GANGSTA: Manga-Autorin Kohske appelliert an unser Verantwortungsbewusstsein

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Kommentar von nobody:
Sie kann sich keinen Ausflug mit ihrer Familie leisten? Oder sind nur Tantiemen geflossen, die beim 10fachen des Durchschnittseinkommens liegen, nicht beim 50fachen?

Wenn Stars und Großverdiener (ob Musik, Literatur, Comics, …) sich derartig beschweren hätte ich gerne einen Journalisten, der mal nachfragt, um das einzuordnen. Klar: die meisten Urheber wollen immer mehr und ärgern sich über jede Kopie (wie groß sind eigentlich in den jeweiligen Szenen die Äquivalente zu Open Source?), aber ist das die reine Gier, oder ist es wirklich Existenzangst?

Kommentar von :
@nobody
Comiczeichner sind nicht mit Rockstars zu vergleichen.
In DE sind Auflagen von 5000 Stück/Album schon sehr viel (oft werden nur tausend Stück abgesetzt, in DE,AT und CH zusammen).
Viele der kleineren Verlage sind aus meiner Sicht halbe Hobbyunternehmen.
Deshalb arbeiten viele parallel an mehreren Projekten.
Das war übrigens auch schon vor dem Inet so (Asterix, Mäuse und Enten mal ausgenommen).
Enten und Mäuse sind in DE auf dem absteigenden Ast. Das Mosaik (aus der DDR rübergerettet) ist aktuell die am besten verkaufte Serie (ist auch gut für Kinder geeignet und wird übrigens ebenfalls ständig kopiert).
Das angesprochene Problem des Kopierens ist einfach nicht lösbar, da die Interessen der Produzenten und der Konsumenten zu stark divergieren.
In gewisser Weise ist das auch das Henne Ei Problem.
Mache ich das Produkt billiger und es wird nicht signifikant mehr verkauft ist der Ofen aus.
Mache ich das Produkt nicht billiger kaufen nur wenige (die das Interesse und Geld haben sowie zusätzlich die Wertschätzung aufbringen).
Dazu kommt das im deutschen Sprachraum Comics nach wie vor ein Nischenmarkt sind.
Du bekommt eine unfassbar große Zahl an (legalen) Produkten angeboten, die auf eine überschaubare Zahl an Rezipienten stößt. Diese werden im Durchschnitt immer älter und es kommen nicht genug neue Leser dazu.
Wie bei den Büchern, das ist einfach die Konkurrenz der neuen Medien.
Für einmal lesen sind die recht teuer (wobei man sagen muss das wirklich viel Arbeit drin steckt und die Auflage, wie ich schon schrieb, im Regelfall gering ist).
Zusätzlich kommt eine riesen Auswahl (auf die kleine Zielgruppe bezogen) an gebrauchten Comics und Mangas (alles legal) dazu.
Als guter temporärer Schutz gegen das Kopieren haben sich Sonderformate welche schlecht auf einen handelsüblichen Scanner passen und hohe Preise herausgestellt. > engt natürlich die Zielgruppe ein
Niemand zerschnippelt gerne ein 60+ € Comic mit 250 Seiten.
Das passiert da im Regelfall erst, sobald die Dinger gebraucht und damit billiger zu haben sind.
Bei den Japanern sind Mangas meines Wissens ein Wegwerfprodukt (qualitativ gibt es da auch große Unterschiede), trotz der Tatsache das diese stark in deren Kultur verankert sind.
Das könnte die geringe Wertschätzung der Konsumenten dort erklären.

Danke für deinen langen und gleichermaßen interessanten Kommentar.

Kommentar von nobody:
Die Frau ist allerdings nicht in Deutschland, sondern in Japan, und produziert keine Comics mit 5000er Auflage, sondern Kassenschlager, die auch verfilmt werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein Hobby/Zuschussgeschäft ist bei der Größenordnung.

In Deutschland ist das sicher anders, aber von den (wenigen) Stars der Szene wie Feldmann hielte ich solche Ansprachen auch für Quatsch. Für die kleinen, die nur für die eingeschworene Gemeinde arbeiten, bleibt sicher nicht viel übrig. Allerdings ist da die Frage, ob das an den Kopien liegt - die ganz harten Fans unterstützen wahrscheinlich eher als der Durchschnittskonsument.

Vergleichbar mit Top-Manga in Japan ist da wohl eher der Buchmarkt: „Ja, hallo, ich bin regelmäßig auf der Spiegel Bestsellerliste und bei suhrkamp unter Vertrag. Wegen dieser Raubkopierer kann ich mir jetzt nicht mal einen Urlaub in Brandenburg leisten“. Aber wer glaubt sowas, wenn er auch nur mal den Hauch eines Einblickes in die Honorare der Top-Autoren gehabt hat?

Kommentar von nosurprise:
Netter PR-Stunt, weil ganz zufällig bei Netflix die Animserie angelaufen ist:

Kommentar von :
@nobody
Viele dieser Mangas werden noch per Hand gezeichnet. Selbst bei kompletter digitaler Erstellung arbeiten bei populären Serien eine große Masse von Leuten mit. Das zeichnet nicht einer allein. Die Kosten sind imens.
Für die dortigen Medienunternehmen sind die Serien und die Zeichner austauschbar und diese unterliegen, trotz eines gewissen Kultstatuses den sie unbestreitbar haben, untereinander einem extremen Konkurrenzdruck.
Im Regelfall sind die Zeichner kleine Unternehmer die fest vereinbarte Preise und Abnahmefristen haben und sehen müssen wie sie die erfüllen. Japan ist ein extrem kapitalistisches Land. Es ist gut möglich das da nicht viel hängen bleibt.
Selbst solche Größen wie Akira Toriyama (Dr Slump, Dragonball, an den Animes verdienen andere) hatten immer wieder finanzielle Probleme. Da hat das Internet als Verbreitungsmedium noch keine Rolle gespielt.
Das ist dort normal. Es gibt dort aber keine Sozialhilfe die den Namen verdient. So gesehen kann es schon sein, das die Hauptzeichnerin und Projektverantwortliche da finanzielle Probleme hat.

Kommentar von Fummelbär:
Ja, das ist das alte Problem. Sie hungert nicht, nur ärgert sie sich, dass die total viel gelesen werden, sie aber kaum etwas dafür bekommt. Das kann ich schon verstehen. Hm, ich hätte da mal eine komische Idee. Es gibt doch die guten alten Wackelbilder. Wie dünn lassen die sich denn herstellen? Ist das so viel teurer? Man könnte die Sprechblasen einfach auf diese Weisen sichtbar bzw. unsichtbar machen. Klar, wäre eine absolute neuerung, aber kein Mensch könnte das einscannen. Natürlich wird ein Heft dann schon teurer.

Kommentar von :
„Aber wer glaubt sowas, wenn er auch nur mal den Hauch eines Einblickes in die Honorare der Top-Autoren gehabt hat?“

Du meinst also, wenn ein Autor / Zeichner ein ‚hinreichendes‘ Einkommen hat und nicht am Hungertuch nagt, dann ist das eine Legitimation für Schädigung durch Raubkopierer, die dieser ohne Murren hinnehmen sollte?

Und wo würdest Du diese Grenze ansetzen, wo Du Dich schon für das Maß aller Dinge hältst?

Kommentar von Marvin:
Der Finanzrocker hat ein Interview zum Thema mit der deutschen Comiczeichnerin Sarah Burrini gemacht. Mich hat überrascht, wie wenig die großen Verlage bezahlen und wie wichtig Patreon etc. für ihren Lebensunterhalt ist.
https://finanzrocker.net/kreativen-fehlt-oft-ein-positiver-bezug-zu-geld-mixtape-mit-sarah-burrini/

Kommentar von :
Das klingt jetzt so, als würde sie am Hungertuch nagen, obwohl der Manga (den ich nicht kenne) wohl ein weltweit erfolgreicher samt Anime sein soll.

Fakt ist: die Verlage haben den frühzeitigen Start in das digitale Zeitalter mutwillig verpasst.
Und bei Scherzen wie: „Der Manga xyz bekommt eine Fortsetzung, aber die alten Bände werden nicht nachgedruckt!“ muss sich auch keiner wundern, wenn keine die neuen Bände will.

Kommentar von :
@ anderer Anon
Es muss eine gewisse Menge gedruckt werden damit sich der Nachdruck lohnt.
Solange aber antiquarisch jede Menge von der Serie noch herumschwirren bringt das nichts.
Print on demand ist einfach zu teuer (teilweise auch wegen der recht hochwertigen Gestaltung z.B. Prägedruck usw nicht möglich). Dazu kommt das nicht verkaufte Alben in DE unter Umständen versteuert (weil keine Abschreibung sondern als Gewinn zu bilanzieren > frag mich nicht warum, Rückstellungen nicht möglich) werden müssen (also nicht abgeschrieben werden können) oder vernichtet werden müssen (der Splitterverlag hatte das Problem und jede Menge Alben ins Altpapier gegeben weil sonst pleite).
Meist kannst du nach ca zehn Jahren über einen Nachdruck nachdenken wenn du was daran verdienen willst.
Also wenn genug von den Alben wegeschmissen oder sonst wie verschollen sind.
Ist leider so. Die Gewinnmarchen sind bis auf wenige Ausnahmefälle nicht so hoch.
Als Händler siehst du Bücher und Comics eher quantitativ (Umsatz) und nicht qualitativ.
Ist halt Handelsware.

Kommentar von nobody:
Ich meine: wenn Autor X Millionär ist, sollte er keine Offenen Briefe schreiben und behaupten, er könne kaum davon leben. Mit der Rechtfertigung der Kopierer hat das überhaupt nichts zu tun.

Murren kann er so viel er will, auch jeden Rechtsweg beschreiten. Nur ein bisschen bei der Wahrheit sollte er dabei bleiben, wenn er glaubwürdig sein will.

Aber da Du hier nur versuchst, mir Worte in den Mund zu legen, ist dir das sicherlich egal. Und so wichtig finde ich es auch nicht, dass ich da nun versuche, dir zu erklären was ich meine und dass das, was ich meine, nicht das ist, was Du glaubst / gerne hättest was ich meine.

Kommentar von :
@nobody
„Ich meine: wenn Autor X Millionär ist, sollte er keine Offenen Briefe schreiben und behaupten, er könne kaum davon leben.“

Woher weißt Du, ob und in welcher Höhe ein Autor Millionär ist? Hast Du seine Kontoauszüge gesehem? Kennnst Du seine Verträge mit dem Verlag? Kennst Du das Steuersystem in seinem Heimatland? Weißt Du, ob er nicht vielleicht mit dem Geld auch Gutes tut und spendet? Weißt Du, welche finanziellen Verpflichtungen aus der Vergangenheit er hat? (in manchen Ländern muß man für sein Studium einen kredit aufnehmen und zahlt dann jahrelang bzw. jahrzehntelang ab).

Das einzige was Du wiederholst ist: wenn man mutmaßt daß einer ‚genug‘ bzw. ‚viel‘ verdient, hat ‚man‘ das Recht, ihn zu schädigen durch Piraterie.

Kommentar von nobody:
Einfach meine Beiträge noch mal lesen, weniger nur auf das antworten, was Du in deinem inneren Monolog gehört hast.

Dein letzter Absatz ist eine Lüge, ich habe nichts dergleichen geschrieben. Geschenkt, Du bist nicht diskussionsfähig, ist wohl ne emotionale Angelegenheit für dich.

Kommentar von :
Ich wiederhole meine Frage: woher kennst Du den Kontostand der Autorin?

Hierzu - ditto wiederholt - Deine Aussage dazu:
“Ich meine: wenn Autor X Millionär ist, sollte er keine Offenen Briefe schreiben und behaupten, er könne kaum davon leben.”

Deine Beiträge einmal zu lesen reicht völlig - sie sind in ihrer intellektuellen Simplizität unübertroffen.

Kommentar von nobody:
Wie ich schon schrieb: ich kenne ihn nicht, ich spekuliere über ihn. Wer Bestseller (in einem großen Markt) mit TV-Adaption schreibt, verdient zumeist nicht schlecht.

Selbstverständlich ist es möglich, dass der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank bitterarm ist, weil er so hohe private Verpflichtungen hat. Wahrscheinlich ist es nicht.
Wenn der nun offene Briefe schreibt, dass die Managergehälter in Deutschland einfach vorne und hinten nicht reichen, dann unterstelle ich, dass er billig manipulieren will, weil -aller Wahrscheinlichkeit nach- sein Salär im Vergleich zum Durchschnittsbürger gigantisch ist. Sich die Drittyacht erst 2020 leisten zu können ist auch eine Form von Leid, magst Du einwenden. Ich halte das ganze für glaubwürdiger, wenn’s vom Kloputzer bei der Deutschen Bank kommt und nicht vom CEO.

Kommentar von :
„Klar: die meisten Urheber wollen immer mehr und ärgern sich über jede Kopie (wie groß sind eigentlich in den jeweiligen Szenen die Äquivalente zu Open Source?), aber ist das die reine Gier, oder ist es wirklich Existenzangst?“

Die ‚Gier‘ ist das schlichte Prinzip, daß sie für jede Nutzung ihrer geistigen Arbeit ein entgelt erwarten können, unabhängig vom Kontostand.

Wenn man Deiner ‚Logik‘ folgt, hieße das: Du bezahlst Dein Kilo Karotten beim kleinen Gemüesetandler am Eck, weil er grad so über die Runden kommt.

Du bezahlst Dein Kilo Karotten bei REWE nicht sonderst klaust sie, weil REWE zum großen, reichen METRO Konzern gehört, der genug Kohle hat.