Julian Assange: Anwälte fordern Aufhebung des Haftbefehls

Die Anwälte des kontroversen australischen WikiLeaks-Chefredakteurs Julian Assange haben die schwedische Staatsanwaltschaft aufgefordert, den Haftbefehl gegen ihren Mandanten aufzuheben. Voran gegangen war eine Stellungnahme einer Expertengruppe der UN, die Assanges Zwangsaufenthalt in der ecuadorianischen Botschaft in London – durch den er der Festnahme und Auslieferung nach Schweden entgehen will – als unrechtmäßig einstufte. Assange befürchtet laut eigener Aussage, dass Schweden ihn im Falle einer Verhaftung an die USA ausliefern würde.

Foto: Carmen Valino, thx! (CC BY 2.0)

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Anwälte sehen neue Situation

„Wir sind der Auffassung, dass sich eine ganze Reihe von neuen Umständen ergeben hat, was bedeutet, dass es einen Grund gibt, die vorherige Entscheidung noch einmal zu überprüfen,“ erklärte Thomas Olsson, einer von Julian Assanges Anwälten, am gestrigen Montag.


Ein zweites, namentlich nicht genanntes Mitglied von Assanges Anwalts-Team betonte einer schwedischen Nachrichtenagentur zufolge noch einmal die Bereitschaft des WikiLeaks-Aktivisten, sich in der ecuadorianischen Botschaft zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen – er wird in Schweden der sexuellen Nötigung beschuldigt, weitere, ähnliche Vorwürfe sind mittlerweile verjährt – befragen zu lassen. Ecuador hat einer solchen Regelung mittlerweile grundsätzlich zugestimmt. Bislang kam es aber noch zu keiner Einigung über die Details.

Schweden will Assange nach wie vor befragen

Die zuständige schwedische Staatsanwältin, Marianne Ny, hatte schon vor den Stellungnahmen von Assanges Juristen-Team betont, dass sie nach wie vor die Absicht habe, Assange zu den Vorwürfen zu befragen. Ihre Behörde bemüht sich derzeit um die nötigen Genehmigungen Ecuadors. Ny sagte außerdem, die )nicht bindende) Stellungnahme des UN-Gremiums habe keinen Einfluss auf den Fall.

Quelle: Reuters

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