Die von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) angeordnete Pornhub-Sperre in Deutschland hielt vermutlich keine 24 Stunden lang. Der Betreiber wechselte einfach die Domain.
Update: Am heutigen Mittwoch kam von der Kommission für Jugendmedienschutz eine ausführliche Antwort auf unsere Fragen an, morgen kommt dazu wahrscheinlich ein eigener Beitrag.
Frage mich ob die nichts wichtigeres zu tun haben. Mein kleiner Bruder (13) flankt jedes Wochende (leider hörbar) seine erste Freundin weg aber Pornos darf er nicht gucken? Komplett unrealistischer Blödsinn der nur Ressourcen und Geld verschlingt. Albern.
Das würde ich so nicht sagen. Gerade bei den großen Pornoplattformen erscheinen immer mehr Videos, bei denen Frauen gedehmütigt werden. Viele schauen schon regelrecht gequält. Das könnte Kinder oder Jugendliche dazu veranlassen zu glauben, das wäre „normal“.
Ich finde nicht, dass Kinderaugen wirklich schon in dem Alter solche Dinge sehen sollten. Das ist einmal ansatzweise altersgerecht und macht was mit ihrer Psyche.
Vielleicht das muslimische Schüler und Eltern mittlerweile sowohl Mitschülerinnen als auch Lehrerinnen Kleidervorschriften machen wollen? (Bsp: Carl-Bolle-Grundschule Berlin) Da ist es zur Pornozensur nicht weit…
Nein, es gibt in der Erziehungswissenschaft und Psychologie jede Menge Gründe dafür, die man anführen könnte. Das hat nichts mit der Religion gemeinsam.
Mit Verlaub: Man kann auch viel Schwachsinn zusammen dichten!
Im Übrigen ist der Zugang von Minderjährigen zu pornographischem Material in den meisten Ländern schon seit jeher aus gutem Grund verboten oder eingeschränkt. Neu ist nur das Internet. Die Rechtsgrundlage hat sich eigentlich nicht geändert.
Also bitte, Leute. Es geht hier nicht im Mindesten um Rechts oder Links oder Christen vs. Muslime.
Es geht um die Pornhub-Sperre, die keine 24 Stunden angehalten hat. Und um die unmögliche Aufgabe der Behörde, Minderjährige vor pornografischen Inhalten im Internet zu beschützen. Ich bin immer noch der Meinung, dass das zwingend notwendig ist.
Man kann aber doch als Behörde nicht erwarten, dass so etwas wie eine billige Sperre das alles eindämmt, was man über Jahre und Jahrzehnte versäumt hat, anzugehen!
Momentan bringt das nämlich keiner der beteiligten Seiten irgendwas.
Die KJM setzt sich aus zwölf sachkundigen Mitgliedern zusammen:
6 Direktor*innen von Landesmedienanstalten
4 Mitgliedern von den für den Jugendschutz zuständigen obersten Landesbehörden
2 Mitgliedern von der für den Jugendschutz zuständigen obersten Bundesbehörde
Es mag ja sein, dass diese 12 Mitglieder sachkundig im Bereich Rundfunk und TV sind. Das sich ihre Sachkunde auch auf den Bereich Internet (und der Möglichkeiten dort) bezieht, sollte man bei den augenblicklichen Maßnahmen, eher in Frage stellen! Solange sich nichts in der Kommission selber verändert, werden auch ihre Maßnahmen im Netz einfach verpuffen und die Anbieter des Online-Pr0n werden die „Gewinner“ sein!