Hauptsystem Linux - Virtualbox Windows

Servus zusammen,

ich bin schon länger am grübeln und suchen, welches Linux man am besten einsetzen kann, wo Windows in der VM optimal läuft. Vielleicht hat ja der ein oder andere einen Tipp dazu.

Ich hatte vor einiger Zeit mal alles umgestellt und Mint als Hauptsystem und Windows in einer VM, was von der Geschwindigkeit in der VM her eine reine Katastrophe war. Von daher musste ich alles wieder umstellen.

Was mir wichtig wäre:

Hauptsystem:
• Sicherheit / Anonymität
• Verschlüsselung
• Kein reines Profisystem, sondern noch alltagstauglich

Virtualbox
• Windows 10 Pro
• Adobe Creative Cloud

Hier muss allerdings gewährleistet sein, dass das Windows optimal läuft und damit dann auch die Creative Coud, ohne Leistungseinbußen zu haben.

Prozessor|Intel(R) Core™ i7-6700 CPU @ 3.40GHz
Installierter RAM|48,0 GB
Systemtyp|64-Bit-Betriebssystem, x64-basierter Prozessor

l0cate

Welche dedizierte GraKa nutzt du denn in diesem System? Ich frage, weil bei Nutzung von Linux diese natürlich auch ein großer Performance-Faktor darstellt und bei schlechter Treiber-Unterstützung schon das Host-System ausbremst!
Hattest du unter Linux auch mal einen anderen VM-Orchestrator genutzt, als nur Virtualbox? Der VMware Workstation Player (Freemium) wäre unter Linux event. die bessere Wahl…
Grundlegend muss man natürlich auch bedenken, dass deine Windows VM nur über eine virtualisierte Grafikeinheit verfügt, die nicht auf deine Grafik-Hardware zugreift, sondern ausschließlich über deine CPU berechnet wird. Ob diese „Emulation“ ausreicht für die grafiklastigen Produkte von Adobe, lasse ich mal dahingestellt.
Um die Virtualisierungsschicht zwischen Host und Guest weglassen zu können und die volle Performance des Host-Systems nutzen zu können, wäre doch ein Dual-Boot System in Hinblick auf Adobe sinnvoller…imo.

Ich habe eine GTX 1050ti. Da ich keine Spiele spiele, ist mir eine Grafikkarte nicht so wichtig.

Eine andere VM habe ich noch nicht getestet.
Ich hatte ja nicht mal Adobe in der VM installiert. Alleine schon Windows 10 lief extrem langsam, was mich dann natürlich wieder dazu veranlasst hat, Windows als Hostsystem umzustellen.

Ich möchte allerdings gern weg vom Windows, aufgrund der ganzen „nachhausetelefoniererei“.
Das stört mich schon sehr. Ich möchte schon ganz gern selbst entscheiden, was ich von mir alles preis geben möchte bzw. von meinem System.

Dualboot ist an sich schon eine Überlegung wert, allerdings nervt dieses hin und her geboote schon beträchtlich.

Es sollte möglich sein, Oracle VM VirtualBox auf den meisten Systemen zu verwenden, die auf Linux-Kernel 2.6, 3.x, 4.x oder 5.x basieren, entweder mit dem Oracle VM VirtualBox-Installationsprogramm oder durch eine manuelle Installation.
Die formal getesteten und unterstützten Linux-Distributionen sind jedoch diejenigen, für die Oracle ein dediziertes Paket anbietet:

  • Ubuntu 18.04 LTS, 20.04 LTS und 22.04
  • Debian GNU/Linux 10 („Buster“) und 11 („Bullseye“)
  • Oracle-Linux 7, 8 und 9
  • CentOS/Red Hat Enterprise Linux 7, 8 und 9
  • Fedora 35 und 36
  • Gentoo-Linux
  • SUSE Linux Enterprise-Server 12 und 15
  • openSUSE 15.3

Nachdem VirtualBox auf dem Hostsystem installiert wurde und die Konfiguration für das Gastsystem Windows 10 (virt. RAM / virt. CPU-Cores) eingestellt wurde, sollte man unbedingt darauf achten, I/O APIC für virtuelle Maschinen zu aktivieren , die du im 64-Bit-Modus verwenden möchtest. Dies gilt insbesondere für 64-Bit-Windows-VMs!!
Die Installation der VirtualBox-Gasterweiterungen sollte auch durchgeführt werden.

Bei einer Installation von VirtualBox auf einer anderen Linux-Distri als die aufgeführten OS, muss man unbedingt die Punkte 2.3.1 und 2.3.2 beachten unter:

https://www.virtualbox.org/manual/UserManual.html#install-linux-prereq

Ansonsten kann ich nur raten, dass ganze Szenario mal mit dem VMware Workstation Player zu versuchen. Vielleicht ist dieser Orchestrator für deinen Fall besser konfigurierbar?! Eine Garantie gibts dafür natürlich nicht - es ist immer „Try and Error“ mit dabei… :wink:

Das nenne ich doch mal eine außerordentlich gute Antwort.
Recht herzlichen Dank.

Welches System davon würdest Du denn empfehlen, welches meine oben genannten Anforderungen am meisten entsprechen würden?

Naja…warum in die Ferne schweifen, wenn das Linux vom gleichen Hersteller, wie dein VirtualBox, installiert werden könnte?! :wink: Wenn mich nicht alles täuscht ist im Oracle Linux 9.0 die VirtualBox, ein fester Bestandteil des Repositories bzw. bei Systeminstallation schon integriert.
Oracle Linux ist eine Linux-Distribution der Enterprise-Klasse, die von Oracle unterstützt und aus Quellpaketen für Red Hat Enterprise Linux (RHEL) erstellt wurde. Zu den besonderen Funktionen von Oracle Linux gehören ein speziell entwickelter und gründlich getesteter Linux-Kernel namens „Oracle Unbreakable Kernel“, eine enge Integration mit den Hardware- und Softwareprodukten von Oracle, einschließlich der meisten Datenbankanwendungen, und „Zero-Downtime-Patching“ – eine Funktion, die es ermöglicht Administratoren, den Kernel ohne Neustart zu aktualisieren.
Es ist zwar als Enterprise betitelt, aber durchaus alltagstauglich - allerdings würden nur rudimentäre Linux-Kenntnisse event. an ihre Grenzen stoßen, außer man hat Interesse am Dazulernen! :wink:
Support und Unterstützung ist natürlich schon groß, da halt RHEL als Quelle dient.

Siehe → https://distrowatch.com/table.php?distribution=oracle

Fedora 36 ist ähnlich gelagert, da ebenfalls sponsored und owned by Red Hat

Siehe → https://distrowatch.com/table.php?distribution=fedora

Gentoo würde ich hierbei rauslassen…da es eher in den Unix / BSD Bereich abdriftet, also eher Profi-Liga!

Siehe → https://distrowatch.com/table.php?distribution=gentoo

SUSE und openSUSE richtet sich, trotz sehr guter Interoperabilität, in erster Linie an Admins für Server-Cluster / RZ-Betrieb…etwas too much für ne Win 10 Vrtualisierung!! :joy:

Siehe → https://distrowatch.com/table.php?distribution=sle


Kommen wir zu den beiden Distributionen, bei denen man eigentlich nichts falsch machen kann:

Debian-Quellpakete sind bei Ubuntu ja bekanntlich das Grundgerüst. Wobei ich pers. Debian eher zu den Distros für Serversysteme einordnen würde! Ubuntu hat zwar seit geraumer Zeit auch ein Server-Image (Core / ohne GUI) parat, wurde aber als Desktop-System bekannt.
Der unübertreffliche Vorteil bei dem aktuellen 22.04.1 ist halt LTS (Long Term Support). Jedes Ubuntu LTS wird insgesamt 10 Jahre gewartet: 5 Jahre Standardsupport + 5 Jahre ESM

Fazit:

Eine direkte Empfehlung werde ich nicht geben können, da es auf deine Kenntnisse ankommt und welche der noch verbleibenden Distributionen sich problemlos auf deiner Hardware installieren lässt, ohne viel Bastelei etc.

Mein pers. Favorit wäre aber bezüglich deines Einsatzes und der zu vorigen Performance-Problematik erst mal das Oracle-Linux 9 - warum, sollte wohl klar sein! :wink: