WikiLeaks: Neuer Leak belegt massive Spionage gegen Spitzenpolitiker

Die Whistleblowing-Plattform WikiLeaks veröffentlichte am heutigen Dienstag einige bisher unveröffentlichte US-Diplomatendepeschen. Sie belegen massive Spionage-Aktionen des US-Geheimdienstes NSA gegen einflussreiche Politiker, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Abhör-Aktionen erfolgten wahrscheinlich aus geopolitischen Interessen heraus.

WikiLeaks: die NSA bespitzelt alle

WikiLeaks: die NSA bespitzelt alle

Dokumente belegen massive Spionage

Die Dokumente belegen Spionage der NSA gegen die EU, Italien und die Vereinten Nationen. Sie stammen größtenteils aus dem Jahr 2002 (einige der Dokumente sind allerdings auf 2005 und 2006 datiert) und sind als streng geheim eingestuft. Einige der Dokumente tragen die Einstufung „TOP-SECRET“ oder „COMINT-GAMMA“ und sind somit nach Angaben von WikiLeaks „die am strengsten geheimen Dokumente, die jemals von einer Medien-Organisation veröffentlicht wurden“.


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Aus den Depeschen lässt sich entnehmen, dass Treffen zwischen ranghohen Politikern durch die NSA massiv bespitzelt wurden. Unter den Betroffenen waren UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Italiens Premierminister Silvio Berlusconi und der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu. Auch Treffen europäischer und japanischer Wirtschaftspolitiker, bei denen sie ihre geheimen Schmerzgrenzen für Handelsverhandlungen im Rahmen der Welthandelsorganisation WTO diskutierten, wurden von der NSA abgehört und dokumentiert. Ebenso wurde ein vertrauliches Treffen zwischen Merkel, Berlusconi und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy bespitzelt.

Nicht nur die Tatsache, dass sich die Mächtigen im Geheimen trafen, wurde dokumentiert. Auch die Inhalte der Gespräche sind zumindest teilweise in den Depeschen zu finden. So diskutierten Bundeskanzlerin Merkel und Ban Ki Moon über Strategien angesichts des Klimawandels. Netanyahu soll den Depeschen zufolge Berlusconi gebeten haben, ihm zu helfen, mit US-Präsident Barack Obama fertig zu werden (besonders brisant angesichts der Tatsache, dass die USA über diese Diskussionen informiert waren). Bei Sarkozy und Berlusconi ging es um Finanzen – Sarkozy prophezeihte dabei einen bevorstehenden Zusammenbruch des italienischen Bankenwesens.

Julian Assange ist gespannt auf die Reaktion der UN

WikiLeaks-Chefredakteur Julian Assange gab angesichts der Veröffentlichung eine seiner typisch provokanten Stellungnahmen heraus. Er sagte: „Heute haben wir gezeigt, dass die geheimen Treffen des UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon darüber, wie der Planet vor dem Klimawandel gerettet werden kann, von einem Land verwanzt wurden, das darauf aus ist, seine größten Ölfirmen zu schützen. Zuvor haben wir Befehle von Hillary Clinton veröffentlicht, dass US-Diplomaten die DNA des Generalsekretärs stehlen sollten. Die US-Regierung hat Abkommen mit der UN unterzeichnet, dass sie sich so nicht gegenüber der UN -ganz zu schweigen von deren Generalsekretär – verhalten wird. Es wird interessant sein, die Reaktion der UN zu sehen, denn wenn der Generalsekretär ohne Folgen zum Ziel solcher Handlungen gemacht werden kann, dann ist jeder vom Weltpolitiker bis zum Straßenkehrer gefährdet.“

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2 Kommentare

  1. partikel sagt:

    Jetzt wird die UNO wohl so richtig sich auf den Fussboden schmeissen und mit den Füssen strampeln, weil alle abgehört wurden…bestimmt findet einer der Zahnlosen ein paar markige Worte in Richtung USA und diese werden sich (kicher) erschüttert zeigen oder denen ist das egal wie den meisten im Rest unserer gleichgültig gewordenen Welt wo es nur ums Kohle scheffeln geht.
    Tja , was soll man dazu sagen, im Westen nix neues und wer noch naiv am Heilmittel Neo-Kapitals glaubt und denk er wäre in einer freien Welt der darf seine Blubberblase bis zuletzt bewohnen und muss die grösser werdende Ungerechtigkeit zum Wohle und Machtgier einzelner weiter ignorieren…“Schafe blicken auf…“

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