Kommentar von Tim Tasse am 14.11.2017 16:18:
Und täglich grüßt das Murmeltier…
Pro Jahr erscheinen allein auf Deutsch und Englisch gut 2 Mio neue E-Books. Vergriffene E-Books gibt es nicht - im Gegenteil, viele Verleger und Autoren schmeißen ihre alten Schinken noch mal als E-Book auf den Markt, für wenig oder gar kein Geld, alles was gemeinfrei (aka Klassiker und Weltliteratur) ist, kann man eh kostenlos lesen.
So gesehen - ja sie kann dankbar dafür sein, wenn jemand ihre Bücher liest. Nicht dass ich ihr nicht gönne, dass sie damit auch Geld verdient.
Ich zahle für E-Books - für gute Fachbücher zum Beispiel, wo ich weiß, dass da wirklich Arbeit drinsteckt und wo ich Updates bekomme usw.
Ich zahle auch 5€ im Monat für Kindle Unlimited und ziehe mir da alles, was in meine Genres passt und mindestens 4 Sterne hat. Dazu gibt es täglich hunderte kostenlose E-Books als Promo bei Amazon, hab nun schon 7000 im Account.
Ergo - ich bin schon jetzt bis in alle Zeit mit Büchern eingedeckt, selbst wenn sich die Hälfte als Müll entpuppt, es kommen ja täglich 20-30 neue dazu. Alles was ich sonst noch sauge, lade ich nur weil es halt gerad kostenlos irgendwo herumliegt.
Wenn jetzt irgendwo ein Buch gehyped wird und das kostet unter 3€ kaufe ich das auch, wenn es mehr als 5€ kostet finde ich es entweder irgendwo, oder ich verzichte.
So ist das nunmal die Goldgräberzeit ist vorbei, jeder kann theoretisch Bücher schreiben und vertreiben. Das Angebot explodiert, entsprechend implodieren die Preise, bzw. entsprechend groß sind die günstigen Alternativen zu teuren Angeboten.
Die einzig sinnvolle Lösung sind gute Flatrates, die auch möglichst alle Titel enthalten oder pay per view pro gelesener Seite zu einem fairen Seitenpreis. Dann steht einem theoretisch alles kostenlos zur Verfügung und man zahlt nicht den Besitz sondern den Konsum. Mit Musik-Flatrates klappt es ja auch.