DeepL setzt auf AWS – vom Vorzeigeprojekt zur Cloud-Abhängigkeit


Kommentare zu folgendem Beitrag: DeepL setzt auf AWS – vom Vorzeigeprojekt zur Cloud-Abhängigkeit

DeepL setzt künftig auf AWS und verliert damit ein zentrales Argument. Was bedeutet das für Datenschutz und digitale Souveränität?

Man kann entweder den Profi nehmen oder Telekom.
Das Problem ist einfach es gibt hier nichts vergleichbares mit AWS.
Cloud heist zudem so dezentral wie möglich. Deutschland only ist nicht dezentral.
Diese Cloud Act Diskussion ist hanebüchen. Hat mal einer recherchiert wie oft das tatsächlich zur Anwendung kam und wann.

https://aws.amazon.com/de/blogs/germany/fuenf-fakten-zur-tatsaechlichen-funktionsweise-des-cloud-act/

Das Problem ist, dass so auch nie etwas vergleichbares zu AWS entstehen kann. Die Bequemlichkeit von bestehender Big Tech ist ja gerade der Lock-In-Effekt, den man durch temporäre Kompromisse überwinden muss. Andernfalls wird es nie Wettbewerb und digitale Souveränität geben.

Den Vorteil einer Cloud-Anbindung sehe ich zudem nicht in der Dezentralität. Dezentralität ist ein allgemeines Architektur‑ und Sicherheitsprinzip in der IT und nicht etwas, das exklusiv zur „Cloud“ gehört. Deepl ist auf die Cloud angewiesen, weil die technische Skalierung von Rechenleistung und API für das Geschäftsmodell wichtig sind. Und AWS haben sie gewählt, weil sie sich davon Wachstum versprechen. Es ist ähnlich wie der Grund, warum die Mehrheit bei Whatsapp bleibt. Eben weil die Mehrheit bei Whatsapp ist. Bei Deepl sind es eben die Kunden.

Und die Frage, wie oft der Cloud Act zur Anwendung kam, ist aus meiner Sicht einerseits eine irreführende Diskussion und anderseits ein Wert, der sich per se nicht ermitteln lässt.

Denn der Cloud Act ist kein einzelnes Verfahren, sondern eine Rechtsgrundlage.
Er wird im Alltag über viele Einzelfälle genutzt, also z. B. Durchsuchungsbeschlüsse, Vorladungen etc. Diese werden von verschiedenen Behörden gestellt, sind oft geheim (teilweise mit „gag orders“) und werden nicht zentral veröffentlicht. Deshalb existiert keine offizielle Gesamtzahl. Man kann nur vorhandene Transparenzberichte als Basis nehmen und die restlichen Fälle aus der Glaskugel lesen.

Und für eine irreführende Diskussion halte ich die Frage, weil es bei einem Recht nicht darauf ankommt, ob dieses bisher oft angewendet wurde. Sondern was es für mich im Ernstfall bedeutet. Das ist einfaches Risikomanagement. Und dass AWS das nicht so kritisch sieht, ist klar. Im Internet findet man haufenweise gegenteilige Meinungen.

Wie wichtig digitale Souveränität ist, zeigt sich an mehreren Fällen bereits heute. Auch unabhängig vom Cloud Act. Die USA haben z.B. als Reaktion auf Haftbefehle des Internationalen Strafgerichtshofs gegen Benjamin Netanjahu Sanktionen gegen Mitarbeitende des Gerichts verhängt. Für die Betroffenen bedeutet das vor allem Einreiseverbote in die USA, Kontosperrungen, Beschlagnahme von Vermögen, sowie erhebliche private und berufliche Einschränkungen. Etwa beim Reisen, durch die Sperrung von Visa, Mastercard und Paypal, oder den Rauswurf aus US-Diensten wie Netflix oder Amazon. Und das bezieht sich nicht nur auf die Richter selbst, sondern auch auf ihre Familien:

https://verfassungsblog.de/die-sanktionierung-des-rechts/

Auch wenn die historische Dimension und Härte nicht vergleichbar ist, erinnert mich das doch stark an „Sippenhaft“. Für mich sind das alles genug Gründe, die Entscheidung von Deepl zu bedauern.

Klar es ist (leider) so das der erste es am einfachsten hat. Nur in dem Fall ist AWS auch der professionellste. Und auf einen weniger professionellen zu wechseln nur um irgendwas zu demonstrieren macht aus meiner Sicht wenig Sinn. Kann natürlich jeder für sich enstcheiden.

Man sollte sich nicht von Bullshit Wörtern leiten lassen. Wie zb „Big Tech“. Telekom ist auch keine kleine Firma. Die sind auch Aktienindex geleitet.

Dann hast du Cloud nicht verstanden, nicht persönlich gemeint. Den Fehler machen viele, da kenn ich auch IT Admins die das nicht verstehen.
Cloud ist nur ein anderer Computer der im Internet steht - Falsch. Das Versprechen von Cloud war eben Dezentralität. Dezentralität ist die Sicherheit gegen Ausfälle.

Denn der Cloud Act

Hast du dir meinen Link mal durchgelesen? Nein.

Und für eine irreführende Diskussion halte ich die Frage, weil es bei einem Recht nicht darauf ankommt, ob dieses bisher oft angewendet wurde.

Sachen die in der Realität gar nicht zur Anwendung kommen ist ein Scheingespenst. Also ja man muss sich die Fälle anschauen. Wenn es denn überhaupt welche gibt. :wink:

Tur mir leid aber was du machst ist die übliche Scheindiskussion.

Mir gehts keineswegs um schönreden, aber um realistische Bewertung. Auch hier können Behörden auf deine Daten zugreifen.
In der EU wurde Durov für längere Zeit verhaftet, weil er nicht auf jede Anordnung reagiert. Dabei ist sein Dienst noch nichtmal hier ansässig.

Sanktionen gegen Mitarbeitende des Gerichts verhängt.

Hat genau null mit dem Thema zu tun. Da sieht man aber schon wie den Leuten die argumente ausgehen.

War ja eh klar. Wenn man keine eigene Server Infrastruktur hat. Muss man die großen nehmen. Deutschland kann man vergessen. Da sind andere Länder wie China Russland und so weiter besser aufgestellt. Nicht immer vom Westen abhängig sein.

Deutschland Schaft es nicht einmal flächendeckend Glasfaser auszubauen.

Und auf einen weniger professionellen zu wechseln nur um irgendwas zu demonstrieren macht aus meiner Sicht wenig Sinn.

Es geht nicht darum, „irgendwas zu demonstrieren“. Es geht darum, unabhängige Infrastruktur aufzubauen, um nicht von Privilegien abhängig zu sein.

Man sollte sich nicht von Bullshit Wörtern leiten lassen. Wie zb „Big Tech“. Telekom ist auch keine kleine Firma.

Wenn Du von Anderen Diskussionsteilnehmern erwartest, informiert zu sein, solltest Du idealerweise diesen Maßstab auch an Dich selbst setzen. „Big Tech“ ist ein Begriff, der die „Big Five“-IT-Unternehmen weltweit bezeichnet. Das sind Alphabet, Amazon, Meta, Apple und Microsoft. Und da alle fünf in den USA ansässig sind, geht es bei der Diskussion um DeepL gerade darum, sich von „Big Tech“ freizumachen und Souveränität zu gewinnen.

Das Versprechen von Cloud war eben Dezentralität. Dezentralität ist die Sicherheit gegen Ausfälle.

Das ist ja genau mein Argument, denn das halte ich für falsch. Es widerspricht nicht nur sämtlichen Definitionen in jeglicher Fachliteratur, es ist auch logisch falsch.

Gabler Wirtschaftslexikon: Definiert Cloud Computing als Zusammenstellung von Technologien und Geschäftsmodellen, die IT-Ressourcen dynamisch zur Verfügung stellen und nach Nutzung abrechnen.

Azure als Betreiber beschreibt es so: Der Hauptzweck der Cloud besteht darin, bedarfsgerechten Zugriff auf Rechenressourcen und -dienste über das Internet bereitzustellen.

Amazon Web Services (AWS) definiert den Geschäftszweck von Cloud-Computing primär als die bedarfsabhängige Bereitstellung von IT-Ressourcen über das Internet zu nutzungsabhängigen Preisen.

Quod erat demonstrandum: Skalierung, nicht Verfügbarkeit sind der Geschäftszweck von Cloud-Infrastrukturen.

Und zur Logik: Ich habe schon vor 40 Jahren für Dezentralität von IT-Infrastrukturen gesorgt, da war Cloud noch kein Thema. Also KANN es nicht das Alleinstellungsmerkmal oder „Versprechen“ der Cloud sein. Wer auch immer im Namen der Cloud Versprechen abgibt. Aber wie dem auch sei, im Zusammenhang mit dem Thema hier bringt uns das auch nicht weiter.

Hast du dir meinen Link mal durchgelesen? Nein.

Bitte mit Argumenten antworten, nicht mit rhetorischen Kniffen.

Hat genau null mit dem Thema zu tun. Da sieht man aber schon wie den Leuten die argumente ausgehen.

Nun, ich argumentiere in der Sache. Dass Du Dich lediglich auf persönliche Diffamierung konzentrierst, ist schade. Denn das Thema ist zu wichtig, als es mit solchen Sprüchen abzukanzeln.

Ich würde mich freuen, wenn Du Dich durch meine Argumentation nicht angegriffen fühlst, und auf die Sach- und Argumentationsebene zurückkehrst. Denn es geht nicht darum, wer recht hat, sondern wie das Thema, dass DeepL einst für die digitale Souveränität Deutschlands stand, nun AWS einsetzt, zu bewerten ist. Und sich damit genau in die Abhängigkeit begibt, für die Deepl einst einen Ausweg geboten hat.

Das Beispiel der Sanktionen gegen Beschäftigte des Internationalen Gerichtshofs sollte dabei zeigen, welche Folgen die Abhängigkeit von US-Diensten haben kann. Durow wurde übrigens verhaftet, weil er zwar in der EU Geschäfte machen will, sich aber nicht an EU-Recht halten wollte. Das kann man daher nicht mit der Frage der IT-Souveränität vergleichen.

Es geht bei Europas IT‑ bzw. digitaler Souveränität darum, dass Staaten, Unternehmen und Bürger ihre Daten, Infrastrukturen und Schlüsseltechnologien selbstbestimmt kontrollieren, statt strukturell von außereuropäischen Tech‑Konzernen und deren Rechtsordnungen abhängig zu sein.

Das Vorgehen gegen Pavel Durow betrifft dagegen ein konkretes strafrechtliches Ermittlungsverfahren in Frankreich wegen mutmaßlicher Beihilfe zu Straftaten und mangelnder Kooperation von Telegram mit Behörden. Und nicht die strategische Frage, wem Europas digitale Infrastruktur gehört.

2 „Gefällt mir“

Persönliche Kritik ? Und das weil du die Aussage nicht verstanden hast.
Ich hab nicht gesagt das das Wort nicht irgendwas bezeichnet sondern weil das zur Abwertung eingesetzt wird hab ich das Bullshit genannt.

Bitte mit Argumenten antworten, nicht mit rhetorischen Kniffen.

Das war kein Kniff, du hast es nicht gelesen, gibts doch einfach zu,
weil du deren Argumente gar nicht hören willst.

Ich hatte extra den Link gepostet weil der genau auf die gängigen Vorurteile eingeht. Da fühlst du dich also schon auf den Schlips getreten. Nagut.

Gabler Wirtschaftslexikon also, und andere Zitate aus Büchern.
Das ist dein Argument?

Ich hab Cloud programmiert auf AWS. Dein Oberlehrer Getue kannst du dir schenken. Ehrlich gesagt klingen deine Aussagen nicht danach als hättest du selbst damit Erfahrungen.

Ich hatte extra geschrieben „nicht persönlich gemeint“ damit sich keiner persönlich angegriffen fühlt. Mir gings um den technischen Aspekt und aus meiner sicht siehst du das eben falsch. Wo ist da eine persönliche Diffamierung.

Nun, ich argumentiere in der Sache.

Nope.

Quod erat demonstrandum: Skalierung, nicht Verfügbarkeit sind der Geschäftszweck von Cloud-Infrastrukturen.

Qed xD
Skalierbarkeit ist nur ein Teil.
Dezentralität und damit Verfügbarkeit ist ein anderer. Und genau deshalb schrieb ich das du Cloud nicht verstanden hast. Danke das du das nochmal explizit herausgestellt hast.

Finds lustig das du hier Azure zitierst. Die die das Konzept AWS kopiert haben. Nur eben mit weniger Professionalität. Die Telekom Cloud wiederum kopiert von Azure mit noch weniger Möglichkeiten. Dazu ist der Code nochnichtmal von ihnen sondern von Azure.

Das es in Deutschland eigentlich für alles im Internet nur Kopien von US Software und Konzepten gibt ist schon traurig. Und dann so zu tun als wäre die Telekom Cloud ein leuchtendes Beispiel für Souveränität … jo man.

Die „Sanktionspolitik der US-Regierung“ hat nunmal null mit dem Thema zu tun. Das Vorbringen dieses Arguments zeigt von Anfang an das es dir nicht um den technischen Aspekt geht. Angefangen mit dem bösen Big Tech und dann das. Sorry so siehts leider aus. Immerhin bist du in D nicht der einzige der meint so argumentieren zu müssen.

Naja, ich hab meine Meinung dazu gesagt und du auch, da kann ja jeder selbst entscheiden.

https://deepl.safebase.us/

:wink:

Dank Dir! Vor allem hier wird quasi aus technischer Sicht über den Wechsel informiert: https://deepl.safebase.us/?tcuUid=29ef6e4c-3270-4965-a164-f387675da5d1

Ergänzend zu der leider zu nichts führenden Diskussion von weiter oben, erwähnt DeepL dabei auch explizit die Gründe für den Wechsel:

  • Scale Reliably - AWS serves millions of enterprise customers worldwide with proven uptime SLAs and operational excellence
  • Accelerate Innovation - Cloud-native capabilities allow us to develop and release new features faster
  • Enhance Performance - Distributed infrastructure delivers improved latency and responsiveness
  • Maintain Security - AWS provides enterprise-grade security certifications and compliance frameworks that complement our existing protections

Etwas kritisch sehe ich Aussagen wie diese hier:

These SCCs provide the necessary appropriate safeguards to ensure that data transferred to third countries receives a level of protection essentially equivalent to that within the EU.

„a level“ und „essentially equivalent“ ist eben nicht dasselbe Level und keine Deckungsgleichheit.

Diskussionen führen zu nichts wenn der andere ideologisch argumentiert.
Da hilft dir auch nicht Links zu loben.
Um die dann auch zu kritisieren.

Was hab ich gesagt ? :wink: :

Default: Global Processing

By default, customer content data may be processed and stored across any of our AWS regions (currently EU, US, and JP). This enables optimal performance and reliability.

Aber mach ruhig wieder Daumen runter dran…

Danke für die Daumen. :slight_smile: Da haben sich ja einige Leute geoutet denen schöne Worte wichtiger sind, statt technischer Merkmale.
Schlechte Telekom ist auf einmal gute Telekom, schlechtes Langzeitgedächtnis würde ich dazu sagen, aber jeder wie er mag.