kritisch zu sehen. Ich mag den Snowden eh mehr, der ist offenbar viel vernünftiger und denkt lieber 3x nach, bevor er etwas veröffentlicht.

Ihr habt teilweise recht, andererseits auch nicht. Es ist schon so, dass Herr Assange sehr überzeugt von sich und seinem Tun ist und viel Wert auf sein Ego bzw. Anerkennung legt. Nichts desto trotz könnte man sich hier fragen, inwiefern es notwendig ist, zu spionieren, Doppel-Agent zu sein, etc. Das Familien in Mitleidenschaft gezogen wurden, empfinde ich auch als durchaus falsch, nur denke ich auch, dass das Risiko, dass ein Spion auf sich nimmt, erst recht wenn man zwei Arbeitgebern dient, von ihm selbst abgeschätzt werden muss und das Leben im Exil oder das frühzeitige Ableben durchaus kalkulierbar war. Zudem würde man, wenn man Dokumente schwärzen respektive nicht veröffentlichen würde, auch nichts anderes tun, als zu zensieren.

Alles in Allem ist es ein sehr schwieriges Thema und ich habe tatsächlich Verständnis für beide Seiten.

Es ist tatsächlich extrem komplex. Sicher noch viel komplexer, als wir es jetzt hier beschrieben haben. Das Schwärzen wäre zeitaufwändig gewesen und dennoch hätte es Menschenleben gerettet. Da müsste ich als Wikileaks-Leiter nicht lange überlegen, ob mir das den Aufwand wert wäre oder nicht. ich würde die Namen schwärzen. Ja, es wäre Zensur. Aber man kann die Daten ja ungeschwärzt vertrauenswürdigen Journalisten geben, wie Snowden, statt alles direkt in die Welt hinaus zu posaunen.
Ein wenig mehr Rücksicht und Achtung und Vorsicht ist nicht zu viel verlangt, denke ich.

Aus moralischer Sicht, hast du durchaus recht. Ich würde wahrscheinlich auch so handeln, kann das aber natürlich nicht sagen, da ich noch nie in auch nur einer ähnlichen Situation gewesen bin und da bin ich tatsächlich auch sehr dankbar drum. Ich denke, dass wenn gewährleistet ist, dass die Informationen - ungeschwärzt wohlgemerkt - von unabhängigen und fähigen Journalisten begutachtet werden und schützenswerte Personen(z.B.: Zeugen) nicht mit Konsequenzen rechnen müssen, da ein guter Mittelweg wäre. Aber ja, das Thema ist durchaus komplex und kann wahrscheinlich - ohne ausreichende Hintergrundinformationen - gar nicht von uns erfasst werden.

Ja, so sehe ich das auch. Ich denke, um das wirklich beurteilen zu können, müsste man noch mehrere Wochen intensive Recherche investieren.

Vielleicht bringt ja folgende Akte etwas klareren Durchblick bei der Beurteilung der Situation. Dies ist die aktuelle Anklageschrift, welche wohl final beim Gerichtsverfahren in den USA zur Geltung kommt!

Die erste Anklage (ein Anklagepunkt) wurde ja bekanntlich Mitte 2019 durch 17 weitere Anklagepunkte erweitert, wodurch es in einem zweiten Schritt zu einem SUPERSEDING INDICTMENT (ersetzende Anklage) kam!

https://www.justice.gov/opa/press-release/file/1165556/download

Die aktuelle Anklage spricht dem Angeklagten jegliche Berufung auf die Pressefreiheit ab aus div. Gründen!
Im Gegenteil wird mit diesem Schriftsatz eine Anklage wegen Geheimnisverat bzw. Spionage manifestiert…deshalb auch die zu erwartende Strafe bis zu 175 Jahre und die Isolationshaft!

Macht einem schon Angst, wenn man sowas hört.
Dann ist er ja schon ein alter Mann, wenn er wieder rauskommt :thinking: :joy:

Keine Sorge, in DE bekommste nur Lebenslänglich! :joy: Bei den AMIs übernimmt halt die Holzkiste im Anschluß die Sicherungsverwahrung…
Mal ernsthaft: Wenn das Justizministerium dort nur 30% der Anklagepunkte durch bekommt, wäre das für Assange sowieso ein „echtes“ Lebenslänglich in seinem Alter!!

und die Frage, wer dafür jetzt die Kosten bezahlen möchte. Ich denke, die Amerikaner tun das gerne und die Briten drücken sich. Daher wird er wohl fliegen :cowboy_hat_face:

So wie es momentan aussieht, sind die Briten sowieso „Out Of Range“ in dem Fall. Quasi ein Assange-Brexit…
Die Amis werden das mit einem Lächeln bezahlen, da gehste mal von aus!! Er hat ja schon eine Zimmer-Reservierung bekommen. Ich glaube sogar, dass die für ihn extra Rikers Island länger offen halten (soll ja 2025 geschlossen werden)!

Selbst ein System wie das in den USA - mit freier Marktwirtschaft und erlaubtem Waffenbesitz - kann es sich nicht leisten, daß eine Revolverschnauze ihnen erklärt, was Pressefreiheit ist. Daher werden sie ihn wohl so hoch hängen, wie sie nur können.

Es gibt keine Pressefreiheit. Die gab es nie und darf es auch nie geben. Sie wird kontrolliert und ans Licht kommt das, was dann übrig bleibt. Das war immer schon so und daran werden auch Leaker nichts ändern. Wenn, dann schaffen sie nur, daß man sich immer wieder darüber aufregt. 175 Jahre sind ein zu hoher Preis dafür, den Idealisten zu spielen, der dann gefeiert wird. Meistens ist die Party sehr kurz. :thinking:

Nichts anderes meinte ich damit oben!

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Ich weiß. :sunglasses:

Das mit der Pressefreiheit kann man sowieso vergessen. Wenn Du irgendwas verbreitest, was Du nicht beweisen kannst, werden Dir ansonsten sofort die Anwälte der Gegenseite die Bude einrennen.

Dazu kommt, dass Gerichte sogar häufiger der Meinung sind, dass die Veröffentlichung ihrer Urteile keinem öffentlichen Interesse dienen. Es sind also Menschen auch in Deutschland schon mal daran gehindert worden, ihr eigenes Urteil zu veröffentlichen. Dabei spielte keine Rolle, ob sie das Urteil für total verrückt oder unfair gehalten haben.

Ich habe mal vor vielen Jahren ein Interview mit einem Wirtschaftswissenschaftler gemacht. Der meinte direkt zu mir, dass er eigentlich kein Interview mehr geben will, weil die ganzen etablierten Medien seine interessantesten (weil kritischen) Aussagen rausgeschnitten haben. Es kam dann doch zum Interview, weil ein Bekannter ein frührerer Student von ihm war. Zudem habe ich ihm zugesichert, dass er das fertige Interview vor der Veröffentlichung zu Gesicht bekommt.

Kurz und gut: Pressefreiheit? Das ist selbst hier in Deutschland ein sehr schwieriges Thema. Und das ist keine Verschwörungstheorie.

Sicherlich. Allein auf Grund dessen, dass einige zwar als Idealisten beginnen, aber dann entweder kein Auge für derartige Dinge haben oder eben schnell merken, dass die Karriereleiter lang ist und die Publizierung kontroverser Inhalte die eine oder andere Sprosse entfernt. Zudem denke ich, dass, falls man wirklich gefährlich werden sollte, man dann zufällig an einem Unfall stirbt. Des Weiteren gibt es da ja auch noch Vorgesetzte, die schnell einen Rigel vorschieben, da die wissen, wie es läuft und/oder Kontakte pflegen, die sie nicht verärgern können/wollen. Als freischaffender Journalist hat man es sicherlich auch nicht leichter. Man wird einfach fix als Verschwörungstheoretiker hingestellt und dann will sowieso niemand mehr was von einem lesen oder jemand mit einem zusammenarbeiten. Und wie du bereits sagtest, sind viele der Menschen, die wirklich etwas wichtiges zu sagen haben, genervt/verängstigt/…, da die bisherige Medienerfahrung wohl alles andere als gut war.

Du musst Assange nicht mögen, aber diejenigen, die ihm absprechen als Journalist gehandelt zu haben und ihn als solchen zu behandeln, sind meiner Meinung nach der geplanten Manipulation der öffentlichen Meinung sehr schön aufgesessen.
Besser kann man Journalismus vermutlich immer machen - 90% machen ihn aus meiner Sicht aber schlechter als Assange es gemacht hat.

Ich empfehle das Interview mit Nils Melzer in der Republik (CH) zu lesen. Das ist jemand dem ich sowohl Expertise unterstelle und von dem ich nicht ausgehe eine „hidden Agenda“ zu verfolgen - ansonsten wäre er wohl nicht seit 2016 Uno-Sonderberichterstatter über Folter: https://www.republik.ch/2020/01/31/nils-melzer-spricht-ueber-wikileaks-gruender-julian-assange

Er beschreibt auch sehr schön wie die Mediensteuerung funktioniert, um die Aufmerksamkeit weg von Kriegsverbrechen und Folter auf konstruierte persönliche Verfehlungen von Assange zu lenken.

Also mehr, als eine Verschwörungstheorie sehe ich in dem Satz auch nicht!
Und wenn du in der Konsequenz Herr Assange als Journalist verteidigst, würde ich gerne wissen, was er denn journalistisches vollbracht hat in der Vegangenheit?Ich komme beim Ergebnis auf „nichts“! Natürlich ist es unbestritten, dass er einigen Stellen zu unbequem wurde über die Jahre, und das sie deshalb eine Art von Hexenjagd auf ihn vollziehen. Allerdings hätte Assange als rational denkender, intelligenter Mensch wissen sollen, wenn man sich mit „Spionen“ anlegt, werden diese alles tun, um ihn mit Spionagetätigkeiten mundtot zu machen - dazu gehört natürlich auch die gefälschte Anklage der Vergewaltigung etc.
Aber das alles legitimiert ihn doch nicht, um sich unter dem Schutz der Pressefreiheit als Journalist auszugeben - dafür alleine ist sein Werdegang schon alles andere, als journalistisch anzusehen!
Er war schlichtweg ein autodidaktischer Hacker und Programmierer, der jahrelang vor Wikileaks sein Geld mit dubiosen Tätigkeiten im Internet verdient hatte. Er hat null journalistische Ausbildung und sein angestrebtes Mathematik-Studium hat er selber mit schon damals kruden Verschwörungsfantasien beendet.

Desweiteren ist schon die Gründung von Wikileaks als Plattform sehr ominös - Assanges Aussage dazu war immer, dass die Site von Flüchtlingen aus China und weiteren Ländern gegründet wurde. Er und vier weitere Kollegen haben am Anfang alles selbst finanziert und das Projekt weitergeführt, obwohl nach eigener Aussage lfd. Kosten im Jahr von 200000 bis 600000$ entstanden.
Selbst sein allerengster Vertrauter Daniel Domscheit-Berg hat ihn 2010 verlassen, da er nicht mehr mit der Arbeitsweise von Wikileaks klar kahm!

Journalist ist ja eigentlich kein Beruf, sondern eher eine Berufung mit klaren ethischen Grundsätzen. Wenn man als Wikileaks-Betreiber einfach alles veröffentlicht, damit billigend in Kauf nimmt, dass Menschen dadurch schwersten Schaden erleiden oder sogar getötet werden, sollte man nicht mehr von ethischen Grundsätzen sprechen und bestimmt auch nicht von Pressefreiheit!
Da alle Dokumente, welche dort erschienen, ohne weitere Nacharbeit oder den Hinweis auf nachträgliche Prüfung veröffentlicht wurden, könnte man sogar vermuten, dass dies alles durch Bots und entsprechender Dokumentenmanagement-Software erledigt wurde…

Bis auf meine Vermutung zu den Bots, sind alle anderen genannten Punkte nachprüfbare Tatsachen bzw. Aussagen, die Assange selber getätigt hatte. Ich frage dich nun, woran machst du denn die manipulierte Meinung der Öffentlichkeit fest ?!?