Lesetipps: Rekordstrafe, Uber gibt nach, Adobe nicht, Wikipedia kassiert

In den Lesetipps geht es um Kriminelle, Kryptowährungen und erzwungene Sozialleistungen, die sich Uber gerne gespart hätte. Klingt spannend?

Buch, Fantasie, Lesetipps
Bildquelle: Lothar Dieterich

In den heutigen Lesetipps geht es drunter und Uber. Manch einer wurde verknackt, andere lassen wild löschen. Uber musste im UK anerkennen, dass Taxifahrer Taxis fahren und somit Angestellte sind. Und wieder andere möchten auch mal die Hand aufhalten.

Heute kommen die Lesetipps ausnahmsweise mal nicht von Sunny. Unsere Ente erholt sich noch davon, gestern die heimischen Tapeten abzureißen. Oder zumindest hat er es nach eigenem Bekunden versucht. ;-)

Lesetipps: FCC verurteilt Abzocker zu einer Rekordstrafe!

Die US-Behörde FCC hat zwei texanische Vermarkter zu einer Rekordstrafe in Höhe von 225 Millionen US-Dollar verurteilt. Die beiden Geschäftsmänner hatten rund eine Milliarde automatische Werbeanrufe in den ganzen USA veranlasst, um ihre Taschen zu füllen. Es ging um die Vermittlung von Versicherungspolicen. Dabei gab man vor, für ein bekanntes Unternehmen tätig zu sein.

Uber gibt nach und bezeichnet Taxifahrer endlich als solche

Der bekannte Fahr-Dienstleister Uber beugt sich einem britischen Urteil. Folglich gelten die Fahrer endlich als solche und sollen künftig mehr Rechte haben. Die Kläger wollten damit der Selbstausbeutung der freiberuflichen Taxifahrer ein Ende setzen. 70.000 Dienstleister erhalten laut der NYT künftig einen Vertrag, ein (wenn auch geringes) Einkommen und Zahlungen in ihre Rentenkasse. Bis zum Urteil vom Obersten Gericht konnte sich Uber vor derartigen Zahlungen erfolgreich drücken. Ob das Urteil auch in den Ländern der Europäischen Union Schule machen wird, bleibt aber noch abzuwarten.

F-Secure

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Adobe mit Zeitmaschine? DMCA-Claims für Acrobat Reader 1.0 für MS-DOS

Die Story ist eindeutig etwas für die Lesetipps: Laut dem Sicherheitsforscher Mikko Hyppönen von F-Secure verschickt Adobe fleißig DMCA-Löschaufforderungen zur Entfernung einer 27 Jahre alten Software. Es geht um Download-Links von Schwarzkopien zum Acrobat Reader 1.0 für MS-DOS. Ja, richtig gehört. Von dem Vorgehen war er sogar selbst betroffen, weil Adobe auch die Entfernung seiner Tweets veranlasst hat. Bei denen hat wohl der Bot zugeschlagen. Das Ganze ging soweit, dass laut Torrentfreak sogar Mikkos Twitter Account kurzfristig eingefroren wurde. Vielleicht sollte mal jemand bei Adobe den DMCA-Bot neu justieren und ihm erklären, dass wir mittlerweile das Jahr 2021 schreiben. Ich bin ja selbst ein Retro-Fan. Aber Hand auf’s Herz: Wer nutzt heute noch MS-DOS?

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Lesetipps: Morgan Stanley Bank öffnet Pforten für Bitcoin-Fonds

Ob man es will oder nicht, der Bitcoin kommt immer mehr im Mainstream an. Die US-Investmentbank Morgan Stanley gab nun bekannt, man eröffne einem ausgewählten Kundenkreis den Zugang zu gleich drei Bitcoin-Fonds. Für den Anfang will man aber diese Option nur solchen Anlegern eröffnen, die sich kräftige Verluste leisten können. Dafür muss man z.B. bei Morgan Stanley schon Vermögenswerte in Höhe von zwei Millionen Dollar vorweisen können und ein langfristiger Kunde sein.

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Laut CNBC dürfen dann nur maximal 2,5 Prozent der Einlagen in Krypto-Vermögenswerte investiert werden. Trotzdem ähnelt diese Ankündigung einem waschechten Dammbruch. Schließlich ist dies somit die erste US-Bank, die solche Geschäfte überhaupt erlaubt.

Dazu kommen dann solche News: Selbst der Kreditkartenanbieter VISA will in den USA bald die Pforten für Kryptowährungen öffnen. Man folgt damit dem Vorbild von PayPal.

Wikipedia will auch was vom Kuchen haben: Wikimedia Enterprise

Bislang hat man sich sehr erfolgreich von Spenden finanziert, doch jetzt sollen die Tech-Konzerne im Idealfall für die Inhalte zahlen, die sie aus der Online-Enzyklopädie extrahieren. Laut Wired zapfen Firmen wie Amazon, Apple, Facebook und Google regelmäßig die Informationen ab, um sie selbst zu präsentieren. Die Daten soll es künftig nicht mehr für lau geben. Doch dabei stellt man sich selbst ein Bein, denn am kostenlosen Angebot wird sich nichts ändern. Bleibt also abzuwarten, wie viele Firmen sich für den neuen Dienst anmelden werden. Ich tippe mal: niemand!

wikimedia enterprise

Zumindest weicht man damit klar vom bisherigen Konzept ab, was rein spendenbasiert ablief. Das wird wohl nicht jedem Wikifanten gefallen. Und was macht der Wikimedia-Gründer Jimmy Wales? Der hat die Neuigkeit ohne jede Kritik einfach nur retweetet. Brav gemacht, Jimbo.

So. Dann schauen wir mal, wie lange Sunny für seine Renovierung braucht. Enten sind ja bekanntlich am schnellsten, wenn es um’s Essen geht. Ja, und bei der Verdauung natürlich. Der Begriff Entendarm muss ja von irgendwas kommen, gell? Ansonsten müsst ihr beim Thema Lesetipps einfach nochmals mit mir Vorlieb nehmen. Bis dahin und bleibt sauber! Ja, gesund sowieso.

Tarnkappe.info

 

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.