House of Usenet im Interview

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Cooles Interview von beiden Akteuren!28_fdd183fafdcc8be4f0dcce4768b58bb3

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Über 30 Fragen, lang ist’s geworden!

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Aber auch echt gut. Danke für das Interview :slight_smile:

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Sehr gutes Interview, mit einem fachlich sehr kompetenten Einblick in die Usenet-Szene!
Danke an beide Akteure!

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Ich habe Gerüchte gehört, mehrere Leute aus dem näheren Umfeld haben Defetzer damals dazu gezwungen, Hou zu schließen. Man drohte ihn, über die Klinge springen zu lassen.

Bei One-Click-Hostern sind die Uploads schnell down

Warum ist das so?

Ich kann keinen technischen Grund finden. Das Problem mit den verschlüsselten Dateinamen ist dasselbe, die müssen sich die Rechteinhaber in beiden Fällen aus Dutzenden Foren zusammenklauben. Im Usenet werden Dateien zwar gegenseitig gespiegelt, aber eine DMCA Rundmail an 100 Usenet-Anbieter weltweit ist auch nicht viel aufwändiger als eine einzelne Mail an einen einzelnen One-Click Hoster, wenn das System einmal eingespielt ist.

Ist die Content-Industrie vielleicht uneins, und solche DMCA Sperrungen finden nur lokal statt? Oder hat es was damit zu tun, dass OCH einen dauerhaften kostenlosen Zugang für Gelegenheitsnutzer ermöglichen, während man sich im Usenet grundsätzlich anmelden muss?

EDIT: Vielleicht wegen der deutschen Tonspur? So eine Datei ist nur für deutsche Downloader (= Leecher :wink:) interessant, und die Rechte dürften lokal begrenzt sein, so dass man zum Beispiel einem brasilianischen Usenet-Anbieter keinen entsprechenden Takedown senden darf?

Und genau das ist ein ziemlicher Aufwand. Die Rechteinhaber müssten die Foren durchgehen und die NZB Links / Dateien runterladen. Bei Streaming oder OCHs hingegen sind die Links meistens öffentlich im Internet und man muss nichts weiter tun, als dem Streaminghoster oder dem OCH eine Abuse Mail über das ohnehin vorhandenen Formular auf deren Seite zu schicken. Zudem gibt es Usenet Anbieter, die nicht auf DMCA Takedowns reagieren müssen, weil dieser für sie gar nicht verbindlich ist. Außerdem wird der Zugang zu den Dateien eben nur pro Usenet Anbieter verhindert und die Dateien nicht aus dem gesamten Usenet entfernt. Es wird also immer irgendeinen Anbieter geben, über den die Daten noch ladbar sind. Deshalb sind im Usenet auch so viele alte Sachen zu finden, weil die Rechteinhaber sich in der Regel nur für aktuellen Kram interessieren. Ist bei OCH oder Streaming genauso. Wenn man einen neuen Camrip einen Films irgendwo hochläd, ist der quasi innerhalb einer halben Stunde down. Wenn du den gleichen Film als BD Rip dann 6 Monate später irgendwo hochlädst, passiert erstmal gar nichts.

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Vor 10 Jahren war das so, aber heute? Muss man da nicht ebenso zuerst einen Account bei MyGulli.com oder so einrichten, sich dann bedanken, dann bekommt man den Link auf einen Linkcryptor, und dann nochmals ein Captcha lösen, bis man sich das endlich vom OCH herunterladen kann? Und im Vergleich dazu im Usenet, gibt es da nicht diese Indexer, die man automatisch per API ansprechen kann, so dass man nach Dateinamen suchen kann, und dann direkt die NZBs bekommt? Klar, wer seine Uploads mit Klarnamen ins Usenet stellt, der wird natürlich eher gelöscht, ist ja weniger Aufwand. Oder sind diese Klarnamenuploads vielleicht nur die erste Front für Noobs, die man den Rechteinhabern als Beschäftigungstherapie vorsetzt?

Wo steht denn das, das höre ich zum ersten mal. Vielleicht wenn der in Tonga sitzt, aber für ein deutsches Usenext oder einen niederländischen Anbieter gilt doch, die dürfen das nach einem Takedown nicht mehr für ihre Kunden zur Verfügung stellen. Dass die Datei bei anderen Anbietern immer noch vorhanden ist, ist schon klar, aber die Kunden der EU Anbieter kommen halt nicht mehr ran.

Das ist der Vorteil, dass man nicht Angst haben muss, was heruntergenommenes zu verpassen und sich täglich 2× im Board einloggen muss. Das frisst ja Zeit wenn man nur am Wochenende einen aktuellen Film sehen will um mitreden zu können.

Das Prinzip dahinter ist ja eher simpel, aber auch sehr effektiv. Die verschiedensten rechteinhaber schließen sich in Verbänden zusammen (ähnlich wie im Fall der CUII). Diese wiederum beauftragen Ermittlungsagenturen und dann gehts ins Detail.
Von denen werden ganz normale Zugänge bei den einzelnen deutschen Boards, Foren, Boersen etc. etabliert. Diese benutzen dann eigens geschriebene Skripte / Bots, die per RSS oder ähnlichem gefüttert werden, um dann die tatsächlichen Downloads durchzuführen. Die Downloads müssen natürlich real erfolgen, um juristische Beweismittel im Fall der Fälle präsentieren zu können.
Für jede Warez-Site existiert dann ein eigenständiger Bot, der auch sofort in Echtzeit Listen erstellt, die den Titel / Namen des Films, der Software, der Musik usw. inklusive des kompletten Pfades bis zum jeweiligen OCH erstellt. Aus diesen internen Listen des Programms werden automatisch dann die Abuse-Emails kreiert, die voll automatisiert an die OCHs verschickt werden. Das es meist 30 oder 60 Minuten dauert, bis der Link dann wieder down ist, liegt daran, dass kleine OCHs die Löschung der Links oft per Handarbeit machen. Größere Hoster arbeiten dann auch wieder mit Bots, die ihre Aufgaben von den extra eingerichteten Abuse-Mailsystemen empfangen und danach ausführen…

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Es gibt sicherlich Foren, wo das so ist. Aber bei den meisten öffentlichen Streamingseiten, muss man vor dem Abspielen der Videos nur einen Captcha lösen. Und Streaming wird wahrscheinlich den größten Schaden für die Urheber anrichten, weil es am einfachsten für den Endverbraucher ist und man es quasi auf jedem Gerät machen kann.

Ja es gibt Indexer auf denen es auch „Klarnamenuploads“ gibt von denen man automatisiert runterladen kann. Da wird auch viel abused allerdings sind die Leute mit ihren automatisierten Downloads eben schneller. Und Reuploads gibt es dann auch häufig. Zudem ist eine Datei dann halt nur bei einigen Usenetanbietern nicht mehr abrufbar. Deshalb wird ja auch immer empfohlen, zum Beispiel einen Usenetanbieter mit Sitz in Europa und einen mit Sitz in den USA zu nehmen.

Nicht alle Länder in der EU halten den „Digital Millennium Copyright Act“ auch für Verbindlich. Usenet Anbieter (Oder generell Firmen) aus den Niederlanden müssen nicht auf einen DMCA Takedown reagieren. In Bulgarien ist es genauso.
Hast du noch nie von DMCA Ignored Hosting gehört? Gibt viele dieser hosting Lösungen am Markt. Auch wenn Usenet Anbieter normalerweise schon auf DMCA Takedowns reagieren.

Wenn du dir einen Überblick zu den Usenet Anbietern verschaffen willst, kann ich dir diese Seite empfehlen:
https://www.reddit.com/r/usenet/wiki/providers

Wenn man mehrere Usenet Anbieter nutzt, muss man diese Angst ohnehin nicht haben.

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Russland, Litauen, Ukraine, Rumänien, die Niederlande, Schweden, Finnland, Dänemark, Island und Panama sind beliebte Offshore Serverstandorte für DMCA ignorierendes Hosting. Das waren nur ein paar Länder, gibt aber noch einige mehr!

Warum schreibe ich soviel?? Einfach mal hier rein schauen:

https://tarnkappe.info/forum/t/offshore-bulletproof-aktuelle-liste-2021/2654/7

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um dem ein wenig entgegegen zu treten, hat damals jemand, der John Sinclair Stuff auf der boerse verteilt hat, die Links nur nach PN rausgerückt… alter war sein zeug ständig abused ^^

:rofl: :rofl:

Ich kann mich ja täuschen aber ich vermute, dass lag daran, dass die studentischen Hilfskräfte welche für die Ermittler arbeiten, den „Trick“ schon kannten! hackschnitzel

Die Niederlande sind doch in der EU, und laut https://de.wikipedia.org/wiki/Richtlinie_2001/29/EG_(Urheberrechtsrichtlinie) müssen die das europäische Gegenstück zum amerikanischen DMCA umgesetzt haben. Klar, dass die dann mit DMCA-Freiheit werben können, aber runternehmen müssen sie es dennoch. Damit ist nix mit 11 Jahren Vorhaltezeit von Hollywood Blockbustern auf XLned, oder verstehe ich schon wieder was falsch?

Our Notice and Takedown policy

Usenet is a global medium over which XLned has no influence or control. We merely provide reading and posting access to Usenet. However, in accordance with international law we provide a notice-and-takedown policy through which any affected party can request deletion of information that is obviously in violation of the law.

In den Niederlanden kommen verschiedene Faktoren zusammen, die im Ergebnis ein DMCA ignorierendes Hosting ermöglichen:

  • In den Niederlanden gelten Hoster nicht als Teil der Telekommunikationsbranche, sondern lediglich als technischer Dienstleister, wie zum Beispiel auch die Stromanbieter dort.

  • Das Geschäftsmodell der holländischen Hoster hat sich über die Jahre nicht verändert: Wir wissen nichts, wir reagieren auf nichts, wir behindern jede Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden.
    Und es funktioniert, weil ein Hosting-Unternehmen nach niederländischem Recht nicht für die Handlungen derjenigen haftbar gemacht werden kann, die seine Server mieten. Das Hosting-Unternehmen ist nicht verpflichtet, den Inhalt jedes Servers zu kennen.

  • Um sich einer eventuellen Änderung der Gesetzeslage in Holland zu entziehen, haben sich sehr viele Hosting-Provider dazu entschlossen, ihre Hauptfirmensitze in Länder ausserhalb von den Niederlanden
    zu verlegen. Ihre Büros sowie die genutzte Infrastruktur bleibt allerdings in NL vorhanden, wie bisher.

  • Hosting-Anbieter, die zwar ihren Firmensitz in NL offiziell haben und auch holländische Server-IPs nutzen, die eigentlichen Daten allerdings in RZs außerhalb der NL speichern (zB. Cloud-Dienste), können für die DMCA Umsetzung nicht herangezogen werden, laut eines Urteils Bezirksgericht von
    Overijssel [am 1. Februar 2017].

In erster Linie sind natürlich die ersten beide Punkte maßgeblich, um DMCA oder die europäische Version dazu, ignorieren zu können!
Ein sehr gutes Beispiel, wie das alles in Holland funktioniert, wäre zum Beispiel der Hoster Ecatel und seiner weltweiten Verfolgung…
Siehe:
https://prog.world/the-data-center-near-amsterdam-is-called-the-cesspool-of-the-internet-but-it-continues-to-work/

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OK, das ist das physikalische Hosting wo die Server stehen, die sind also nicht für ihre Kunden verantwortlich. Was aber ist, wenn der europäische NOTD (NoTD? NTD?) Takedown an den niederländischen Kunden XLned geht? Haben Usenet-Provider dasselbe Privileg? In einem Webforum für Tipps zu binären Usenet-Downloads habe ich gelesen, man braucht 2 bis 3 Provider: Einen europäischen, einen in den USA, und eventuell ein Backup, falls Parts fehlen. Dann kann ich ja gleich 3 legale Streaming-Dienste abonnieren. Die Alternative VPN+Bittorrent halte ich für gefährlicher wegen der Abmahnungen in Deutschland, wenn man etwas falsch konfiguriert oder der Kill-Switch aufgrund eines Software-Fehlers nicht funktioniert.

Während die Vereinigten Staaten über ein vollständig dokumentiertes DMCA-Verfahren verfügen, um illegal urheberrechtlich geschütztes Material aus dem Internet zu entfernen, haben die Niederlande ihren eigenen „Notice-and-Take-Down-Verhaltenskodex“ (NTD) erlassen.

Der Kodex sieht ein Verfahren vor, um niederländische ISPs über rechtswidrige Online-Inhalte zu informieren. Im Gegensatz zum DMCA in den USA ist die Einhaltung des Kodex in den Niederlanden jedoch ausschließlich freiwillig und beinhaltet keine rechtliche Verpflichtung.
Während die DMCA-Deaktivierungsmitteilung ein ziemlich statisches Format hat, bietet der niederländische NTD-Code kein detailliertes Verfahren und keine Vorlage für Deaktivierungsanträge.

Die Kombination Bittorrent + Seedbox (mit inkludiertem VPN) beschert dir aber normalerweise keine Abmahnungen, da das Filesharing ja nur auf der externen Seedbox (Server irgendwo) stattfindet…!!

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„Normalerweise“ … Und was macht man, wenn der Hoster des „Server irgendwo“ wegen des Know-Your-Customer Geldwäschegesetzes verrät, von wem das Geld kommt? Dann müsste man anonym hosten, was für meinen Geschmack etwas zu viel Aufwand wäre, nur um die neuesten Warez leechen zu können.

So wie ich die Welt verstehe, kann es keine „beste“ Lösung geben, weil alles vernetzt ist und die sich alle gegenseitig ausbalancieren. Gäbe es die, würden alle dorthin gehen. Es gibt also kein Optimum für Geld, Zeitaufwand, Risiko und Verfügbarkeit der Warez, jeder muss das nach seinem eigenen Character entsprechend gewichten.

Die Pflicht einer KYC-Prüfung ergibt sich vor allem für Unternehmen und Institutionen, deren Hauptgeschäft sich mit finanziellen Transaktionen beschäftigt. Als solche sind vor allem Unternehmen der folgenden Bereiche betroffen und verpflichtet:

  • Banken
  • Kreditinstitute
  • Wirtschaftsprüfer
  • Steuerberater
  • Immobilienmakler
  • Güterhändler

Siehe auch: https://www.gesetze-im-internet.de/gwg_2017/__2.html

Natürlich kann es auch in anderen Unternehmen dazu kommen, dass die KYC als eine aufklärende Maßnahme angewandt wird. Auf diese Weise können Unternehmen sicherstellen, dass sie legal und mit legitimen Geschäftspartnern in eine Geschäftsbeziehung eintreten. Glaube mir einfach, dass ein Seedbox-Provider genau das gar nicht will. Bei denen ist das DKYC (Dont Know Your Customer) Prinzip das A und O und sie bieten dir dazu alle Möglichkeiten an…und da diese nicht dazu verpflichtet werden können, ist deine Aussage dazu sinnfrei :wink: