ADHS-Medikamente & Verdacht auf Dealerei: Wenn Hausdurchsuchungen besonders folgenschwer sind


Kommentare zu folgendem Beitrag: ADHS-Medikamente & Verdacht auf Dealerei: Wenn Hausdurchsuchungen besonders folgenschwer sind

Für Menschen, die ADHS-Medikamente einnehmen, kann eine Schnellschuss-Hausdurchsuchung rasch sehr ernst und folgenreich werden.

Hmm. Wenn ich mich nicht irre sollte bei Verschreibung ein BTM-Ausweis vorliegen. Idealerweise um Dosierungen ergänzt. Idealerweise fotografiert man sich die Rezepte ab und kann die dann vorzeigen.
Die Durchsuchung und Vorgehensweise bleiben weiterhin unschön, aber der „Handel“ sollte dann schnell entkräftet sein.

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Das hat mich jetzt zum grübeln gebracht. Ich nehm seit Jahren Qxycodon wegen meiner kaputten Handgelenke. Werd mir dafür einfach mal was von Arzt ausstellen lassen so das ich was schriftliches hier liegen habe, wer weiß was kommt…

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Das ist auf jeden Fall eine gute Idee. Zwar dürfe Oxycodon (vermutlich aufgrund des extrem hohen Preises auf dem Schwarzmarkt) nicht zu den für die ermittelnde Polizei prominentesten Kandidaten gehören, aber es ist in der Anlage III geführt und kann genauso Probleme machen. Vor allem, wenn es dir regelmäßig in größeren Packungen (100 St. / N3) verschrieben wird, du aber nicht ganz so regelmäßig einnimmst und sich so Vorräte aufstauen.

Idealerweise um Dosierungen ergänzt. Idealerweise fotografiert man sich die Rezepte ab und kann die dann vorzeigen.

Das scheint auch nicht so ganz ohne zu sein. Laut der hier interviewten Dr. Engelmann scheint es vorzukommen, dass Patienten z.B. Kopien der Rezepte dabei haben/vorzeigen und dann konstruiert man den Patienten eine Rezeptfälschung herbei…

Oxycodon

Oxycodon ist schmerzhemmender Wirkstoff aus der Gruppe der halbsynthetischen Opioide. In der Medizin wird es zur Behandlung bei starken bis sehr starken Schmerzen eingesetzt. Es ist etwas stärker wirksam als Morphin und wird als stark wirkendes Opioid eingestuft. Die Pharmafirma Merck aus Darmstadt brachte 1917 unter dem Namen Eukodal den Wirkstoff Oxycodon als schmerz- und hustenstillendes Mittel auf den Markt. 1998 ist es als orales Opioidanalgetikum in Deutschland erneut auf den Markt gekommen, nachdem es 1990 wegen des hohen Sucht- und Missbrauchspotentials vom Markt genommen worden war.
Einnahme

Oxycodon ist in Tablettenform oder Tropfen zum Einnehmen erhältlich. Zur Verfügung stehen

  • Retardtabletten, die den Wirkstoff über eine gewisse Zeitspanne nach und nach freisetzen.
  • Tabletten und Hartkapseln
  • Lösungen

Darüber hinaus gibt es auch Kombinationsarzneimittel mit Oxycodon, denen zusätzlich der Opioid-Antagonist („Gegenspieler“) Naloxon zugesetzt ist. Diese Kombination verringert die Nebenwirkungen (z.B. Verstopfung) und das Missbrauchspotential von Oxycodon.
Opioide sind hochwirksame Medikamente, die nur über eine beschränkte Zeit und bestenfalls in ärztlicher Begleitung konsumiert werden sollten. Die Dosierung wird vom behandelnden Arzt festgelegt und sollte unbedingt eingehalten werden.
Bei Erwachsenen und Jugendlichen über 12 Jahren beträgt die übliche Anfangsdosis (unretardierte Tabletten) 5 mg, bei Retardtabletten 10 mg.

Wirkung

Oxycodon hat schmerzlindernde, dämpfende, angstlösende, hustenreizstillende und psychotrope Eigenschaften. Es erzielt seine schmerzstillende (analgetische) Wirkung durch Aktivierung von Opioid-Rezeptoren im menschlichen Körper. Es wirkt an spezifischen Nervenzellen des Rückenmarks und des Gehirns.
Wird Oxycodon in Tablettenform geschluckt, setzt die schmerzstillende Wirkung innerhalb von 20 bis 40 Minuten ein. Die Wirkdauer beträgt drei bis sechs Stunden.
Kurzzeitwirkungen
Unter der Anwendung von Oxycodon können Nebenwirkungen auftreten, wie Schwindel, Übelkeit, Verstopfung, Mundtrockenheit, Appetitminderung, Verengung der Pupillen, Benommenheit, Verwirrtheit, Kopfschmerzen, Juckreiz und Muskelzucken.
Opioide wie Oxycodon haben in der Regel eine sog. atemdepressive Wirkung. Das bedeutet, die Atmung wird flacher und kann sich verlangsamen bis hin zum Atemstillstand.
Überdosierungen mit Oxycodon sind lebensgefährlich, da die Substanz bei einem missbräuchlichen Konsum bereits in tiefen Dosen stark atemdepressiv wirkt, was zu einem Atemstillstand und Koma führen kann. Bei Opioidabhängigen kann die tödliche Dosis deutlich höher liegen. Eine Überdosis wird mit der Einnahme von Naloxon, einem Opioid-Antagonisten, behandelt.

Zugleich hat Oxycodon euphorisierende, angstlösende und beruhigende Eigenschaften. Gelegentlich kann es auch zu Halluzinationen kommen. Aufgrund dieser Nebenwirkungen wird Oxycodon zunehmend missbräuchlich zu Rauschzwecken als Droge konsumiert.
Die Oxycodon-Wirkung kann das Nervensystem stark beeinträchtigen (Schwindel und Benommenheit), wodurch eine sichere Bedienung von Maschinen und Fahrzeugen eventuell nicht mehr gewährleistet ist. Konsumierende sollten dies unbedingt beachten.
Bei Einschränkungen der Atemfunktion (wie Bronchialasthma), Lungenerkrankungen, Darmerkrankungen (z.B. Darmverschluss) sollte auf die Einnahme von Oxycodon verzichtet werden.
Wechselwirkungen

Gefährlich ist die Kombination von Oxycodon mit anderen Downern (Alkohol, Benzodiazepine, Medikamente, GHB/GBL, Heroin, Opioiden). Dies kann zu riskanten Wechselwirkungen und einer Verstärkung der Wirkung führen. Es besteht die Gefahr einer Atemdepression bis hin zur Atemlähmung, einer Blutdrucksenkung, eines Komas und kann im schlimmsten Fall zum Tod führen!

Dies gilt auch bei einem Mischkonsum mit Upper-Substanzen (Kokain, MDMA, Amphetamin usw.): Dabei kann es zu einer extrem hohen Belastung für den Körper und das Herz-Kreislaufsystem kommen (Kreislaufkollaps usw.). Die Wirkungen können sich gegenseitig überdecken, sodass sie subjektiv schwächer empfunden werden. Lässt die Wirkung der Stimulanzien vor den Opioiden nach, besteht die Gefahr einer verzögerten Überdosierung bis hin zu einer Atemdepression. Achtung Lebensgefahr!

Grapefruits und Pomelos können die Wirkung von Oxycodon verstärken und zu einer Überdosierung führen.
Langzeitwirkungen
Oxycodon hat ein hohes Abhängigkeitspotential. Der Konsum führt, rascher noch als bei Morphin, bereits nach kurzer Zeit zu einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit. Dabei kommt es zu einer Toleranzbildung, weshalb immer höhere Dosen konsumiert werden müssen.
Es kann zu starken Entzugssymptomen wie Unruhe, Reizbarkeit, Depressionen, Schlaflosigkeit, Schwitzen, Kälteschauer, Erbrechen, Durchfall und schmerzhaften Krämpfen kommen. Da Oxycodon unter anderem die Stimmungslage und die Psyche beeinflussen kann, besteht die Gefahr, dass das Medikament missbräuchlich angewendet wird.

Rechtlicher Status

Oxycodon ist in Deutschland als ein verkehrsfähiges und verschreibungsfähiges Betäubungsmittel eingestuft und darf nur über ein Betäubungsmittelrezept verordnet werden.

Jein, bei einer „Schwarzweiß“-Kopie wird selbst der Dümmste Polizist keine Rezeptfälschung unterstellen, da BTM ja spezielle Rezepte benötigen…
Davon abgesehen macht vermutlich jede Apotheke auf Anfrage einen Stempel/Vermerk auf die Kopie…Wenn Sie nicht die Kopie gleich machen.

Welcher Schwarzmarkt soll das denn sein?! „Oxycodon-Fans“ gehen sich das Zeug in großen Mengen zu extrem kleinen Preisen im
Research Chemicals Shop ihrer Wahl kaufen! In Zeiten von schrottiger TELEMATIK schont das auch die Nerven bei der Beschaffung…
:laughing:

rezepte? welche rezepte? schon mal in den letzten monaten bei m arzt gewesen? das gibt es nicht mehr. nix foto.

BtM Rezepte!
Um die gehts doch hier.
„Im Verlauf der zweiten Hälfte des Jahres 2026 wird es voraussichtlich möglich sein, BtM-Rezepte digital zu verordnen.“
https://www.barmer.de/leistungserbringer/gesundheitsbereiche/apotheken/btm-rezepte-1280874
Und wenn es Digital wird, kann die Apo bestimmt eins ausdrucken.

Btw und OT, letztes Jahr ein normales Rezept auf Papier bekommen weil die Technik grad ne Störung hatte. Kein Normalfall, gibts aber alles noch.

klar gibt es das alles noch, soll aber nicht verwendet werden. ich habe da weniger erfahrungen mit und habe derzeit keine pillen die unter das btm fallen. ganz ehrlich? will ich auch gar nicht, das ist garantiert ziemlich ungesund sowas zu nehmen und ich rate grundsätzlich davon ab. wer es dennoch tut sollte schon echt gute gründe haben.

was mich aber viel mehr wundert ist das aus altagsgegenständen die in jedem haushalt zu finden sind etwas kriminelles gestrickt wird. dieses verhalten kann ich selber nur als kriminell ansehen. jeder hat doch briefumschläge daheim. man brauch sie immer wieder und wenn man mal einen braucht kauft man die im packet, die gibt es nicht einzeln. also sind immer welche über, macht auch sinn. beim nächsten mal hat man welche zur hand. ich muss immer wieder briefe versenden an behörden, anwählte oder sonstiges. ist doch normal. wenn es nicht normal wär würde die post ja nicht so viele briefe versenden oder?

BtM Rezepte gibt es aktuell nur in Papierform. Mehr wollte ich gar nicht sagen bzw. richtig stellen.

ist ja auch korrekt. weder benutze ich sowas, kenne mich damit aus noch weiss ich wie das beim arzt geregelt wird.

danke für die info übrigens :+1:

Schon traurig wie sich der dope markt entwickelt hat, günstige chemiescheisse ersetzt qualität. bsp nitazetene war vor ungefähr 2 jahren noch legal erhältlich und wird jetzt überteuerrt als reines opiat verkauft. Bleibt nur zu hoffen dass der NahOst Konflikt Iran … bessere qualität liefert um den wiederaufbau vom eigenen Land finanzieren zu können

Ich schätze es gibt solche und solche, aber viele nehmen „verschriebene“ BTM nicht grundlos, v.a. da die meisten Ärzte da wirklich drauf achten…

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Eine aktuelle Liste (24.12.2025) mit Medikamenten, die unter das BtMG fallen, findet ihr beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte:

https://www.bfarm.de/SharedDocs/Downloads/DE/Bundesopiumstelle/Betaeubungsmittel/BtM-Stoffe.html

Ja, Schmezpatienten auf Opioiden wäre ein Beispiel für Gute Gründe. Eines von ganz vielen, gilt wohl leider auch für den Missbrauch. Kann beide Seiten aus für mich nachvollziehbaren Gründen verstehen.

Edit: Alle 3 Seiten sogar. Patient, Konsument, Strafverfolger der es trennen muss. :thinking:

Diese ganze Mißbrauchsgeschichte resultiert natürlich auch aus unserem Gesundheitssystem an sich. Viele Ärzte (auch Fachärzte) fertigen ihre Patienten quasi wie am Fließband ab. Um auf diese hohen „Durchlaufquoten“ zu kommen, wird lieber Symptombekämpfung betrieben, als die wirklichen Ursachen des Patientenleiden zu eroieren! Das gilt zwar nicht für die gesamte Ärzteschaft, aber doch für eine Menge.
Wenn ein Patient bei diesen Ärzten einmal ein Rezept für BTM-Medikamente erhalten hat, kann dieser fast unendlich oft (ohne erneute pers. Vorstellung beim Arzt), ein Folgerezept erhalten.
Dies wollte man u.a. auch mit der Einführung der ePA verhindern, weil solch ein Mißbrauch spätestens beim Arztwechsel auffallen würde. Die ePA wurde allerdings durch die datenschutzkonvormen Anpassungen soweit „abgeschwächt“, dass sie zum „stumpfen Schwert“ wurde in dieser Hinsicht.
Ich denke, ihr seht die Diskrepanz, wieso Datenschutz diesen Mißbrauch fördert, wenn er von der Person gewollt ist!
:wink:

Geht dann eher vom Patienten aus, der seine Medikamente nicht selbst braucht sondern verkauft. Das es so möglich ist, dafür danken die ehrlichen Patienten. Bei z.B. chronisch oder palliativ erkrankten macht es schon Sinn das Folgerezepte so ausgestellt werden können.
Der Mißbrauch resultiert aus dem Patienten der das System "aus"nutzt.