Freifunker verliert P2P-Klage: Eigentor geschossen

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Das Kammergericht (KG) Berlin beschäftigte sich unter dem Aktenzeichen Az. 24 U 92/18 am 11.11.2019 mit einer weiteren P2P-Klage. Im…

Das Verfahren hat aber herzlich wenig mit Freifunk zu tun und der Kläger mag einen Freifunk Knoten betreiben, hat aber leider selbst nicht verstanden wie Freifunk funktioniert.
→ der Rechteinhaber kann nicht die IP des Anschlussinhabers ermitteln, wenn die Rechtsverletzung über das Freifunknetz begangen worden wäre. Hierzu müsste man sich an die Berliner Freifunker wenden, die a) freiwillig keine Auskünfte erteilen, b) keine Daten speichern, die dies (nachträglich) ermöglichen würden.
Im Artikel immer wieder vom „Freifunker“ zu sprechen halte ich für falsch - das ist irgendein Depp, der seine illegalen Handlungen nicht abgesichert hat.

@AgentOrange - Sehe ich genauso, irgendein Depp
der meinte er könne die „Frommers“ herausfordern.
Ausser Spesen nichts gewesen, über 2000 Euro
für einen Film…, dumm gelaufen. :wink:

Mein Mitleid hält sich in diesem Fall auch sehr in Grenzen.

Sorry @Antonia aber ich finde den Artikel schon stark irreführend. Wer nicht sooo viel Ahnung hat und überlegt, einen Freifunk Router in sein Café oder Lokal zu stellen, stößt bei online Recherche jetzt auf so einen Artikel… Wenn der VPN auf dem Freifunk Router funktioniert hätte - Oder er vom Angeklagten überhaupt verwendet worden wäre - hätten die Kläger die reale IP vom Hausanschluss definitiv nicht ermitteln können. Und hier im Artikel wird ein Bild gezeichnet, nachdem das Betreiben eines ordnungsgemäß konfigurierten Freifunk Routers mit VPN solche Risiken birgt. Mir sind keine Fälle bekannt, in denen der VPN versagt hat oder irgendjemand IPs rausgegeben hätte. Normalerweise bezieht man auch ein OpenWRT Image das schon so eingestellt ist, dass Traffic nur über den VPN ans WAN geht. Wenn der VPN also offline ist, gibt es keine Verbindung zum Internet. In jeder Freifunk Community, die ich bisher erlebt habe, gibt es mindestens ein paar Leute die Vorort interessierte aus der Stadt mit der korrekten Nutzung vertraut machen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so dermaßen falsch konfigurierten Freifunk Router im Umlauf sind.

@Ghandy wäre sehr nett, wenn du Stellung beziehen könntest.

Frage an alle: Wird denn grundsätzlich jeder Freifunk-Router nur über einen VPN betrieben? Ist das wirklich so?

Was kann ein typischer Freifunk-Router denn alles?

Ein Router mit OpenWrt in „Freifunk-Konfiguration“ wird typischerweise folgendes tun - die Details können natürlich je nach Firmware von Community zu Community unterschiedlich sein:

Per WLAN werden mehrere Netze aufgespannt. Das Freifunk-Mesh-Netzwerk im Ad Hoc-Betrieb. Hierüber werden mit den anderen Freifunk-Nodes Daten ausgetauscht. Die IP dieses Interfaces ist fest und muss im Freifunk-Netzwerk für den Router einmalig reserviert werden. Ebenso sind weitere im Ad Hoc-Betrieb wesentliche Parameter (Kanal, ESSID, BSSID) jeweils fest auf das jeweilige Freifunk-Netz zu konfigurieren.
Ein Freifunk-Netzwerk im Infrastructure-Modus, mit dem sich normale Clients (Notebooks, Smartphones) mit dem Router und dem Freifunk-Netzwerk als reine „Konsumenten“ verbinden können. Die Clients bekommen vom Router per DHCP ganz normal eine IP zugewiesen.
Falls der Freifunk-Router mit seinem WAN-Anschluss an ein anderes Netzwerk angeschlossen (z.B. ein DSL-Router oder Kabelmodem) ist, kann darüber Internet im Freifunk-Netzwerk freigegeben werden. Wie das im Detail geht, hängt von der lokalen Community ab. In Berlin z.B. wird typischerweise das Vpn03 benutzt.

Abweichende Konfigurationen sind natürlich möglich. Dies setzt jedoch entsprechende Kenntnisse zur Konfiguration der Firmware bzw. OpenWrt voraus. Dabei hilft dir die lokale Freifunk-Community sicherlich ggf. gerne.

VPN ist also keine Pflichteinstellung laut dem Verein! Der offizielle berliner VPN-Server wurde sogar letztes Jahr komplett abgeschaltet, da das Prinzip der Störerhaftung ja nun erstmal vom Tisch ist…

Allerdings wird bei der Konfiguration der Router quasi ein getunneltes Netz im Freifunk-Netzwerk erstellt, wenn ich das richtig verstanden habe…?

:thinking: :smile: