Databroker Files: Adtech enttarnt BND, Bundeswehr und Spezialeinheiten


Kommentare zu folgendem Beitrag: Databroker Files: Adtech enttarnt BND, Bundeswehr und Spezialeinheiten

Databroker Files zeigen, wie Werbedaten BND, Bundeswehr und Polizei enttarnen. Standortdaten aus Apps werden zum Sicherheitsrisiko.

Und gerade im BW-Bereich warnt immer noch der MAD vor „Spionen aus den eigenen Reihen“!
Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man glatt darüber :rofl:

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Warum dürfen ausgerechnet von Notz und Kiesewetter dazu ihre Allgemeinplätzchen aufbacken?
Haben nicht beide hinreichend bewiesen, dass ihr Wort wertlos ist?

Laut Netzpolitik.org beschränken sich politische Reaktionen aber bislang wohl – wieder einmal – auf Appelle zur „Sensibilisierung“ (siehe von Notz und Kiesewetter).
Ich denke, dass die Politik einfach keine Antworten ansonsten zur Problematik hat, überfordert ist und deshalb kein Fass aufmachen will, damit das Thema schnell wieder aus der Öffentlichkeit verschwindet! Das so etwas ein immens wichtiger Punkt ist, bei der derzeitigen europäischen Sicherheitslage, scheint bei den Verantwortlichen noch nicht wirklich angekommen zu sein?!

Ich kann nicht erkennen, warum Abs. 1 Nr. 2 und ganz besonders Abs. 2 Nr. 2 nicht auf Datenbroker zutreffen sollten.
Es ist literarisch ihr Geschäft.
Und dabei spielt es nicht die geringste Rolle, ob sie nebenbei oder hauptsächlich legalen Geschäften nachgehen, denn für diesen Straftatsbestand gilt der Eventualvorsatz.
Das Gelaber von der „Sensibilisierung“ ist also viel mehr als nur eine Nebelkerze: Es leugnet die tatsächliche Rechtslage vollständig.
Denn nicht der ausspionierte Amtsträger handelt hier illegal (wenn bestimmt auch fahrlässig), sondern die Datensammler und Datenbroker müssen sicherstellen, dass sensible Informationen nicht an Geheimdienste weiterverkauft werden können.

Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die Herren von Notz und Kiesewetter das wissen.
Der Wissenschaftliche Dienst wird garantiert schon irgendwann einmal auf diesen schlafenden Hund gezeigt haben.

Auch wenn ich mich mit dieser Frage komplett zum Obst mache, ich stelle sie trotzdem: Haben die alle ihren Standort (GPS) aktiviert, oder was? Mir will es nicht in den Schädel, wie man sonst solche Daten erhält. Kann mir das bitte einer erklären? Am liebsten an einem konkreten Beispiel.

Ach, Bernd …
GPS, Assisted GPS, WLAN-Ortung, Funkzellenortung.
Bis auf die Funkzellenortung ist das alles recht präzise.
Die Leute sind eben bequem und es interessiert sie einfach nicht, welche Meta-Daten anfallen und sie können sich auch nicht vorstellen, was alles damit möglich ist.

Haben Geheimdienste ohnehin nicht durch die Pegasus Software aus Israel die Möglichkeit auf Knopfdruck auf verschiedene Systeme problemlos zuzugreifen ? Diese Software wurden an sehr viele Staaten weitergegeben, ich vermute auch Deutschland. Wozu also Lücken in Apps suchen ? Das ist doch dann gar nicht mehr notwendig.

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Das ist nicht, worum es hier geht.
Es geht darum, dass du Dank der Databroker weisst, wessen Handy zu verwanzen sich lohnt.
Oder verkauft Israel diese Informationen gleich mit?

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Das wird jetzt wieder ein paar Tage durch die Medien gehen. Der Staat wiegelt wieder ab und im Grunde werden keine Konsequenzen gezogen.
Und „Sensibilisierung“ der Beamten ist ja schön und gut, aber auch nicht der heilige Gral der Prävention. Zumal viele auf ihr Mobilgerät angewiesen sind und auch eine sinnvolle Rechtekonfiguration das Problem nicht ausmerzt.
Meine persönliche Erfahrung mit Staatsbediensteten, wenn es um das Risiko von Standortdaten geht, ist absolute Ignoranz. (Zuletzt besprochen zum Thema VW-Standortdatenleck Ende 2024).
Da scheint die „Sensibilisierung“ zumindest in dem mir bekannten Personenkreis ja nicht zu greifen.

Nun ja…selbst bei den Funkzellen ist die Genauigkeit, durch verbesserte Triangulation, extrem angewachsen über die letzten Jahre! Theopraktisch sind da wohl drei bis fünf Meter drin, je nachdem wie groß das Dreieck halt ist…
Die genauste Methode (wohlgemerkt, alles nur in Ballungsräumen) ist die WiFi-Ortung aktuell wohl die genauste Messlösung. Je nach Anzahl der WiFi-Quellen, sollen mittlerweile Genauigkeiten von 0,5 Meter problemlos möglich sein! Die im Artikel genanten Bewegungsprofile entstehen ja nicht nur durch die Genauigkeit der Ortung, sondern auch durch die Wiederholbarkeit bestimmter Strecken und Punkte!

Wenn sich sonst niemand dazu geäußert hat, was will man machen?

Zuerst einmal würde ich mich fragen, warum diese Leute überhaupt gefragt wurden und welcher Spin da angestossen werden soll.
Dann könnte man mal einfach jemanden fragen, der sich mit sowas auskennt und nicht zum Tiefen Staat gehört.

Ich würde noch Bluetooth ergänzen… Ich will aber ehrlichgesagt gar nicht wissen was man damit alles machen kann.
Ausserdem kennt jeder das phänomen, wenn im beisein des eigenen handys von einer dritten person über ein völligst fremdes Thema redet und nachher jegliche werbung damit geflutet wird sogar bei ios…

Vielleicht ist ja keine sensibilisierung da weil das ein geplantes Manöver war ironie ende

Wer sonst sollte sich dazu äußern? Etwa der (nicht meiner) „Digitalminister“?
Oder einer der 17 Datenschutzbeauftragten? 17, weil 16 Länder und Bund. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Bei uns kämpfen 16 Landes-DSB, jede/r für sich, gegen international agierende Großkonzerne. Und unsere DSB haben nicht einmal Weisungsbefugnis. Was sollen die zur Durchsetzung der DSGVO ausrichten? Ihre Hilflosigkeit hat schon fast etwas rührendes. In der Bibel hat David gegen Goliat gewonnen, aber das ist ein schönes Märchen. Unsere DSB richten gegen Big-Tech genau nichts aus; es gibt sogar welche, die mit den Amis kungeln (Beispiel Hessen https://www.datenschutz-notizen.de/datenschutz-hessen-macht-den-weg-frei-fuer-microsoft-365-4257377/ ).

https://www.heise.de/news/Google-sammelt-Ortsdaten-auch-bei-deaktiviertem-Standortverlauf-4135668.html
https://www.heise.de/news/Studie-Android-uebermittelt-Standort-Hunderte-Mal-am-Tag-zu-Google-4143055.html
https://digitalcontentnext.org/blog/2018/08/21/google-data-collection-research/
https://www.eff.org/deeplinks/2022/06/how-federal-government-buys-our-cell-phone-location-data
https://www.eff.org/deeplinks/2022/06/what-fog-data-science-why-surveillance-company-so-dangerous
https://www.theregister.com/2022/09/01/eff_fog_data_broker
https://www.heise.de/news/Massenueberwachung-zum-Sparpreis-US-Polizei-kann-Bewegungsprofile-analysieren-7251554.html
https://www.heise.de/news/Handy-Spionage-GSMA-laesst-Schweizer-Firma-Zugang-zum-Mobilfunknetz-kappen-9060221.html
https://netzpolitik.org/2025/gigantisches-daten-leak-droht-hacker-wollen-bestaende-von-us-databroker-veroeffentlichen/
https://www.wired.com/story/gravy-location-data-app-leak-rtb/
https://timsh.org/tracking-myself-down-through-in-app-ads/
https://www.theregister.com/2025/03/04/google_android/
https://netzpolitik.org/2025/databroker-files-datenhaendler-verkaufen-metergenaue-standortdaten-von-eu-personal/
Außerdem empfehle ich die einschlägigen Dokus, aktuell beispielsweise https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL25kci5kZS80ODg2NmUzNC1mZTc2LTRmMDItYWMxZS00NzE1Y2JiOWQxMzY
Die Mobilfunk-Provider erfassen und verkaufen Bewegungsprofile anhand der Funkzellen-Ortung plus Triangulation. Man soll sich dagegen Opt-Outen können, siehe https://www.optout-service.telekom-dienste.de/public/anmeldung.jsp und https://www.telefonica.de/partner/wholesale/enabling-services/mobility-insights.html#selbst_entscheiden
Für 1und1 muss man sich durchs Control-Center beißen.
Noch Fragen?

p.s.: Weshalb hier manche Links nicht verlinkt werden, erschließt sich mir nicht.

Spielt keine Rolle bei der Frage danach, warum man ausgerechnet diese beiden Clowns dazu befragt hat.
Aber um des Argumentes willen: Sowohl Innen- als auch Verteidigungsministerium sollten sich hierzu äussern.

:joy:
Eher unwahrscheinlich…
Dann müsste man ja zugeben, dass die Clowns recht hatten! Parallel müsste auch noch die Anweisung an die BW-Führung rausgehen, dass Soldaten im Kriegsfall doch bitte ohne ihr Handy an die Front latschen sollten!
Momentan würde daraus resultieren, dass Soldaten, Polzilisten sowie Geheimdienstmitarbeiter nur noch in ihrer absoluten Freizeit ihr Telefon am Mann haben dürfen…

Es betrifft aber ihren Verantwortungsbereich und deshalb sollte man sich dort eine Stellungnahme holen und nicht bei irgendwelchen Clowns mit Agenda.
Wen fragen sie als nächstes? Annalena Baerbock?